Non-entry for insufficiently reasoned social insurance appeal

8C_649/2011Bundesgericht / IV. öffentlich-rechtliche Abteilung07.10.2011Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court dealt with an appeal in an invalidity insurance matter against a cantonal judgment. It held that the appellant did not meet the federal reasoning requirements because he failed to engage concretely with the decisive grounds of the lower court and mainly repeated earlier submissions. The appeal was therefore not entered into under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG. No court costs were imposed, which rendered the request for free legal aid moot, but free legal representation was refused because the appeal was hopeless.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 1 and 2 BGG; Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; sufficiency of appeal reasoning. The appeal must, in a concise and issue-specific manner, engage with the decisive considerations of the challenged decision and demonstrate, with reference to the applicable grounds of appeal, which legal errors or manifest factual errors are alleged. Mere repetition of prior submissions or appellatory disagreement with the assessment of evidence does not satisfy the reasoning requirement. If the deficiency is patent, the court may decline to enter into the matter without setting a cure period. In such a case, waiver of court costs may render the request for legal aid moot, whereas free legal representation is to be refused if the remedy lacks prospects of success (consid. 1).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
8C_649/2011

Urteil vom 7. Oktober 2011
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Gerichtsschreiber Batz.

Verfahrensbeteiligte
F.________,
vertreten durch die Beratungsstelle X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons Zürich,
Röntgenstrasse 17, 8005 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung (Prozessvoraussetzung),

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich
vom 30. Juni 2011.

Nach Einsicht
in die Beschwerde des F.________ vom 9. September 2011 (Poststempel) gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 30. Juni 2011 sowie das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung,
in die nach Erlass der Verfügung des Bundesgerichts vom 12. September 2011 betreffend fehlende Beilagen am 22. September 2011 erfolgte Nachreichung der angeforderten Unterlagen,

in Erwägung,
dass ein Rechtsmittel gemäss Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG unter anderem die Begehren und deren Begründung zu enthalten hat, wobei in der Begründung in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt, ansonsten auf das Rechtsmittel nicht eingetreten wird (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG); Art. 95 ff. BGG nennen dabei die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe,
dass dabei konkret auf die für das Ergebnis des angefochtenen Entscheids massgeblichen Erwägungen der Vorinstanz einzugehen und im Einzelnen zu zeigen ist, welche Vorschriften und weshalb sie von der Vorinstanz verletzt worden sind (BGE 133 IV 286 E. 1.4 S. 287); eine rein appellatorische Kritik genügt nicht (vgl. BGE 136 I 65 E. 1.3.1 S. 68 und 134 II 244 E. 2.1 f. S. 245 f.; siehe auch Laurent Merz, Basler Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 2008, N. 53 sowie 56 f. zu Art. 42 BGG und dortige weitere Hinweise),
dass sich der Beschwerdeführer in seiner Eingabe vom 9. September 2011 mit den für das Ergebnis des angefochtenen Entscheids massgeblichen Erwägungen der Vorinstanz nicht in einer den gesetzlichen Anforderungen an die Begründungspflicht genügenden Weise auseinandersetzt, wobei in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen ist,
dass die beim Bundesgericht eingereichte Rechtsschrift bezüglich des materiellen Gehalts der Begründung weitgehende Wiederholungen der Beschwerde enthält, welche schon die seinerzeitige Rechtsvertreterin des Versicherten vor dem kantonalen Sozialversicherungsgericht eingereicht hat (BGE 134 II 244 E. 2.1 ff. S. 245 ff.),
dass der Beschwerdeführer zwar Berichte verschiedener, im vorinstanzlichen Entscheid zitierter Ärzte aufführt, denen er eigene Darlegungen bzw. eine nach seiner Auffassung zutreffende Beweiswürdigung gegenüberstellt, ohne indessen in konkreter und hinreichend substanziierter Weise aufzuzeigen, inwiefern das kantonale Gericht eine Rechtsverletzung gemäss Art. 95 f. BGG resp. eine entscheidwesentliche, offensichtlich unrichtige oder unvollständige Sachverhaltsfeststellung im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG begangen haben sollte (vgl. dazu statt vieler: Urteile 8C_511/2011 vom 4. August 2011, 8C_303/2011 vom 23. Mai 2011, 6B_836/2010 vom 4. Februar 2011 und 8C_914/2010 vom 7. Februar 2011 mit Hinweisen),
dass deshalb offensichtlich kein gültiges Rechtsmittel eingereicht worden ist, obwohl die fehlenden Beilagen gemäss Verfügung des Bundesgerichts vom 12. September 2011 nachgereicht wurden,
dass somit - ohne Ansetzung einer Nachfrist zur Verbesserung (BGE 134 II 244 E. 2.4 S. 247) - auf die Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht eingetreten werden kann,
dass es sich bei den gegebenen Verhältnissen rechtfertigt, von der Erhebung von Gerichtskosten für das bundesgerichtliche Verfahren abzusehen (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG), womit das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung gegenstandslos wird,
dass hingegen das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung schon infolge Aussichtslosigkeit der Rechtsvorkehr abzuweisen ist (Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG),
dass in den Fällen des Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und der Abteilungspräsident zuständig ist,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung wird abgewiesen.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 7. Oktober 2011
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Ursprung

Der Gerichtsschreiber: Batz

Schlagwörter

social insuranceinvalidity insuranceappeal admissibilityreasoning requirementnon-entrylegal aidfree legal representationcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal met the statutory reasoning requirements of the Federal Supreme Court Act.

Extrahierter Entscheid

No. The submission did not engage with the decisive reasoning of the cantonal judgment in a substantiated way.

Extrahierte Begründung

Under Art. 42 and 108 BGG, an appeal must state in concise form why the challenged decision violates law; merely repeating prior arguments or offering appellatory criticism is insufficient.

Kernrechtsfrage

Whether the appellant was entitled to free legal aid and representation.

Extrahierter Entscheid

Court costs were waived, so the request for free legal aid became moot; free legal representation was denied because the appeal had no prospects of success.

Extrahierte Begründung

Because the appeal was manifestly inadmissible, there was no basis for granted legal representation; the absence of court costs made the request for legal aid moot.

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