Appeal period starts with notice to counsel

8C_526/2009Bundesgericht / IV. öffentlich-rechtliche Abteilung23.06.2009Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A claimant challenged an IV-Stelle Uri decision, but the cantonal court had already refused to hear the complaint as late. The Federal Supreme Court held that the appeal period in social insurance matters begins, at the latest, when the decision is communicated to the professional representative, not when the represented party personally becomes aware of it. Since the complaint had been filed only on 27 December 2008 against a decision from 17 April 2008, the appeal was untimely. The federal appeal was dismissed and court costs of CHF 300 were charged to the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 60 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 38 Abs. 1 ATSG; Art. 65 in Verbindung mit Art. 21 Abs. 5 VRPV/UR; Beginn der Beschwerdefrist bei Vertretung: Die Rechtsmittelfrist läuft mit der Zustellung bzw. Kenntnisgabe an den beruflichen Vertreter an, unabhängig davon, wann der Vertretene selbst vom Entscheid erfährt. Die persönliche Kenntnisnahme des Betroffenen ist für den Fristbeginn unerheblich. Wird die Beschwerde erst nach Ablauf der 30-tägigen Frist erhoben, ist darauf nicht einzutreten bzw. sie abzuweisen; die Sache kann im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 BGG erledigt werden (vgl. auch Kostenfolgen nach Art. 66 BGG).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
8C_526/2009

Urteil vom 23. Juni 2009
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Leuzinger, Bundesrichter Frésard,
Gerichtsschreiber Grünvogel.

Parteien
A.________,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle Uri, 6460 Altdorf UR,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Uri, Verwaltungsrechtliche Abteilung, vom 15. Mai 2009.

Nach Einsicht
in den Entscheid des Obergerichts des Kantons Uri vom 15. Mai 2009, worin auf die am 27. Dezember 2008 gegen die Verfügung der IV-Stelle Uri vom 17. April 2008 erhobene Beschwerde, weil verspätet, nicht eingetreten wurde,
in die von A.________ dagegen erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten,

in Erwägung,
dass gegen Verfügungen der IV-Stelle gerichtete Beschwerden innerhalb von 30 Tagen nach der Eröffnung der Verfügung einzureichen sind (Art. 69 IVG in Verbindung mit Art. 56 und 60 Abs. 1 ATSG),
dass die Vorinstanz davon ausging, die fragliche Verfügung sei dem damaligen Rechtsvertreter von A.________ in der zweiten Hälfte April 2008 zur Kenntnis gebracht worden, womit in Anwendung der soeben dargelegten Bestimmungen die am 27. Dezember 2008 erhobene Beschwerde verspätet sei,
dass sich der Beschwerdeführer letztinstanzlich auf den Standpunkt stellt, für den Rechtsmittellauf sei allein der Zeitpunkt der persönlichen Kenntnisnahme des Entscheids durch den Betroffenen selbst entscheidend,
dass diese Auffassung indessen fehl geht, worauf bereits die Vorinstanz hingewiesen hat,
dass die Rechtsmittelfrist vielmehr (spätestens) mit der Mitteilung an den (beruflichen) Rechtsvertreter zu laufen beginnt (Art. 60 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 38 Abs. 1 ATSG; Art. 65 in Verbindung mit Art. 21 Abs. 5 VRPV/UR; BGE 118 V 190; 117 II 508 E. 2 S. 511; 115 Ia 12 E. 5c S. 20; RKUV 2006 Nr. U 577 S. 168 [U 99/05]; SZS 2002 S. 509 [C 168/00]), wobei unerheblich ist, ob und gegebenenfalls in welcher Form dieser alsdann den Vertretenen informiert,
dass daher die Angelegenheit im Verfahren nach Art 109 BGG zu erledigen ist und der Beschwerdeführer nach Art. 66 Abs. 1 und 3 BGG kostenpflichtig wird,
erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 300.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Obergericht des Kantons Uri, Verwaltungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 23. Juni 2009

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Grünvogel

Schlagwörter

appeal deadlinerepresentationnotice to counsellate filingsocial insurancenon-entrycourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the cantonal appeal against the IV-Stelle decision was filed within the statutory 30-day period.

Extrahierter Entscheid

No. The appeal period began at the latest with notice to the claimant's professional representative, so the appeal filed on 2008-12-27 was late.

Extrahierte Begründung

Under the applicable social insurance rules, the time limit runs from service of the decision; if a party is represented, notice to the attorney triggers the deadline, regardless of when the client personally learns of the decision.

Kernrechtsfrage

Whether the Federal Supreme Court should overturn the non-entry decision for late filing.

Extrahierter Entscheid

No. The lower court correctly applied the deadline rules and the appeal was therefore dismissed in summary proceedings.

Extrahierte Begründung

The appellant's view that only personal knowledge matters is contrary to law and established case law; the matter was disposed of under Article 109 BGG.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.