Non-entry for insufficiently reasoned social welfare appeal

8C_834/2011Bundesgericht / IV. öffentlich-rechtliche Abteilung17.11.2011Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

M._________ appealed a Zurich Administrative Court decision in a social welfare matter to the Federal Supreme Court. After the missing cantonal judgment was submitted, the court found the appeal obviously insufficiently reasoned: it did not address the decisive considerations of the lower court and failed the qualified substantiation requirements for constitutional or other review grounds. In simplified proceedings, the court therefore declined to enter into the appeal under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG, without granting a deadline to remedy the defect. Court costs were waived.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 1 and 2, Art. 95 ff., Art. 106 Abs. 2 and Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; appeal admissibility and reasoning requirements. A federal appeal must, in a concise but concrete manner, address the decisive considerations of the challenged decision and demonstrate, with reference to the applicable grounds of appeal, which legal norms were violated and why. With respect to constitutional rights, cantonal law and arbitrariness, a qualified duty of substantiation applies; purely appellate criticism is insufficient. If these requirements are manifestly not met, the court may refuse entry in simplified procedure without setting a cure period. Costs may exceptionally be waived under Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG.

Gesamter Gesetzestext

8C_834/2011 {T 0/2}

Urteil vom 17. November 2011
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Gerichtsschreiber Batz.

Verfahrensbeteiligte
M.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Gemeinde Herrliberg,
vertreten durch die Sozialkommission der Gemeinde Herrliberg, Forchstrasse 9, 8704 Herrliberg,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Sozialhilfe (Prozessvoraussetzung),

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich
vom 22. September 2011.
Nach Einsicht
in die Beschwerde des M.________ vom 4. November 2011 (Poststempel) gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 22. September 2011,
in die nach Erlass der Verfügung des Bundesgerichts vom 7. Novem-ber 2011 betreffend fehlende Beilage (vorinstanzlicher Entscheid) am 9. November 2011 erfolgte Nachreichung des angefochtenen Ent-scheides,

in Erwägung,
dass ein Rechtsmittel gemäss Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG unter anderem die Begehren und deren Begründung mit Angabe der Beweismittel zu enthalten hat, wobei im Rahmen der Begründung in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt; Art. 95 ff. BGG nennen dabei die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe,
dass dabei konkret auf die für das Ergebnis des angefochtenen Entscheids massgeblichen Erwägungen der Vorinstanz einzugehen und im Einzelnen aufzuzeigen ist, welche Vorschriften und weshalb sie von der Vorinstanz verletzt worden sind (BGE 133 IV 286 E. 1.4 S. 287); eine rein appellatorische Kritik genügt nicht (vgl. BGE 136 I 65 E. 1.3.1 S. 68 und 134 II 244 E. 2.3 S. 246 f.),
dass hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten (einschliesslich der wie vorliegend auch in Frage stehenden Anwendung von kantonalem Recht und Willkür bei der Sachverhaltsfeststellung; BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246; 133 II 249 E. 1.4.3 S. 255) der in Art. 106 Abs. 1 BGG verankerte Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht gilt, weshalb insofern eine qualifizierte Rügepflicht besteht (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 136 I 65 E. 1.3.1 S. 68; 135 V 94 E. 1 S. 95; 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254; vgl. auch BGE 133 IV 286 ff.),

dass es daher der Beschwerde führenden Person obliegt (entsprechend den altrechtlichen Begründungsanforderungen, die nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG für die staatsrechtliche Beschwerde gegolten haben), klar und detailliert anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheids darzulegen, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch den kantonalen Entscheid verletzt worden sind (vgl. BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246 mit weiteren Hinweisen),
dass die Eingabe des Beschwerdeführers vom 4. November 2011 den vorerwähnten Anforderungen offensichtlich nicht gerecht wird, weil darin - abgesehen von der Einreichung eines rechtsgenüglichen Begehrens - namentlich nicht anhand der vorinstanzlichen Erwägungen konkret und detailliert aufgezeigt wird, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern diese durch das angefochtene Urteil des kantonalen Gerichts verletzt worden sein sollen, wobei die Beschwerde insbesondere die gesetzlichen Erfordernisse der qualifizierten Rügepflicht hinsichtlich eines zulässigen Beschwerdegrundes im Sinne von Art. 95 ff. BGG nicht erfüllt,
dass deshalb, bei allem Verständnis für die Lage des Beschwerde- führers, offensichtlich kein gültiges Rechtsmittel erhoben wurde, obwohl der angefochtene vorinstanzliche Entscheid gemäss Verfügung des Bundesgerichts vom 7. November 2011 nachgereicht wurde,
dass somit - ohne Ansetzung einer Nachfrist zur Verbesserung (BGE 134 II 244 E. 2.4 S. 247) - auf die Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht eingetreten werden kann,
dass es sich bei den gegebenen Verhältnissen rechtfertigt, von der Erhebung von Gerichtskosten für das bundesgerichtliche Verfahren umständehalber abzusehen (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG),
dass in den Fällen des Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und der Abteilungspräsident zuständig ist,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Verwaltungsgericht des Kantons Zürich schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 17. November 2011

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Ursprung

Der Gerichtsschreiber: Batz

Schlagwörter

social welfarereasoning requirementqualified substantiationnon-entryconstitutional rightscourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal met the statutory reasoning requirements under the Federal Supreme Court Act.

Extrahierter Entscheid

The appeal did not satisfy the required substantiated reasoning and did not validly challenge the decisive findings of the lower court.

Extrahierte Begründung

The filing contained only an acceptable request but failed to engage concretely with the cantonal court's reasoning and did not show, in a detailed manner, which constitutional rights were violated. Mere appellate criticism is insufficient; for alleged constitutional violations and review of cantonal law or arbitrariness, a qualified substantiation duty applies.

Kernrechtsfrage

Whether the court should grant a time limit to cure the defect before refusing entry.

Extrahierter Entscheid

No cure period was set; the appeal was dismissed outright as inadmissible.

Extrahierte Begründung

Given the manifest deficiency of the appeal, the court proceeded under the simplified procedure of Art. 108 BGG and declined to grant an additional period for improvement.

Kernrechtsfrage

Allocation of court costs in the federal proceedings.

Extrahierter Entscheid

No court costs were levied because the circumstances justified foregoing them.

Extrahierte Begründung

The court exercised its discretion under Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG and waived costs in view of the situation.

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