Unfitness for placement due to conduct and legal aid refusal

8C_259/2009Bundesgericht / IV. öffentlich-rechtliche Abteilung05.05.2009Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court dismissed the insured person’s complaint against the Basel-Stadt Social Insurance Court. It held that the cantonal court was entitled to confirm unemployment insurance placement unfitness based on the appellant’s persistent disruptive behavior toward her former employer, in work programs, and in dealings with insurance contacts. The Court found no basis to disturb the factual findings or to require further evidence. Because the appeal had no prospects of success, free legal aid was refused; however, no court costs were levied.

Omnilex-Regeste

Art. 15 Abs. 1 AVIG; placement unfitness may be affirmed where a claimant’s conduct makes successful placement objectively unrealistic, in particular because of persistent socially inappropriate behavior affecting employability and workplace relations. Under Art. 95 and Art. 105 Abs. 2 BGG, the Federal Supreme Court departs from cantonal fact-finding only if it is manifestly incorrect or based on a legal error; mere appellatory criticism is insufficient. The cantonal court may, by anticipatory appraisal of evidence, dispense with further evidentiary measures when the file already permits a reliable assessment. In simplified proceedings under Art. 109 Abs. 2 lit. a and Abs. 3 BGG, a manifestly unfounded complaint is dismissed; legal aid under Art. 64 Abs. 1 BGG requires arguable prospects of success.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
8C_259/2009

Urteil vom 5. Mai 2009
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Bundesrichter Frésard, Maillard,
Gerichtsschreiber Grünvogel.

Parteien
S.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Kantonale Amtsstelle für Arbeitslosenversicherung Basel-Stadt, Hochstrasse 37, 4053 Basel,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Arbeitslosenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts Basel-Stadt vom 18. Februar 2009.

Nach Einsicht
in die am 15. März 2009 (Poststempel) gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts Basel-Stadt vom 18. Februar 2009 erhobene Beschwerde von S.________ und das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege vom 14. April 2009,
in die Akten der Vorinstanz,

in Erwägung,
dass die Vorinstanz in einlässlicher Würdigung der Parteivorbringen und der Beweismittel zum Schluss gelangte, die Versicherte habe durch ihr Verhalten ihre Aussichten auf eine Anstellung derart gefährdet, dass dies einer Vermittlungsunfähigkeit im Sinne von Art. 15 Abs 1 AVIG gleichkomme,
dass die Versicherte gemäss Feststellungen im angefochtenen Entscheid bei der letzten ordentlichen Arbeitgeberin durch ihre renitente und aufbrausende Art trotz verschiedenster Bemühungen von Seiten der Arbeitgeberin zur Verbesserung der Situation den Betriebsfrieden dauerhaft derart empfindlich gestört habe, dass damit eine ordnungsgemässe Arbeitserfüllung der ganzen Abteilung gefährdet worden sei und zudem ein überdurchschnittlich grosser Betreuungsaufwand erforderlich gewesen sei, was schliesslich zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses geführt habe,
dass die Versicherte in der Folge in allen drei vom Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum angeordneten Beschäftigungsprogrammen wie auch gegenüber den Bezugspersonen der Arbeitslosenversicherung ein Verhalten an den Tag gelegt habe, das selbst für einen entgegenkommenden Arbeitgeber über kurz oder lang nicht tragbar sei,
dass deshalb die Kantonale Amtsstelle für Arbeitslosenversicherung in Anlehnung an die Rechtsprechung zur Verneinung der Vermittlungsfähigkeit von Personen mit ansonsten vorhandener Arbeitsfähigkeit wegen fehlender sozialer Eignung (BGE 109 V 275 E. 2c S. 277; Urteil C 341/01 vom 8. April 2002) die Versicherte nach Abbruch der dritten arbeitsmarktlichen Massnahme für vermittlungsunfähig habe einstufen dürfen,
dass die Beschwerdeführerin letztinstanzlich nichts vorbringt, was den vorinstanzlichen Entscheid als rechtswidrig erscheinen lassen könnte,
dass sich ihre Ausführungen vielmehr im Wesentlichen in einer - wenn auch ausführlichen - (grossteils appellatorischen) Kritik an den von der Vorinstanz vorgenommenen tatsächlichen Feststellungen erschöpft,
dass indessen weder aufgezeigt noch ersichtlich ist, inwiefern der für die Entscheidfindung wesentliche Sachverhalt - nur auf diesen kommt es an - durch die Vorinstanz offensichtlich unrichtig oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhend festgelegt worden sein soll, was aber erforderlich wäre, um von den zu den rechtlichen Schlussfolgerungen führenden tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz abzuweichen (Art. 105 Abs. 2 BGG),
dass es im Übrigen dem kantonalen Gericht frei stand, angesichts der bereits vorhandenen Aktenlage auf weitere Beweiserhebungen zu verzichten (sogenannte antizipierte Beweiswürdigung: Urteil I 362/99 vom 8. Februar 2000 [E. 4, Hinweisen], publ. in: SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28; vgl. auch BGE 131 I 153 E. 3 S. 157; 130 II 425 E. 2.1 S. 428; 124 I 208 E. 4a S. 211; je mit Hinweisen),
dass deshalb im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 Abs. 2 lit. a und Abs. 3 BGG die Beschwerde abzuweisen ist,
dass das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wegen Aussichtslosigkeit abzuweisen ist (Art. 64 Abs. 1 BGG),
dass aber in Anwendung von Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet wird,
erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt und dem Staatssekretariat für Wirtschaft schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 5. Mai 2009

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Grünvogel

Schlagwörter

unemployment insuranceplacement abilityconductevidence assessmentlegal aidsummary proceedings

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the insured person was correctly found unfit for placement under unemployment insurance because her conduct made employment prospects unreasonable.

Extrahierter Entscheid

Yes. Her persistent disruptive and insubordinate conduct justified treating her as unfit for placement.

Extrahierte Begründung

The prior court reasonably found that her behavior with the former employer, in three assigned employment programs, and toward unemployment insurance contacts seriously impaired workplace relations and made continued placement unrealistic.

Kernrechtsfrage

Whether the Federal Supreme Court should overturn the cantonal findings or order further evidence.

Extrahierter Entscheid

No. The appellant failed to show manifestly incorrect fact-finding or a legal error; the cantonal court could rely on the file and refrain from further evidence.

Extrahierte Begründung

The complaints were largely appellate criticism of facts. No basis under Art. 95 and 105 Abs. 2 BGG was shown to depart from the cantonal findings, and anticipatory assessment of evidence was permissible.

Kernrechtsfrage

Whether the request for legal aid should be granted.

Extrahierter Entscheid

No, because the appeal had no prospects of success.

Extrahierte Begründung

Since the complaint was manifestly unfounded in summary proceedings, the statutory condition of non-frivolousness was lacking.

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