Non-entry for deficient appeal in unemployment insurance case

8C_275/2009Bundesgericht / IV. öffentlich-rechtliche Abteilung24.04.2009Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

R.________ appealed a cantonal non-entry decision in unemployment insurance. The Federal Court held that the appeal did not satisfy the statutory reasoning requirements because it only addressed the merits and did not explain why the lower court should have entered into the matter. Although the missing cantonal decision was later filed, no timely correction of the defective appeal reasoning was made. The Court therefore did not enter into the appeal under the simplified procedure and waived court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 1 and 2 BGG; Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; defective appeal reasoning in case of a non-entry decision. A legal remedy must contain requests and a reasoning showing, in concise form, how the challenged act violates federal law. Where the appeal is directed against a non-entry decision, a submission dealing only with the substantive merits is not sufficient; the appellant must specifically address the grounds for non-entry (consid. 1). A deficient reasoning may only be corrected within the appeal period; the later submission of missing annexes under Art. 42 Abs. 5 and 6 BGG does not cure an insufficient legal reasoning (consid. 1). If these requirements are not met, the Federal Court may declare the appeal inadmissible in the simplified procedure under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
8C_275/2009

Urteil vom 24. April 2009
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Gerichtsschreiber Batz.

Parteien
R.________, Beschwerdeführerin,

gegen

Unia Arbeitslosenkasse, Zentralverwaltung, Strassburgstrasse 11, 8004 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Arbeitslosenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau
vom 24. Februar 2009.

Nach Einsicht
in die Beschwerde der R.________ vom 21. März 2009 (Poststempel) gegen den Nichteintretensentscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau vom 24. Februar 2009,
in die nach Erlass der Verfügung des Bundesgerichts vom 23. März 2009 betreffend fehlende Beilagen am 26. März 2009 erfolgte Nachreichung des vorinstanzlichen Entscheides,
in die Mitteilung des Bundesgerichts an R.________ vom 27. März 2009, wonach ihre Beschwerde die gesetzlichen Formerfordernisse nicht zu erfüllen scheine und eine Verbesserung nur innert der Be- schwerdefrist möglich sei,

in Erwägung,
dass ein Rechtsmittel gemäss Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG unter anderem die Begehren und deren Begründung zu enthalten hat, wobei in der Begründung in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt,
dass nach der Rechtsprechung eine Beschwerdeschrift, welche sich bei Nichteintretensentscheiden lediglich mit der materiellen Seite des Falles auseinandersetzt, keine sachbezogene Begründung aufweist und damit keine rechtsgenügliche Beschwerde darstellt (BGE 123 V 335; 118 Ib 134; ARV 2002 Nr. 7 S. 61 E. 2; vgl. auch BGE 134 II 244),
dass die Beschwerdeführerin in keiner Weise darlegt, weshalb die Vorinstanz auf die Beschwerde hätte eintreten sollen,
dass zwar eine Nachreichung des mit Verfügung vom 23. März 2009 einverlangten vorinstanzlichen Entscheides erfolgt ist, jedoch keine Verbesserung der Eingabe vom 21. März 2009 vorgenommen wurde, obwohl das Bundesgericht die Beschwerdeführerin in der Mitteilung vom 27. März 2009 auf die Formerfordernisse des Rechtsmittels und die nur innert der Beschwerdefrist noch mögliche Verbesserung desselben hingewiesen hatte,
dass mithin kein gültiges Rechtsmittel vorliegt,
dass das Ansetzen einer Nachfrist zur Verbesserung der mangelhaften Rechtsschrift im Sinne von Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG - im Gegensatz zur Nachreichung der fehlenden Beilagen (Art. 42 Abs. 5 und 6 BGG; vgl. BGE 130 I 312 E. 1.3.1 S. 320; 123 II 359 E. 6b/bb S. 369; 118 Ib 134 E. 2; je mit Hinweis) - ausser Betracht fällt (BGE 134 II 244 E. 2.4.2 S. 247 f.),
dass somit auf die - offensichtlich unzulässige - Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht einzutreten ist,
dass es sich bei den gegebenen Verhältnissen rechtfertigt, von der Erhebung von Gerichtskosten für das bundesgerichtliche Verfahren ausnahmsweise abzusehen (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG),
dass in den Fällen des Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und der Abteilungspräsident zuständig ist,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons Aargau, dem Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Aargau (AWA) und dem Staatssekretariat für Wirtschaft schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 24. April 2009
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Batz

Schlagwörter

unemployment insuranceinadmissibilityreasoned appealnon-entry decisionformal requirementssimplified procedurecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal met the formal reasoning requirements of Art. 42 BGG.

Extrahierter Entscheid

The appeal did not contain a sufficient, case-specific legal reasoning and was therefore not a valid legal remedy.

Extrahierte Begründung

The appellant merely addressed the merits and did not explain why the cantonal court should have entered into the matter; the later submission only supplied the missing lower-court decision, not a corrected appeal within the time limit.

Kernrechtsfrage

Whether a deadline extension should be granted to cure the defective appeal brief.

Extrahierter Entscheid

No additional deadline for substantive correction was available; only missing annexes could be supplemented, not the deficient reasoning after expiry of the appeal period.

Extrahierte Begründung

Under Art. 42 BGG, defects in reasoning must be cured within the appeal period, whereas later filing of missing documents is treated separately.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged for the federal proceedings.

Extrahierter Entscheid

Court costs were exceptionally waived in view of the circumstances.

Extrahierte Begründung

The court exercised its discretion under Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG and refrained from imposing costs.

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