Legal aid refused for lack of prospects in IV appeal

8C_487/2008Bundesgericht / IV. öffentlich-rechtliche Abteilung06.08.2008Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court dismissed an appeal against a cantonal refusal of legal aid in an invalidity insurance dispute. It held that the denial of legal aid was separately appealable as an interim decision, but upheld the cantonal view that the underlying IV appeal was hopeless. The court relied on the MEDAS expert report, rejected alleged hearing and fact-finding errors, and found no basis for federal legal aid. The appellant was ordered to pay CHF 300 in court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG; refusal of legal aid as independently appealable interim decision; a denial of free legal assistance causes irreparable disadvantage, in particular where the continuation of the proceedings is conditioned on payment of an advance on costs. Art. 64 Abs. 1 BGG requires that the proceeding not appear hopeless; where the underlying complaint is manifestly unfounded, legal aid must be refused. In reviewing the prospect of success, the Federal Court applies its limited review of facts under Art. 97 Abs. 1 and Art. 105 Abs. 1 and 2 BGG; it will not disturb a well-founded evidentiary appraisal, especially where an expert report has full probative force and no substantiated procedural violation is shown.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
8C_487/2008

Urteil vom 6. August 2008
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichterin Widmer, Bundesrichter Lustenberger,
Gerichtsschreiberin Kopp Käch.

Parteien
T.________, Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher Vinzenz Schnell, Bahnhofstrasse 6, 3401 Burgdorf,

gegen

Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, Beschwerdegegner.

Gegenstand
Invalidenversicherung (unentgeltliche Rechtspflege),

Beschwerde gegen die Verfügung des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Mai 2008.

Nach Einsicht
in die Beschwerde vom 13. Juni 2008 gegen den das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wegen Aussichtslosigkeit des Rechtsmittels abweisenden Zwischenentscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Mai 2008 sowie das darin gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im bundesgerichtlichen Verfahren,

in Erwägung,
dass die Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege als nicht wieder gutzumachender Nachteil gilt (Felix Uhlmann, Basler Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, N 5 zu Art. 93 BGG), jedenfalls, wenn - wie hier - zugleich auch die Anhandnahme des Rechtsmittels von der Bezahlung eines Kostenvorschusses durch die gesuchstellende Partei abhängig gemacht wird (Urteil 8C_429/2008 vom 8. Juli 2008 E. 1 mit Hinweis; zur Rechtsprechung unter der Herrschaft des bis am 31. Dezember 2006 in Kraft gestandenen OG: BGE 128 V 199 E. 2b S. 202 mit Hinweisen), und daher als Zwischenentscheid mit Beschwerde selbständig anfechtbar ist (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG),
dass die Vorinstanz mit in allen Teilen überzeugender Begründung, auf die verwiesen wird (Art. 109 Abs. 3 BGG), erwogen hat, dass die bei ihr hängige Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 8. Februar 2008, mit welcher der Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung verneint worden ist, aussichtslos ist,
dass das kantonale Gericht aufgrund einer summarischen Prüfung der Aktenlage insbesondere gestützt auf das interdisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 25. September 2007 festgestellt hat, dass weder ein psychischer noch ein organischer Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen beruflichen Tätigkeit besteht, sondern dem Versicherten die Tätigkeit als Chemielaborant bei konsequenter Cannabis-Abstinenz sowie begleitender verhaltenstherapeutischer und medikamentöser Behandlung vollzeitlich und ohne Minderung der Leistungsfähigkeit zumutbar ist,
dass der Beschwerdeführer nichts vorbringt, was die vorinstanzliche Betrachtungsweise angesichts der eingeschränkten Kognition des Bundesgerichts (Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG) ernsthaft in Frage zu stellen vermag,
dass namentlich dem MEDAS-Gutachten zu Recht volle Beweiskraft zuerkannt worden ist und in der Absage der Schlafabklärung im Spital L.________ seitens der MEDAS keine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt, zumal der Versicherte diese Abklärung - wie aus dem Schreiben des Spitals L.________ vom 26. November 2007 hervorgeht - auch im eigenen Interesse nicht fortführen wollte,
dass zudem keine falsche Sachverhaltsfeststellung bezüglich Auflösung der beiden letzten Arbeitsverhältnisse vorliegt, sondern die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, dass der Beschwerdeführer das am 1. September 2004 angetretene Arbeitsverhältnis bei der Firma A.________ mit Schreiben vom 23. Februar 2006 wegen nicht optimaler Arbeitsbedingungen, fachlicher Unterforderung und mangelnder Befriedigung per Ende Mai 2006 und das am 17. Juli 2006 angetretene Arbeitsverhältnis bei der Firma S.________ aus persönlichen Gründen noch während der Probezeit per 20. September 2006 selber gekündigt hat,
dass sich aus dem neu aufgelegten Endbericht des Labors M.________ vom 14. Juli 2008 für die massgebenden Verhältnisse bis zum Verfügungszeitpunkt nichts ableiten lässt, weshalb die Frage der Zulässigkeit dieses Beweismittels (Art. 99 Abs. 1 BGG) offen gelassen werden kann,
dass das kantonale Gericht daher das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zu Recht wegen Aussichtslosigkeit des Rechtsmittels abgewiesen hat,
dass die vorliegende Beschwerde offensichtlich unbegründet und im vereinfachten Verfahren abzuweisen ist (Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG),
dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im bundesgerichtlichen Verfahren wegen Aussichtslosigkeit abzuweisen ist (Art. 64 Abs. 1 BGG),
dass die Gerichtskosten entsprechend dem Verfahrensausgang dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG),

erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 300.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien, der IV-Stelle Bern, der Ausgleichskasse der Schweizer Maschinenindustrie und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 6. August 2008
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Ursprung Kopp Käch

Schlagwörter

legal aidhopeless appealinvalidity insuranceexpert evidenceinterim decisioncourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the refusal of legal aid by the cantonal court was separately challengeable as an interim decision

Extrahierter Entscheid

Yes, because refusing legal aid causes an irreparable disadvantage, especially when the appeal is conditioned on an advance on costs.

Extrahierte Begründung

A denial of legal aid is immediately detrimental and therefore qualifies as an independently appealable interim decision under Art. 93(1)(a) BGG.

Kernrechtsfrage

Whether the cantonal court correctly found the underlying IV complaint to be hopeless

Extrahierter Entscheid

Yes, the Federal Court found no reason to doubt the cantonal court's assessment that the appeal against the IV decision had no prospects.

Extrahierte Begründung

The MEDAS interdisciplinary report had full evidentiary value; no relevant factual error or hearing violation was shown, and the claimant's remaining arguments did not undermine the assessment of employability.

Kernrechtsfrage

Whether federal legal aid should be granted for the present proceedings

Extrahierter Entscheid

No, because the complaint itself was devoid of prospects.

Extrahierte Begründung

Since the appeal was manifestly unfounded, the statutory requirement of non-harmless prospects for legal aid was not met.

Kernrechtsfrage

Allocation of federal court costs

Extrahierter Entscheid

Court costs were imposed on the losing appellant.

Extrahierte Begründung

Costs follow the outcome of the proceedings.

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