Invalidity pension denied after failure to cooperate with assessment

8C_728/2009Bundesgericht / IV. öffentlich-rechtliche Abteilung27.10.2009Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The IV office denied S.________ an invalidity pension because he failed to cooperate with a medical assessment. The cantonal social insurance court upheld the refusal. Before the Federal Court, the claimant sought benefits, deletion of allegedly prejudicial remarks from the file, a new assessment of the proceedings, and free legal aid. The Federal Court held that the warning-and-consideration procedure under the ATSG had been properly carried out and that the file-based decision was lawful. The appeal was therefore dismissed insofar as admissible. Exceptionally, no court costs were charged, making the request for free legal aid moot.

Omnilex-Regeste

Art. 43 Abs. 3 ATSG; Art. 42 Abs. 2, 66 Abs. 1 und 109 BGG: Where an insured person breaches the duty to cooperate, the administration may decide the claim on the file after a proper warning-and-consideration procedure and may refuse benefits if the factual basis remains insufficient. On federal appeal, objections must meet the reasoning requirements of Art. 42 Abs. 2 BGG and may only challenge factual findings under the restricted review of Art. 105 Abs. 1 and 2 BGG. If the appeal is manifestly unfounded, the Federal Court may decide summarily under Art. 109 BGG and may exceptionally waive court costs; in such a case, a request for free legal aid becomes moot.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
8C_728/2009

Urteil vom 27. Oktober 2009
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Niquille, Bundesrichter Maillard,
Gerichtsschreiber Batz.

Parteien
S.________,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle Basel-Stadt,
Lange Gasse 7, 4002 Basel,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung (Invalidenrente),

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts Basel-Stadt vom 23. Juli 2009.

In Erwägung,
dass die IV-Stelle Basel-Stadt ein Leistungsbegehren des 1968 geborenen S.________ mit Verfügung vom 6. Februar 2009 ablehnte,

dass eine dagegen erhobene Beschwerde vom Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt mit Entscheid vom 23. Juli 2009 abgewiesen wurde,
dass S.________ Beschwerde an das Bundesgericht einreicht und sinngemäss beantragt, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides seien ihm Leistungen der IV, u.a. eine Invalidenrente, zuzusprechen; es seien "wertende, falsche Bemerkungen aus allen Akten zu entfernen"; es sei "ausserdem eine Verfügung (zu erlassen), dass das gesamte Verfahren neu beurteilt werden muss, da (s)eine Krankheiten stark degressiv verlaufen"; schliesslich hat er dem Sinne nach um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung ersucht,
dass die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Art. 82 ff. BGG) wegen Rechtsverletzung gemäss Art. 95 und Art. 96 BGG erhoben werden kann, wobei das Bundesgericht seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde legt, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG); das Bundesgericht kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz nur berichtigen oder ergänzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG; vgl. auch Art. 97 Abs. 1 BGG),
dass die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zutreffend dargelegt hat, weshalb infolge Verletzung der Mitwirkungspflichten das Mahn- und Bedenkzeitverfahren (Art. 43 Abs. 3 ATSG) durchzuführen war, so dass die IV-Stelle zu Recht auf Grund der Akten entschieden und das Rentenbegehren des Beschwerdeführers abgewiesen hat,

dass die dagegen in der Beschwerde vorgebrachten Einwände, soweit sie nicht zufolge ungenügender Begründung (vgl. Art. 42 Abs. 2 BGG) zum Vornherein unzulässig sind, an der vorinstanzlichen Beurteilung nichts zu ändern vermögen, da jedenfalls nichts vorgetragen wird, was eine Rechtsverletzung gemäss Art. 95 f. BGG als erstellt oder die vorinstanzliche Feststellung des Sachverhalts als mangelhaft im Sinne von Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 2 BGG erscheinen liesse,
dass es demzufolge beim Entscheid des kantonalen Gerichts sein Bewenden haben muss,
dass sich die Beschwerde, soweit zulässig, als offensichtlich unbe- gründet erweist und deshalb im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG - ohne Durchführung des Schriftenwechsels, mit summarischer Begründung und unter Verweis auf den kantonalen Entscheid (Art. 102 Abs. 1 und 109 Abs. 3 BGG) - erledigt wird,

dass der Beschwerdeführer darauf aufmerksam gemacht wird, bei einer allfälligen Bereitschaft, sich der angeordneten Abklärung bei Dr. med. G.________ zu unterziehen, die nach dem Mahn- und Bedenkzeitverfahren getroffenen Sanktionen für die Zukunft nicht mehr gewärtigen zu müssen, wovon anscheinend auch die Vorinstanz (vgl. S. 9 des angefochtenen Entscheides) ausgeht (Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, N. 98 zu Art. 21 und N. 52 - 56 zu Art. 43),
dass es sich bei den gegebenen Verhältnissen rechtfertigt, von der Erhebung von Gerichtskosten für das bundesgerichtliche Verfahren ausnahmsweise abzusehen (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG), weshalb sich das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung als gegenstandslos erweist,
erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 27. Oktober 2009

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Batz

Schlagwörter

invalidity pensionduty to cooperatemedical assessmentwarning procedurefile decisionreasoned appealcourt costslegal aid

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the refusal of the invalidity pension was lawful despite the claimant's failure to cooperate with the ordered assessment.

Extrahierter Entscheid

Yes. Because the claimant breached his duty to cooperate, the warning-and-consideration procedure had to be applied and the IV office was entitled to decide on the file and refuse the pension.

Extrahierte Begründung

The cantonal court correctly explained that the requirements of Art. 43(3) ATSG were met. The appellant's submissions did not show a legal error or an obviously incorrect factual finding under the BGG standards.

Kernrechtsfrage

Whether the appeal contained admissible objections against the cantonal judgment.

Extrahierter Entscheid

Only partly; the remaining objections were insufficiently reasoned or otherwise incapable of showing a legal violation.

Extrahierte Begründung

To the extent the complaints were not inadmissible for lack of reasoning under Art. 42(2) BGG, they did not establish a violation of federal law or an obviously incorrect factual finding.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged and whether the request for free legal aid became moot.

Extrahierter Entscheid

No court costs were imposed as an exception, so the request for free legal aid became moot.

Extrahierte Begründung

Given the circumstances, the Federal Court waived court costs under Art. 66(1) second sentence BGG.

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