Inadmissible appeal for insufficient reasoning in invalidity insurance case

8C_1081/2009Bundesgericht / IV. öffentlich-rechtliche Abteilung05.02.2010Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

M. appealed to the Swiss Federal Supreme Court against a judgment of the Bern cantonal social insurance court in an invalidity insurance matter. The appeal was filed within time but contained no proper request and no sufficient reasoning addressing the cantonal court's decisive findings. After warning the appellant that the defects could only be corrected within the appeal period, the court held that no valid appeal had been lodged. It therefore did not enter into the appeal under the simplified procedure and waived court costs exceptionally.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG; Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; requirements of admissible federal appeal. A federal appeal must contain specific requests and a reasoned challenge addressing the decisive considerations of the lower court; merely general or unsubstantive allegations are insufficient. The appellant must at least briefly engage with the challenged reasoning and indicate, in a case-related manner, which factual findings or legal conclusions are attacked. If these minimum requirements are not met, the appeal is manifestly inadmissible and non-entry follows in the summary procedure, even where the court has previously drawn attention to the defects and the possibility of correction within the appeal period (consid. 1).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
8C_1081/2009

Urteil vom 5. Februar 2010
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Gerichtsschreiber Batz.

Parteien
M.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle Bern, Chutzenstrasse 10, 3007 Bern,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung (Prozessvoraussetzung),

Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern
vom 30. November 2009.

Nach Einsicht
in die Beschwerde der M.________ vom 29. Dezember 2009 (Poststempel) gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, vom 30. November 2009,
in die Mitteilung des Bundesgerichts an M.________ vom 30. Dezember 2009, wonach ihre Beschwerde die gesetzlichen Formerfordernisse nicht zu erfüllen scheine und eine Verbesserung der mangelhaften Eingabe nur innert der Beschwerdefrist möglich sei,

in Erwägung,
dass ein Rechtsmittel gemäss Art. 42 Abs. 1 BGG unter anderem die Begehren und deren Begründung mit Angabe der Beweismittel zu enthalten hat, wobei im Rahmen der Begründung in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt (Art. 42 Abs. 2 BGG); die Vorbringen müssen sachbezogen sein, damit aus der Beschwerdeschrift ersichtlich ist, in welchen Punkten und weshalb der angefochtene Entscheid beanstandet wird (BGE 131 II 449 E. 1.3 S. 452; 123 V 335 E. 1 S. 337 f. mit Hinweisen); dies setzt voraus, dass sich die Beschwerde führende Person wenigstens kurz mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheides auseinandersetzt (BGE 134 II 244 E. 2.1 S. 245 f. mit weiteren Hinweisen),
dass die Beschwerde vom 29. Dezember 2009 diesen Mindestanforderungen offensichtlich nicht gerecht wird, da sie kein rechtsgenügliches Begehren enthält und sich die Beschwerdeführerin in keiner Weise mit den entscheidenden Erwägungen der Vorinstanz auseinandersetzt, indem den Ausführungen nicht entnommen werden kann, inwiefern die für das vorliegende Verfahren relevanten Sachverhaltsfeststellungen im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG - soweit überhaupt beanstandet - unzutreffend und die darauf beruhenden Erwägungen rechtsfehlerhaft sein sollen,
dass deshalb kein gültiges Rechtsmittel eingereicht worden ist, obwohl das Bundesgericht die Versicherte auf die entsprechenden Anforderungen an Beschwerden und die innert der Rechtsmittelfrist noch bestehende Möglichkeit einer Verbesserung der Eingabe in der Mitteilung vom 30. Dezember 2009 eigens hingewiesen hatte,
dass somit auf die - offensichtlich unzulässige - Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht eingetreten werden kann,
dass es sich bei den gegebenen Verhältnissen rechtfertigt, von der Erhebung von Gerichtskosten für das bundesgerichtliche Verfahren ausnahmsweise abzusehen (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG),
dass in den Fällen des Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und der Abteilungspräsident zuständig ist,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 5. Februar 2010
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Batz

Schlagwörter

inadmissibilityformal requirementsreasoningnon-entryinvalidity insurancesummary procedurecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal appeal met the formal requirements of Art. 42 BGG

Extrahierter Entscheid

The appeal did not meet the minimum formal requirements because it contained no legally adequate request and did not engage with the decisive reasoning of the lower court.

Extrahierte Begründung

A federal appeal must state requests and reasons showing, in a concise manner, how the challenged decision violates the law. The appellant failed to address the cantonal court's essential reasoning.

Kernrechtsfrage

Whether the appeal could be entered into under Art. 108(1)(b) BGG

Extrahierter Entscheid

No valid appeal had been filed, so the court could not enter into the matter under the summary procedure.

Extrahierte Begründung

Despite being expressly informed of the defects and the possibility of correction within the appeal period, the appellant did not submit a compliant appeal.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged

Extrahierter Entscheid

No court costs were levied in view of the circumstances.

Extrahierte Begründung

The court exceptionally waived costs under Art. 66(1) second sentence BGG.

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