Non-formal appeal not cured; dismissal upheld

8C_612/2007Bundesgericht / IV. öffentlich-rechtliche Abteilung03.01.2008Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

S. appealed to the Federal Court against a cantonal ruling that had refused to enter into her complaint against SUVA because the filing was not in proper form and was not corrected within the extended deadline. The Federal Court held that the cantonal court correctly applied the formal requirements of Art. 61 lit. b ATSG and that the appellant could not rely on her lawyer's conduct to obtain restitution of the deadline under Art. 41 ATSG. The appeal was dismissed in simplified proceedings, and the appellant was ordered to pay CHF 500 in court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 61 lit. b ATSG; Art. 41 ATSG; Art. 109 Abs. 2 lit. a, Abs. 3 BGG; restitution of a missed appeal deadline due to counsel's conduct. The cantonal insurance court may refuse to enter into a submission that does not satisfy the formal requirements and is not cured within the period granted for rectification. Fault or omission of a freely chosen legal representative is attributable to the party and, as a rule, does not justify restitution of the deadline. Where the appeal is manifestly unfounded, the Federal Court may decide in simplified proceedings; costs follow the outcome under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
8C_612/2007

Urteil vom 3. Januar 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterinnen Widmer, Leuzinger,
Gerichtsschreiber Lanz.

Parteien
S.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), Fluhmattstrasse 1, 6004 Luzern,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Unfallversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, vom 18. September 2007.

Sachverhalt:
Mit Eingabe vom 21. Juni 2007 erklärte sich S.________ mit dem Einspracheentscheid der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) vom 13. Juni 2007 sinngemäss nicht einverstanden. Mit Entscheid vom 18. September 2007 trat das Verwaltungsgericht des Kantons Bern auf die Eingabe nicht ein, da keine formgerechte Beschwerde vorliege.

S.________ erhebt hiegegen Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten.

Die kantonalen Akten wurden eingeholt. Ein Schriftenwechsel wurde nicht durchgeführt.

Erwägungen:
1.
Die gesetzlichen Anforderungen an eine rechtsgültige Beschwerde an das kantonale Versicherungsgericht (Art. 61 lit. b ATSG) sind im angefochtenen Entscheid zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
2.
Die Vorinstanz begründet ihren Entscheid damit, die Eingabe vom 21. Juni 2007 genüge den gesetzlichen Anforderungen nicht und sei innert der vom Gericht am 19. Juli 2007 angesetzten und auf Gesuch der Versicherten hin am 10. August 2007 bis 31. August 2007 erstreckten Frist nicht verbessert worden. Auf die Eingabe sei daher nicht einzutreten.

Diese Beurteilung ist nicht zu beanstanden. Was in der Beschwerde vorgetragen wird, führt zu keiner anderen Betrachtungsweise.

Geltend gemacht wird einzig, die Beschwerdeführerin habe im kantonalen Verfahren einen Rechtsanwalt damit betraut, die Erstreckung der am 10. August 2007 angesetzten Frist zu beantragen. Der Rechtsanwalt habe um Fristerstreckung lediglich bis 31. August 2007 ersucht, obwohl er gewusst habe, dass die Beschwerdeführerin bis 2. September 2007 landesabwesend sei. Diese habe daher nicht fristgerecht reagieren können.

Das Verhalten des Rechtsvertreters hat sich die Beschwerdeführerin indessen anrechnen zu lassen. Es liesse sich daraus namentlich auch kein Grund für eine Wiederherstellung der versäumten Frist im Sinne von Art. 41 ATSG herleiten (vgl. BGE 114 V 67 E. 3 S. 74; Urteil I 889/06 vom 6. Juli 2007; Kieser, ATSG-Kommentar, N 5 zu Art. 41).
3.
Die Beschwerde ist somit offensichtlich unbegründet und im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 Abs. 2 lit. a und Abs. 3 BGG abzuweisen.
4.
Dem Verfahrensausgang entsprechend hat die Beschwerdeführerin die Kosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 3. Januar 2008
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Lanz

Schlagwörter

social insuranceappeal admissibilityformal requirementsdeadline restorationattribution of counsel conductcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the cantonal court correctly refused to enter into the appeal because no formal complaint was filed and the defect was not cured within the deadline.

Extrahierter Entscheid

Yes. The filing did not meet the statutory requirements, and the defect was not remedied within the extended time limit.

Extrahierte Begründung

The Federal Court agreed with the cantonal court that the submission of 21 June 2007 was insufficient under Art. 61 lit. b ATSG and remained uncorrected by 31 August 2007. The appellant's argument about her lawyer's conduct did not change this; the lawyer's behavior is attributable to her.

Kernrechtsfrage

Whether the missed deadline should be restored because the legal representative requested an extension only until 31 August 2007 although the appellant was abroad until 2 September 2007.

Extrahierter Entscheid

No. The representative's conduct is imputable to the appellant and does not justify restoration of the deadline under Art. 41 ATSG.

Extrahierte Begründung

A mistake or omission by the chosen representative does not constitute a ground for restitution in these circumstances.

Kernrechtsfrage

Costs of the federal proceedings

Extrahierter Entscheid

The appellant must bear the court costs.

Extrahierte Begründung

Costs follow the outcome of the case.

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