Non-entry for inadequate appeal reasoning

8C_436/2010Bundesgericht / IV. öffentlich-rechtliche Abteilung25.06.2010Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

O.________ appealed a cantonal non-entry decision in an accident insurance case against SUVA. The Federal Court held that the appeal did not satisfy the formal requirements of Art. 42 BGG because it lacked a proper request and a case-specific legal reasoning; the appellant had not shown why the cantonal court should have entered into the matter. Despite a prior notice from the court about the defects and the possibility of cure within the appeal period, the deficiency remained. The court therefore did not enter into the appeal under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG, waived court costs, and declared the request for free legal aid moot.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 1 and 2 BGG; Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; formal requirements of the appeal against a cantonal non-entry decision. An appeal must contain a clear request and a concise, case-related reasoning showing in what respect the contested decision violates federal law. When a party challenges a non-entry decision, it is insufficient to discuss only the underlying merits; the submission must specifically address the reasons for non-entry and explain why the lower court should have entered into the case. Failure to do so renders the appeal manifestly inadmissible and justifies summary non-entry in simplified proceedings (consid. 1).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
8C_436/2010

Urteil vom 25. Juni 2010
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Gerichtsschreiber Batz.

Verfahrensbeteiligte
O.________, Portugal,
Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), Fluhmattstrasse 1, 6004 Luzern,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Unfallversicherung (Prozessvoraussetzung),

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Obwalden
vom 27. April 2010.

Nach Einsicht
in die Beschwerde des O.________ vom 17. Mai 2010 (Poststempel) gegen den Nichteintretensentscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Obwalden vom 27. April 2010 und das sinngemässe Gesuch um unentgeltliche Prozessführung,
in die Mitteilung des Bundesgerichts an O.________ vom 20. Mai 2010, wonach seine Beschwerde die gesetzlichen Formerfordernisse hinsichtlich Antrag und Begründung nicht zu erfüllen scheine und eine Verbesserung nur innert der Beschwerdefrist möglich sei,
in die daraufhin von O.________ dem Bundesgericht zugestellte Eingabe vom 1. Juni 2010,

in Erwägung,
dass ein Rechtsmittel gemäss Art. 42 Abs. 1 BGG unter anderem die Begehren und deren Begründung mit Angabe der Beweismittel enthalten muss, wobei im Rahmen der Begründung in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt (Art. 42 Abs. 2 BGG); die Vorbringen müssen sachbezogen sein, damit aus der Beschwerdeschrift ersichtlich ist, in welchen Punkten und weshalb der angefochtene Entscheid beanstandet wird (vgl. BGE 131 II 449 E. 1.3 S. 452; 123 V 335 E. 1 S. 337 f. mit weiteren Hinweisen),
dass nach der Rechtsprechung eine Beschwerdeschrift, welche sich bei der Anfechtung von vorinstanzlichen Nichteintretensentscheiden lediglich mit der materiellen Seite des Falles auseinandersetzt, keine sachbezogene Begründung aufweist und damit keine rechtsgenügliche Beschwerde darstellt (vgl. BGE 123 V 335; 118 Ib 134; ARV 2002 Nr. 7 S. 61 E. 2; RKUV 1998 Nr. U 299 S. 337),
dass die Eingaben des Beschwerdeführers vom 17. Mai und 1. Juni 2010 den vorerwähnten Anforderungen mit Bezug auf ein rechtsgenügliches Begehren sowie eine sachbezogene Begründung offensichtlich nicht gerecht werden, wobei sich der Versicherte namentlich nicht in hinreichender Weise mit der prozessualen Erledigung durch die Vorinstanz auseinandersetzt und insbesondere nicht darlegt, weshalb das erstinstanzliche Gericht auf das Rechtsmittel hätte eintreten müssen und demzufolge der kantonale Nichteintretensentscheid zu Unrecht ergangen sein sollte,
dass demnach keine gültige Beschwerde eingereicht worden ist, obwohl das Bundesgericht den Versicherten auf die Formerfordernisse von Rechtsmitteln und die nur innert der Beschwerdefrist noch mögliche Verbesserung der mangelhaften Eingabe am 20. Mai 2010 eigens hingewiesen hat,
dass somit auf die - offensichtlich unzulässige - Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht eingetreten werden kann,
dass es sich bei den gegebenen Verhältnissen rechtfertigt, von der Erhebung von Gerichtskosten für das bundesgerichtliche Verfahren umständehalber abzusehen (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG), weshalb sich das sinngemässe Begehren um unentgeltliche Prozessführung als gegenstandslos erweist,
dass in den Fällen des Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und der Abteilungspräsident zuständig ist,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Obwalden und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 25. Juni 2010
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Batz

Schlagwörter

formal requirementsinadmissibilitynon-entry decisionreasoning dutycourt costsfree legal aidsimplified proceedings

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal appeal met the formal requirements of Art. 42 BGG

Extrahierter Entscheid

The appeal did not contain an adequate request or a case-related, legally sufficient reasoning.

Extrahierte Begründung

The appellant failed to explain why the cantonal court should have entered into the case and instead addressed the merits. Even after being alerted to the defects, the submission was not cured within time.

Kernrechtsfrage

Whether the appeal could be entered into under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG

Extrahierter Entscheid

No entry could be made because the appeal was manifestly inadmissible.

Extrahierte Begründung

The deficient submissions did not satisfy the statutory minimal pleading requirements, so simplified non-entry was appropriate.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged and whether free legal aid became moot

Extrahierter Entscheid

No court costs were charged; the request for free legal aid became moot.

Extrahierte Begründung

Given the circumstances, the court waived costs under Art. 66 Abs. 1 sentence 2 BGG, which made the request for free legal aid moot.

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