Federal appeal inadmissible for insufficient reasoning

8C_170/2010Bundesgericht / IV. öffentlich-rechtliche Abteilung19.03.2010Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The insured person challenged a judgment of the Zurich Social Insurance Court in a federal appeal. The Federal Court held that the appeal did not satisfy the minimum reasoning requirements because it failed to engage with the decisive considerations on disability assessment. Since such a defect cannot be cured by granting a deadline, the Court did not enter into the appeal. Owing to the circumstances, no court costs were levied.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 1 and 2 BGG; admissibility of a federal appeal requires specific, issue-related reasoning addressing the decisive grounds of the challenged decision. The appellant must demonstrate, in a concise manner, why the decision is unlawful; merely filing a formally proper request is insufficient. Deficient reasoning cannot be remedied by a supplementary deadline; the possibility of subsequent completion under Art. 42(5) BGG is confined to missing annexes, not to substantive defects in the legal argumentation (consid. 2). Where the appeal manifestly lacks the required reasoning, non-entry follows under Art. 108(1)(b) BGG in the simplified procedure. In exceptional circumstances, costs may be waived under Art. 66(1) sentence 2 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
8C_170/2010

Urteil vom 19. März 2010
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Gerichtsschreiber Batz.

Verfahrensbeteiligte
E.________,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons Zürich,
Röntgenstrasse 17, 8005 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung (Prozessvoraussetzung),

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich
vom 31. Dezember 2009.

Nach Einsicht
in die Beschwerde des E.________ vom 19. Februar 2010 (Datum des Poststempels) gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 31. Dezember 2009,
in die nach Erlass der Verfügung vom 22. Februar 2010 betreffend fehlende Beilage (vorinstanzlicher Entscheid) dem Bundesgericht zugestellte Eingabe vom 26. Februar 2010 nebst Nachreichung des angefochtenen Entscheides,

in Erwägung,
dass ein Rechtsmittel gemäss Art. 42 Abs. 1 BGG unter anderem die Begehren und deren Begründung mit Angabe der Beweismittel zu enthalten hat, wobei im Rahmen der Begründung in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt (Art. 42 Abs. 2 BGG); die Vorbringen müssen sachbezogen sein, damit aus der Beschwerdeschrift ersichtlich ist, in welchen Punkten und weshalb der angefochtene Entscheid beanstandet wird (BGE 131 II 449 E. 1.3 S. 452; 123 V 335 E. 1 S. 337 f. mit Hinweisen); dies setzt voraus, dass sich die Beschwerde führende Person mit den für das Ergebnis des angefochtenen Entscheids massgeblichen Erwägungen auseinandersetzt (BGE 134 II 244 E. 2.1 S. 245 f. mit weiteren Hinweisen),
dass die Eingaben des Versicherten vom 19. und 26. Februar 2010 diesen Mindestanforderungen offensichtlich nicht genügen, da sie - abgesehen von einem rechtsgenüglichen Begehren - keine ausreichende Begründung enthalten, indem sich der Beschwerdeführer nicht in konkreter und hinreichend substanziierter Weise mit den entscheidenden, die Bemessung der Invalidität betreffenden Erwägungen der Vorinstanz auseinandersetzt, und den Ausführungen nicht entnommen werden kann, inwiefern die für das vorliegende Verfahren relevanten Sachverhaltsfeststellungen im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG - soweit überhaupt beanstandet - offensichtlich unrichtig oder auf einer Rechtsverletzung gemäss Art. 95 BGG beruhend und die darauf basierenden Erwägungen rechtsfehlerhaft sein sollen,

dass deshalb namentlich keine hinreichende Begründung und daher kein gültiges Rechtsmittel vorliegt, obwohl der angefochtene vorinstanzliche Entscheid gemäss Verfügung des Bundesgerichts vom 22. Februar 2010 nachgereicht worden ist (Art. 42 Abs. 5 BGG),
dass das Ansetzen einer Nachfrist zur Verbesserung der mangelhaften Rechtsschrift im Sinne von Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG - im Gegensatz zur Nachreichung der fehlenden Beilagen (Art. 42 Abs. 5 und 6 BGG; vgl. BGE 130 I 312 E. 1.3.1 S. 320; 123 II 359 E. 6b/bb S. 369; 118 Ib 134 E. 2; je mit Hinweis) - praxisgemäss ausser Betracht fällt (vgl. BGE 134 II 244 E. 2.4 S. 247 f. mit weiteren Hinweisen),
dass somit auf die - offensichtlich unzulässige - Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht eingetreten werden kann,
dass es sich bei den gegebenen Verhältnissen rechtfertigt, von der Erhebung von Gerichtskosten für das bundesgerichtliche Verfahren ausnahmsweise abzusehen (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG),
dass in den Fällen des Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und der Abteilungspräsident zuständig ist,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 19. März 2010
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Batz

Schlagwörter

admissibilityreasoning requirementsnon-entrysocial insurancecourt costssimplified procedure

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal appeal met the statutory reasoning requirements and was therefore admissible.

Extrahierter Entscheid

The submissions did not sufficiently address the decisive reasoning of the cantonal judgment and therefore did not constitute a valid appeal.

Extrahierte Begründung

Under Art. 42 BGG, the appeal must contain requests and reasons showing, in a concise manner, which legal errors are alleged. The appellant failed to engage concretely with the decisive findings on disability assessment; no properly reasoned challenge to the factual findings or legal assessment was shown.

Kernrechtsfrage

Whether a deadline should be granted to cure the defective reasoning of the appeal.

Extrahierter Entscheid

No curative deadline is provided for deficient reasoning; only missing annexes may be supplemented.

Extrahierte Begründung

The case law distinguishes missing attachments under Art. 42(5) BGG from an insufficiently reasoned submission, for which no improvement deadline is available.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged in the federal proceedings.

Extrahierter Entscheid

Court costs were exceptionally waived.

Extrahierte Begründung

Given the circumstances, the Court departed from the usual rule and refrained from charging costs under Art. 66(1) sentence 2 BGG.

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