Inadmissibility for insufficient reasoning in social assistance appeal

8C_697/2009Bundesgericht / IV. öffentlich-rechtliche Abteilung17.09.2009Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

Two appellants challenged a Bernese administrative court decision in a social assistance dispute. The Federal Supreme Court held that the appeal did not satisfy the reasoning requirements of the Federal Supreme Court Act because it merely criticized the cantonal court's interpretation of cantonal procedural law and failed to formulate a qualified constitutional grievance. In simplified procedure, the court therefore declined to enter into the appeal. It also waived court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 1 and 2 BGG, Art. 106 Abs. 2 BGG, Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; admissibility of appeals directed against cantonal-law decisions and qualified reasoning requirement. Where the contested decision is based on cantonal law, the violation of cantonal law as such does not constitute an independent ground of appeal before the Federal Supreme Court. If fundamental rights are invoked, including arbitrary application of cantonal law and arbitrary fact-finding, the appellant must set out clearly and in detail, by reference to the reasoning of the challenged decision, which constitutional rights were violated and in what respect. A mere assertion that the cantonal court incorrectly interpreted cantonal procedural rules is insufficient; failure to comply leads to non-entry in simplified procedure. Costs may be waived under Art. 66 Abs. 1 second sentence BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
8C_697/2009

Urteil vom 17. September 2009
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Gerichtsschreiber Grünvogel.

Parteien
R.________ und T.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Einwohnergemeinde O.________,
vertreten durch den Regionalen Sozialdienst,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Sozialhilfe (Prozessvoraussetzung),

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern
vom 27. Juli 2009.

Nach Einsicht
in die Beschwerde vom 28. August 2009 gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juli 2009,

in Erwägung,
dass ein Rechtsmittel gemäss Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG unter anderem die Begehren und deren Begründung zu enthalten hat, wobei in der Begründung in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt; Art. 95 ff. BGG nennt dabei die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe,
dass bei Beschwerden, die sich - wie vorliegend - gegen einen in Anwendung kantonalen Rechts ergangenen Entscheid richten, die Verletzung blossen kantonalen Rechts keinen selbstständigen Beschwerdegrund bildet; vielmehr hat die Beschwerde führende Person darzulegen, inwiefern der beanstandete Akt gegen verfassungsmässige Rechte, wie etwa das Willkürverbot, verstossen soll,
dass hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten (einschliesslich der willkürlichen Anwendung von kantonalem Recht und Willkür bei der Sachverhaltsfeststellung; BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246; 133 II 249 E. 1.4.3 S. 255) der in Art. 106 Abs. 1 BGG verankerte Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht gilt, weshalb insofern eine qualifizierte Rügepflicht besteht (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254; vgl. auch BGE 133 IV 286 ff.),
dass es daher der Beschwerde führenden Person obliegt (entsprechend den altrechtlichen Begründungsanforderungen, welche nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG für die staatsrechtliche Beschwerde gegolten haben), klar und detailliert anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheids darzulegen, welche verfassungsmässigen Rechte inwiefern durch den kantonalen Entscheid verletzt worden sind (vgl. BGE 134 II 244 E. 2.2 S. 246 mit Hinweis),
dass es demnach nicht genügt, die vom kantonalen Gericht vorgenommene Auslegung kantonalen Rechts zur Frage des Fristenlaufs bei Rechtsverzögerungsbeschwerden - hier von Art. 49 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 67 Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Bern (VRPG/BE) - als falsch zu rügen, worauf sich die Beschwerdeführer aber beschränken,
dass deshalb im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG auf die Beschwerde nicht einzutreten ist und in Anwendung von Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet wird,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 17. September 2009
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Grünvogel

Schlagwörter

social assistanceadmissibilityreasoning requirementfundamental rightsarbitrarinessnon-entrycourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal appeal met the statutory reasoning requirements for admissibility.

Extrahierter Entscheid

No. The appellants did not show, in a qualified and sufficiently detailed manner, which constitutional rights were violated; merely alleging incorrect application of cantonal law was insufficient.

Extrahierte Begründung

Under Arts. 42 and 106 BGG, a party must explain concisely how the contested decision violates federal law, and in cases involving cantonal law or fundamental rights a qualified, specific grievance is required. The appellants confined themselves to challenging the cantonal court's interpretation of the time-limit rules for a delay complaint.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged.

Extrahierter Entscheid

No court costs were levied.

Extrahierte Begründung

Because the case was dismissed in summary procedure, the court waived costs under Art. 66(1) second sentence BGG.

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