Revision inadmissible for unpaid cost advance

7B.63/2006Bundesgericht / II. strafrechtliche Abteilung22.05.2006Dismissed

Zusammenfassung

X.________ AG sought revision, or alternatively reconsideration, of a Federal Supreme Court judgment and requested suspensive effect as well as fee relief. The suspensive effect was already refused by separate order. The Court held that the OG does not provide for reconsideration of its judgments and that free legal treatment under Art. 20a para. 1 SchKG does not extend to revision proceedings. Because the applicant failed to pay the ordered cost advance within the non-extendable deadline, the Court refused to enter into the revision request and charged the applicant CHF 500 in court fees.

Regest

Art. 150 Abs. 4 OG; Art. 156 Abs. 1 OG; revision of Federal Supreme Court judgments and cost advance requirements. The OG contains no avenue of reconsideration of a Federal Supreme Court judgment. In revision proceedings, the advance of costs must be paid within the court-fixed deadline; if payment is omitted despite warning, the court shall not enter into the application. Exemption from costs under Art. 20a Abs. 1 SchKG applies only to the underlying complaint proceedings, not to revision of complaint judgments, because revision is governed by the OG (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
7B.63/2006 /blb

Urteil vom 22. Mai 2006
Schuldbetreibungs- und Konkurskammer

Besetzung
Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,
Bundesrichter Meyer, Marazzi,
Gerichtsschreiber Levante.

Parteien
X.________ AG,
Gesuchstellerin,

gegen

Kantonsgericht St. Gallen als obere kantonale Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und
Konkurs, Klosterhof 1, 9001 St. Gallen.

Gegenstand
Revision des bundesgerichtlichen Urteils
vom 17. Februar 2006 (7B.20/2006),

Die Kammer hat nach Einsicht
in die Eingabe der X.________ AG vom 10. April 2006 (Postaufgabe), mit welcher sie die Wiedererwägung bzw. Revision des Urteils 7B.20/2005 des Bundesgerichts vom 17. Februar 2006 verlangt und um aufschiebende Wirkung ersucht,

in Erwägung,
dass das Gesuch um aufschiebende Wirkung mit Verfügung vom 18. April 2006 abgewiesen wurde,
dass das Bundesgesetz über die Organisation der Bundesrechtspflege (OG, SR 173.110) die Wiedererwägung eines Urteils des Bundesgerichts nicht vorsieht,
dass nach Gesetz und ständiger Rechtsprechung die Unentgeltlichkeit gemäss Art. 20a Abs. 1 SchKG nur für die Beschwerdeverfahren selbst, hingegen nicht für die Revision von Beschwerdeentscheiden gilt, weil das Revisionsverfahren durch das OG geregelt wird (Urteil 7B.44/2002 vom 17. Juni 2002, E. 4.1),
dass die Gesuchstellerin den für das Revisionsgesuch auferlegten Kostenvorschuss innerhalb der ihr mit Verfügung vom 18. April 2006 angesetzten Frist nicht geleistet hat,
dass die Gesuchstellerin mit Eingabe vom 9. Mai 2006 vergeblich beantragt, den auferlegten Kostenvorschuss herabzusetzen und die ausdrücklich als einmalig und nicht erstreckbar bezeichnete Kostenvorschussfrist zu verlängern,
dass auf das vorliegende Revisionsgesuch androhungsgemäss nicht einzutreten ist (Art. 150 Abs. 4 OG) und die Gesuchstellerin (entgegen ihrem Antrag auf Kostenbefreiung) kostenpflichtig wird (Art. 156 Abs. 1 OG),

erkannt:
1.
Auf das Revisionsgesuch wird nicht eingetreten.
2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird der Gesuchstellerin auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird der Gesuchstellerin, dem Gesuchsgegner (Y.________, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Hans-Peter Müller), dem Betreibungsamt Am Alten Rhein und dem Kantonsgericht St. Gallen als oberer kantonaler Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 22. Mai 2006
Im Namen der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

revisionnon-entrycost advancedebt enforcementfee waiversuspensive effect