Appeal inadmissible for insufficient reasoning and no proper request

8C_424/2011Bundesgericht / IV. öffentlich-rechtliche Abteilung22.06.2011Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court dismissed the unemployment insurance appeal as inadmissible because the appellant did not adequately engage with the cantonal court's decisive reasoning and failed to formulate a proper request. The court held that the defects were obvious and thus decided the matter in simplified procedure without granting a time limit to cure the deficiencies. In view of the circumstances, no court costs were levied.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 1 and 2 BGG; Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; admissibility of the federal appeal: the appeal must contain specific prayers for relief and a reasoned challenge directed against the decisive grounds of the contested decision. The appellant must demonstrate, in a concise and concrete manner, which federal provisions were violated or why the factual findings are manifestly incorrect or incomplete; purely appellatory criticism is insufficient (consid. 1). If these requirements are not met in an obvious way, the court may issue a non-entry decision in the simplified procedure without setting a cure period. Costs may exceptionally be waived under Art. 66 Abs. 1 sentence 2 BGG (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

8C_424/2011 {T 0/2}

Urteil vom 22. Juni 2011
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Gerichtsschreiber Batz.

Verfahrensbeteiligte
J.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Arbeitslosenkasse des Kantons Thurgau, Zürcherstrasse 285, 8510 Frauenfeld,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Arbeitslosenversicherung (Prozessvoraussetzung),

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau
vom 27. April 2011.

Nach Einsicht
in die Beschwerde des J.________ vom 30. Mai 2011 (Datum des Poststempels) gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 27. April 2011,

in Erwägung,
dass ein Rechtsmittel gemäss Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG unter ande-rem die Begehren und deren Begründung zu enthalten hat, wobei in der Begründung in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt, ansonsten auf das Rechtsmittel nicht eingetreten wird (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG); Art. 95 ff. BGG nennen dabei die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe,
dass dabei konkret auf die für das Ergebnis des angefochtenen Entscheids massgeblichen Erwägungen der Vorinstanz einzugehen und im Einzelnen zu zeigen ist, welche Vorschriften und weshalb sie von der Vorinstanz verletzt worden sind (BGE 133 IV 286 E. 1.4 S. 287); eine rein appellatorische Kritik genügt nicht (vgl. BGE 136 I 65 E. 1.3.1 S. 68 und 134 II 244 E. 2.3 S. 246 f.; vgl. auch Laurent Merz, in: Basler Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 2008, N. 53 sowie 56 f. zu Art. 42 BGG und dortige weitere Hinweise),
dass sich der Beschwerdeführer in seiner Eingabe vom 30. Mai 2011 mit den für das Ergebnis des angefochtenen Entscheids massgeb-lichen Erwägungen der Vorinstanz nicht in einer den gesetzlichen Anforderungen an die Begründungspflicht genügenden Weise ausein-andersetzt, indem er namentlich weder rügt noch aufzeigt, inwiefern das kantonale Gericht in seinen Erwägungen eine Rechtsverletzung gemäss Art. 95 f. BGG bzw. eine entscheidwesentliche, offensichtlich unrichtige oder unvollständige Sachverhaltsfeststellung im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG begangen haben sollte,
dass dieser Begründungsmangel offensichtlich ist (Art. 108 Abs. 1 lit.b BGG),
dass die Eingabe des Beschwerdeführers überdies kein rechtsge-nügliches Begehren enthält (Art. 42 Abs. 1 BGG; vgl. BGE 133 III 489 E 3.1 S. 489 f.; 132 III 186 E. 1.2 S. 188; 130 III 136 E. 1.2 S. 139; 125 III 412 E. 1b S. 414 mit Hinweisen),
dass demnach, bei allem Verständnis für die Lage des Beschwerde-führers, kein gültiges Rechtsmittel eingereicht worden ist,
dass somit - ohne Ansetzung einer Nachfrist zur Verbesserung (BGE 134 II 244 E. 2.4 S. 247) - auf die Beschwerde nicht eingetreten werden kann,
dass es sich bei den gegebenen Verhältnissen rechtfertigt, von der Erhebung von Gerichtskosten für das bundesgerichtliche Verfahren ausnahmsweise abzusehen (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG),
dass in den Fällen des Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und der Abteilungspräsident zuständig ist,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau, dem Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) und dem Amt für Wirtschaft und Arbeit, Arbeitslosenkasse, schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 22. Juni 2011

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Batz

Schlagwörter

admissibilityreasoning requirementprayer for reliefnon-entrysimplified procedurecourt costsunemployment insurance

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal appeal met the admissibility requirements of Art. 42 BGG and Art. 108 BGG

Extrahierter Entscheid

No. The appeal did not sufficiently address the decisive reasoning of the cantonal court and did not contain a legally adequate request.

Extrahierte Begründung

The appellant failed to show, in a concise form, how the lower court violated federal law or made an obviously incorrect factual finding; mere appellate criticism is insufficient. The deficiency was obvious, so the appeal could be decided summarily without granting a cure period.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged

Extrahierter Entscheid

No court costs were imposed exceptionally in view of the circumstances.

Extrahierte Begründung

The court exercised discretion under Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG and waived costs.

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