Non-entry for insufficiently reasoned appeal in accident insurance case

8C_417/2012Bundesgericht / IV. öffentlich-rechtliche Abteilung30.05.2012Dismissed

Zusammenfassung

The claimant appealed a cantonal social insurance judgment in an accident insurance matter, but his filing lacked both a proper request and a sufficient legal reasoning. The Federal Supreme Court held that the requirements of Art. 42 BGG were not met because the appellant did not address the decisive considerations of the lower court or show an error under Arts. 95 and 97 BGG. The court therefore did not enter into the appeal under Art. 108(1)(b) BGG, without setting a cure period. Owing to the circumstances, it exceptionally waived court costs.

Regest

Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG; Art. 95 ff. BGG; Art. 97 BGG; Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG: Eintreten auf eine Beschwerde setzt ein rechtsgenügliches Begehren und eine hinreichende Begründung voraus. Die beschwerdeführende Partei hat in gedrängter Form aufzuzeigen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt; es genügt nicht, bloss die eigene Sicht darzulegen oder die vorinstanzlichen Erwägungen zu übergehen. Fehlt eine solche Auseinandersetzung mit den tragenden Entscheidgründen, ist auf das Rechtsmittel ohne Nachfristansetzung nicht einzutreten. Im Verfahren nach Art. 108 BGG entscheidet der Abteilungspräsident im vereinfachten Verfahren. Gerichtskosten können ausnahmsweise erlassen werden (vgl. consid. 1).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
8C_417/2012

Urteil vom 30. Mai 2012
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Gerichtsschreiber Batz.

Verfahrensbeteiligte
L.________,
Beschwerdeführer,

gegen

SWICA Versicherungen AG,
Römerstrasse 38, 8400 Winterthur,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Unfallversicherung (Prozessvoraussetzung),

Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau
vom 21. März 2012.

Nach Einsicht
in die Beschwerde des L.________ vom 30. April 2012 (Poststempel) gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau vom 21. März 2012,
in die nach Erlass der Verfügung des Bundesgerichts vom 3. Mai 2012 betreffend fehlende Beilage (vorinstanzlicher Entscheid) am 14. Mai 2012 (Poststempel) erfolgte Nachreichung des angefochtenen Entscheides,

in Erwägung,
dass ein Rechtsmittel gemäss Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG unter anderem die Begehren und deren Begründung mit Angabe der Beweismittel zu enthalten hat, wobei in der Begründung in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt; Art. 95 ff. BGG nennen dabei die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe,
dass die Beschwerde vom 30. April 2012 den vorgenannten Erfordernissen offensichtlich nicht gerecht wird, da sie kein rechtsgenügliches Begehren und auch keine ausreichende Begründung enthält, indem sich der Versicherte mit den für das Ergebnis des angefochtenen Entscheids massgeblichen Erwägungen der Vorinstanz nicht in einer den gesetzlichen Anforderungen an die Begründungspflicht genügenden Weise auseinandersetzt und namentlich weder rügt noch aufzeigt, inwiefern das kantonale Gericht mit seinen Erwägungen im Sinne von Art. 95 f. BGG Recht verletzt bzw. - soweit überhaupt beanstandet - den Sachverhalt gemäss Art. 97 BGG unrichtig oder unvollständig festgestellt haben sollte,
dass deshalb, bei allem Verständnis für die Lage des Beschwerdeführers, kein gültiges Rechtsmittel erhoben worden ist, obwohl der angefochtene vorinstanzliche Entscheid gemäss Verfügung des Bundesgerichts vom 3. Mai 2012 nachgereicht worden ist,
dass somit - ohne Ansetzung einer Nachfrist zur Verbesserung (BGE 134 II 244 E. 2.4 S. 247) - auf die Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht eingetreten werden kann,

dass es sich bei den gegebenen Verhältnissen rechtfertigt, von der Erhebung von Gerichtskosten für das bundesgerichtliche Verfahren ausnahmsweise abzusehen (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG),
dass in den Fällen des Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und der Abteilungspräsident zuständig ist,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons Aargau und dem Bundesamt für Gesundheit schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 30. Mai 2012
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Ursprung

Der Gerichtsschreiber: Batz

Schlagwörter

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