Federal complaint inadmissible for insufficient reasoning

8C_429/2012Bundesgericht / IV. öffentlich-rechtliche Abteilung30.05.2012Inadmissible

Zusammenfassung

The Federal Supreme Court held that the appellant’s submissions did not satisfy the formal requirements for an appeal against the cantonal court’s non-entry decision. They did not contain a sufficiently reasoned, case-related challenge showing why the cantonal court should have entered the matter. The court therefore refused to consider the filings in simplified procedure. It also waived court costs.

Regest

Art. 42 Abs. 1-2 BGG; Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; appeal against a non-entry decision. An appeal must contain specific requests and a concise, case-related reasoning showing how the contested decision violates federal law. Where a lower court has issued a non-entry decision, it is not sufficient to argue only the substantive merits of the underlying dispute; the appellant must address the procedural inadmissibility and demonstrate why the lower court was obliged to enter the appeal. Submissions failing to do so do not constitute a valid appeal and are not considered (consid. 1). Under Art. 66 Abs. 1 sentence 2 BGG, the court may waive costs in simplified procedure (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
8C_429/2012

Urteil vom 30. Mai 2012
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Gerichtsschreiber Batz.

Verfahrensbeteiligte
M.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle Bern,
Chutzenstrasse 10, 3007 Bern,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung (Prozessvoraussetzung),

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern
vom 5. April 2012.

Nach Einsicht
in den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, vom 5. April 2012, mit dem auf die Beschwerde der M.________ vom 6. März 2012 (Postaufgabe: 9. März 2012) infolge Fristversäumnisses nicht eingetreten wurde,
in die dem Bundesgericht vom Verwaltungsgericht des Kantons Bern zuständigkeitshalber überwiesenen Eingaben der M.________ vom 21.-24. April 2012 sowie vom 1., 4. und 10. Mai 2012,
in die Mitteilung des Bundesgerichts an M.________ vom 22. Mai 2012, wonach betreffend die dem Gericht überwiesenen Eingaben ein Beschwerdedossier eröffnet worden ist,
in die dem Bundesgericht vom Verwaltungsgericht des Kantons Bern überwiesenen weiteren Eingaben der M.________ vom 15./22. und 23./24. Mai 2012,

in Erwägung,
dass ein Rechtsmittel gemäss Art. 42 Abs. 1 BGG unter anderem die Begehren und deren Begründung mit Angabe der Beweismittel zu enthalten hat, wobei in der Begründung in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt (Art. 42 Abs. 2 BGG); die Vorbringen müssen sachbezogen sein, damit aus der Beschwerdeschrift ersichtlich ist, in welchen Punkten und weshalb der angefochtene Entscheid beanstandet wird (vgl. BGE 131 II 449 E. 1.3 S. 452; 123 V 335 E. 1 S. 337 f. mit weiteren Hinweisen),
dass nach der Rechtsprechung eine Beschwerdeschrift, welche sich bei der Anfechtung von vorinstanzlichen Nichteintretensentscheiden lediglich mit der materiellen Seite des Falles auseinandersetzt, keine sachbezogene Begründung aufweist und damit keine rechtsgenügliche Beschwerde darstellt (vgl. BGE 123 V 335; 118 Ib 134; ARV 2002 Nr. 7 S. 61 E. 2; RKUV 1998 Nr. U 299 S. 337),
dass die Eingaben der Beschwerdeführerin den genannten Anforderungen mit Bezug auf ein rechtsgenügliches Begehren sowie eine sachbezogene Begründung offensichtlich nicht gerecht werden, wobei sich die Versicherte namentlich nicht in hinreichender Weise mit der prozessualen Erledigung durch die Vorinstanz auseinandersetzt und insbesondere nicht darlegt, weshalb das erstinstanzliche Gericht auf das Rechtsmittel hätte eintreten müssen und demzufolge der kantonale Nichteintretensentscheid zu Unrecht ergangen sein sollte,
dass deshalb im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG auf die kein gültiges Rechtsmittel bildenden Eingaben nicht einzutreten ist und in Anwendung von Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet wird,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Eingaben der Beschwerdeführerin wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 30. Mai 2012
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Ursprung

Der Gerichtsschreiber: Batz

Schlagwörter

admissibilityreasoned appealnon-entry decisionsimplified proceduresocial insurancecourt costs