Non-entry for insufficiently reasoned social insurance appeal

8C_1050/2010Bundesgericht / IV. öffentlich-rechtliche Abteilung26.01.2011Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

S. appealed an invalidity insurance judgment of the St. Gallen cantonal insurance court. The Federal Court had already warned him that the appeal lacked the required requests and reasoning, and his later filing still did not explain how the cantonal court had violated federal law or made manifestly incorrect factual findings. The court therefore held that no valid appeal had been filed and, in simplified procedure, did not enter into the matter. It waived court costs in view of the circumstances, which rendered the request for free legal aid moot.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 1 and 2 BGG; Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG: an appeal must contain specific prayers and a reasoned submission showing, in concise form, how the challenged decision violates law; mere disagreement with the reasoning or facts is insufficient. If the appellant fails to cure formal defects within the appeal period, the Federal Court will not enter into the matter in summary procedure. Where circumstances justify it, court costs may be waived under Art. 66 Abs. 1 sentence 2 BGG, rendering a request for legal aid moot.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
8C_1050/2010

Urteil vom 26. Januar 2011
I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Ursprung, Präsident,
Gerichtsschreiber Batz.

Verfahrensbeteiligte
S.________,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen,
Brauerstrasse 54, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Invalidenversicherung (Prozessvoraussetzung),

Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
vom 18. November 2010.

Nach Einsicht
in die Beschwerde des S.________ vom 22. Dezember 2010 (Poststempel) gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. November 2010,
in die Mitteilung des Bundesgerichts an den Versicherten vom 23. Dezember 2010, wonach seine Beschwerde die gesetzlichen Formerfordernisse hinsichtlich Antrag und Begründung nicht zu erfüllen scheint und eine Verbesserung nur innert der Beschwerdefrist möglich ist,
in die daraufhin dem Bundesgericht von S.________ am 7. Januar 2011 zugestellte Eingabe,

in Erwägung,
dass ein Rechtsmittel gemäss Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG unter anderem die Begehren und deren Begründung mit Angabe der Beweismittel zu enthalten hat, wobei in der Begründung in gedrängter Form darzulegen ist, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, widrigenfalls auf die Rechtsvorkehr nicht eingetreten werden kann,
dass die Eingaben des Beschwerdeführers vom 22. Dezember 2010 und 7. Januar 2011 diesen Mindestanforderungen nicht genügen, da sie - abgesehen von einem rechtsgenüglichen Begehren - keine ausreichende Begründung enthalten, wobei den Ausführungen namentlich nicht entnommen werden kann, inwiefern das kantonale Gericht mit seinen Erwägungen (insbesondere mit der in E. 3-4 [S. 6 ff.] vorgenommenen Beweiswürdigung sowie dem Einkommensvergleich) im Sinne von Art. 95 f. BGG Recht verletzt bzw. den Sachverhalt gemäss Art. 97 Abs. 1 BGG qualifiziert unrichtig oder als auf einer Rechtsverletzung beruhend festgestellt haben sollte,
dass deshalb kein gültiges Rechtsmittel erhoben worden ist, obwohl das Bundesgericht den Versicherten auf die entsprechenden Anforderungen an Beschwerden und die nur innert der Rechtsmittelfrist noch bestehende Möglichkeit einer Verbesserung der Eingabe in der Mitteilung vom 23. Dezember 2010 eigens hingewiesen hatte,

dass somit auf die - offensichtlich unzulässige - Beschwerde in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht eingetreten werden kann,
dass es sich bei den gegebenen Verhältnissen rechtfertigt, von der Erhebung von Gerichtskosten umständehalber abzusehen (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG), womit das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung gegenstandslos wird,
dass in den Fällen des Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und der Abteilungspräsident zuständig ist,

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 26. Januar 2011
Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Ursprung Batz

Schlagwörter

inadmissibilityreasoning requirementsappeal formalitiessocial insurancecost waiversummary procedure

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal satisfied the formal requirements of Art. 42 BGG.

Extrahierter Entscheid

No. The filings lacked an adequate concise explanation of how the cantonal judgment violated law or established facts incorrectly.

Extrahierte Begründung

The appellant's submissions did not address the cantonal court's reasoning sufficiently, especially the assessment of evidence and income comparison, despite a prior warning and opportunity to cure defects within the appeal period.

Kernrechtsfrage

Whether the Federal Court could enter into the appeal under Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG.

Extrahierter Entscheid

No. Because no valid appeal had been filed, the appeal had to be dismissed in summary procedure as obviously inadmissible.

Extrahierte Begründung

The procedural defects were not cured in time, so the appeal failed the threshold for admissibility.

Kernrechtsfrage

Court costs and request for free legal aid.

Extrahierter Entscheid

No court costs were charged because of the circumstances; the request for free legal aid became moot.

Extrahierte Begründung

Given the circumstances, the court waived costs under Art. 66 Abs. 1 sentence 2 BGG, making the legal aid request unnecessary.

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