Appeal inadmissible for insufficient reasoning and request

8C_445/2011Bundesgericht / IV. öffentlich-rechtliche Abteilung22.06.2011Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

D.________ filed a federal appeal against a judgment of the Insurance Court of the Canton of Aargau in an unemployment-insurance matter. The Federal Supreme Court held that the submission did not satisfy the statutory requirements of reasoning and did not contain a proper request. Because the appellant failed to address the decisive grounds of the cantonal decision and raised only appellatory criticism, the appeal was manifestly inadmissible under the simplified procedure. The court therefore did not enter into the appeal and exceptionally waived court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 42 paras. 1-2 BGG, Art. 108 para. 1 lit. b BGG; admissibility of a federal appeal in simplified procedure: the statement of grounds must specifically engage with the decisive reasons of the challenged decision and identify the alleged violations; abstract or merely appellatory criticism does not suffice. The appeal must also contain a legally adequate request. If these requirements are manifestly lacking, the court may refuse to enter without setting a cure period. Cost waiver may be ordered exceptionally under Art. 66 para. 1 second sentence BGG.

Gesamter Gesetzestext

8C_445/2011 {T 0/2}

Urteil vom 22. Juni 2011
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Gerichtsschreiber Batz.

Verfahrensbeteiligte
D.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Öffentliche Arbeitslosenkasse des Kantons Aargau, Bahnhofstrasse 78, 5000 Aarau,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Arbeitslosenversicherung (Prozessvoraussetzung),

Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau
vom 26. April 2011.

Nach Einsicht
in die Beschwerde des D.________ vom 3. Juni 2011 (Datum des Poststempels) gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau vom 26. April 2011,

in Erwägung,
dass ein Rechtsmittel gemäss Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG unter ande-rem die Begehren und deren Begründung mit Angabe der Beweis-mittel zu enthalten hat, wobei in der Begründung in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt, ansonsten auf das Rechtsmittel nicht eingetreten wird (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG); Art. 95 ff. BGG nennen dabei die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe,
dass dabei konkret auf die für das Ergebnis des angefochtenen Entscheids massgeblichen Erwägungen der Vorinstanz einzugehen und im Einzelnen zu zeigen ist, welche Vorschriften und weshalb sie von der Vorinstanz verletzt worden sind (BGE 133 IV 286 E. 1.4 S. 287); eine rein appellatorische Kritik genügt nicht (vgl. BGE 136 I 65 E. 1.3.1 S. 68 und 134 II 244 E. 2.3 S. 246 f.; vgl. auch Laurent Merz, in: Basler Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 2008, N. 53 sowie 56 f. zu Art. 42 BGG und dortige weitere Hinweise),
dass sich der Beschwerdeführer in seiner Eingabe vom 3. Juni 2011 mit den für das Ergebnis des angefochtenen Entscheids massgeb-lichen Erwägungen der Vorinstanz nicht in einer den gesetzlichen Anforderungen an die Begründungspflicht genügenden Weise ausein-andersetzt, indem er namentlich weder rügt noch aufzeigt, inwiefern das kantonale Gericht in seinen Erwägungen eine Rechtsverletzung gemäss Art. 95 f. BGG bzw. eine entscheidwesentliche, offensichtlich unrichtige oder unvollständige Sachverhaltsfeststellung im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG begangen haben sollte,
dass dieser Begründungsmangel offensichtlich ist (Art. 108 Abs. 1 lit.b BGG),
dass die Eingabe des Beschwerdeführers überdies kein rechtsge-nügliches Begehren enthält (Art. 42 Abs. 1 BGG; vgl. BGE 133 III 489 E 3.1 S. 489 f.; 132 III 186 E. 1.2 S. 188; 130 III 136 E. 1.2 S. 139; 125 III 412 E. 1b S. 414 mit Hinweisen),
dass demnach, bei allem Verständnis für die Lage des Beschwerde-führers, kein gültiges Rechtsmittel eingereicht worden ist,
dass somit - ohne Ansetzung einer Nachfrist zur Verbesserung (BGE 134 II 244 E. 2.4 S. 247) - auf die Beschwerde nicht eingetreten werden kann,
dass es sich bei den gegebenen Verhältnissen rechtfertigt, von der Erhebung von Gerichtskosten für das bundesgerichtliche Verfahren ausnahmsweise abzusehen (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG),
dass in den Fällen des Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und der Abteilungspräsident zuständig ist,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons Aargau, dem Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) und dem Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) des Kantons Aargau schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 22. Juni 2011

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Batz

Schlagwörter

inadmissibilityreasoned appealrequest for reliefsimplified procedurecourt costssocial insurance

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal met the Federal Supreme Court's reasoning and request requirements

Extrahierter Entscheid

No. The submission did not adequately engage with the decisive reasoning of the cantonal judgment and contained no legally sufficient request.

Extrahierte Begründung

Under Art. 42 paras. 1-2 BGG, an appeal must state requests and reasons. The appellant failed to show any violation of federal law or any obviously incorrect fact-finding under Art. 95 ff. and Art. 97 para. 1 BGG; mere appellatory criticism is insufficient.

Kernrechtsfrage

Whether the court should grant a grace period to cure the defect

Extrahierter Entscheid

No. The deficiency was obvious, so no time limit to cure was set.

Extrahierte Begründung

Where the inadmissibility ground under Art. 108 para. 1 lit. b BGG is obvious, the court may decide without setting a cure period.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged

Extrahierter Entscheid

No court costs were levied exceptionally in view of the circumstances.

Extrahierte Begründung

The court exercised its discretion under Art. 66 para. 1 second sentence BGG to waive costs.

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