Non-entry on debt-enforcement complaint about file access and correspondence format

7B.267/2001Bundesgericht / II. strafrechtliche Abteilung22.01.2002Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A debtor complained about access to his enforcement files and about the debt office's refusal to send correspondence in enlarged print because of his visual impairment. The cantonal supervisory authority had already dismissed the complaint. The Federal Debt Enforcement and Bankruptcy Chamber held that the challenge to file access lacked a legally relevant defect and practical purpose, while the font-size complaint raised constitutional arguments excluded from the debt-enforcement complaint procedure. As the submission also failed to state the requested amendment and to show any violation of federal law, the court did not enter into the complaint.

Omnilex-Regeste

Art. 19 SchKG, Art. 43 Abs. 1 i.V.m. Art. 81 SchKG, Art. 79 Abs. 1 OG; admissibility of debt-enforcement complaints and exclusion of constitutional grievances. A complaint under Art. 19 SchKG is only admissible for violations of federal debt-enforcement law; allegations asserting infringement of constitutional rights must be raised by the reserved constitutional remedy. The complaint must moreover specify the relief sought and substantiate the asserted violation of federal law; absent such relief request and substantiation, the Federal Tribunal will not enter into the matter. A challenge that does not affect a legally relevant procedural purpose, or that attacks a point not shown to be procedurally relevant, is likewise incapable of review (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

[AZA 0/2]
7B.267/2001/min

SCHULDBETREIBUNGS- UND KONKURSKAMMER


  1. Januar 2002

Es wirken mit: Bundesrichterin Nordmann, Präsidentin der
Schuldbetreibungs- und Konkurskammer, Bundesrichterin Escher,
Bundesrichter Meyer und Gerichtsschreiber Levante.


In Sachen
A.________, Beschwerdeführer,

gegen
das Urteil vom 12. November 2001 des Kantonsgerichts Freiburg (Schuldbetreibungs- und Konkurskammer) als kantonaler Aufsichtsbehörde,

betreffend
Einsichtnahme in Betreibungsakten, usw.. ,

wird festgestellt und in Erwägung gezogen:
__________________________________________

1.- A.________ gelangte am 18. September 2001 an die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des Kantonsgerichts Freiburg und machte geltend, das Betreibungsamt des Sensebezirks habe ihm Einsicht in seine Betreibungsakten gewährt, ohne seine Identität näher abzuklären, und weigere sich, ihm trotz seiner Sehbehinderung die amtliche Korrespondenz in einer Schrift der Grösse 18 Pt. zuzustellen. Die kantonale Aufsichtsbehörde nahm die Eingabe als Beschwerde entgegen und wies diese mit Urteil vom 12. November 2001 ab, soweit darauf eingetreten wurde.

A.________ hat den Entscheid der Aufsichtsbehörde mit Beschwerdeschrift vom 21. November 2001 (rechtzeitig) an die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des Bundesgerichts weitergezogen.

Die Aufsichtsbehörde hat keine Gegenbemerkungen angebracht. Andere Vernehmlassungen sind nicht eingeholt worden.

2.- a) Die Aufsichtsbehörde ist zum Ergebnis gelangt, es liege keine Rechtsverletzung vor, wenn ihm der Betreibungsbeamte Einsicht in seine eigenen Betreibungsakten erteilt habe, zumal er seit fünf Jahren mit dem Betreibungsamt zu tun habe. Der Beschwerdeführer wirft der Aufsichtsbehörde vor, sie habe nicht abgeklärt, ob der Betreibungsbeamte seine Person überhaupt kenne. Dieser Einwand geht fehl. Zum einen legt der Beschwerdeführer nicht dar, inwiefern die Aufsichts- behörde den rechtlich relevanten Sachverhalt (Art. 20a Abs. 2 Ziff. 2 SchKG) nicht festgestellt habe. Zum anderen kann er mit seinem Argument, der Betreibungsbeamte hätte ihn vor der Gewährung der Einsichtnahme in die eigenen Betreibungsakten nach der Identität fragen müssen, ohnehin nicht gehört werden, da seine Beschwerde insoweit keinen praktischen Verfahrenszweck verfolgt (BGE 120 III 107 E. 2 S. 109).

b) Die Aufsichtsbehörde hat weiter erwogen, Art. 8 Abs. 2 BV sei nicht verletzt, wenn sich der Betreibungsbeamte weigere, dem Beschwerdeführer Korrespondenz und Verfügungen in einer Schrift der Grösse 18 Pt. zuzustellen. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, diese Auffassung der Aufsichtsbehörde sei mit der Bundesverfassung nicht vereinbar, kann auf seine Vorbringen im Beschwerdeverfahren gemäss Art. 19 SchKG nicht eingetreten werden: Wegen Verletzung verfassungsmässiger Rechte ist die staatsrechtliche Beschwerde vorbehalten (Art. 43 Abs. 1 i.V.m. Art. 81 SchKG). Da der Beschwerdeführer im Übrigen in der Beschwerdeschrift nicht angibt, welche Abänderung des angefochtenen Entscheides beantragt wird, und nicht darlegt, inwiefern Bundesrechtssätze durch den angefochtenen Entscheid verletzt seien, kann auf die Beschwerde insgesamt nicht eingetreten werden (Art. 79 Abs. 1 OG).

Demnach erkennt
die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer:
_________________________________________

1.- Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.- Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Betreibungsamt des Sensebezirks und dem Kantonsgericht Freiburg (Schuldbetreibungs- und Konkurskammer) als kantonaler Aufsichtsbehörde schriftlich mitgeteilt.

______________
Lausanne, 22. Januar 2002

Im Namen der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer
des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS
Die Präsidentin:

Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

debt enforcementfile inspectionvisual impairmentconstitutional complaintadmissibilitynon-entry

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint could challenge the alleged failure to verify the complainant's identity before inspecting his own debt-enforcement files.

Extrahierter Entscheid

The objection was unfounded; the complainant did not show any legally relevant omission in the factual findings, and the point lacked a practical procedural purpose.

Extrahierte Begründung

The court held that the complaint did not demonstrate an incomplete determination of the legally relevant facts under Art. 20a para. 2 no. 2 SchKG. In any event, the argument did not affect the proceedings in a legally relevant way.

Kernrechtsfrage

Whether the refusal to send official correspondence in 18-point font could be reviewed in the debt-enforcement complaint procedure.

Extrahierter Entscheid

The complaint could not be entered into on this point because it alleged only a constitutional violation, which is reserved to the constitutional complaint procedure.

Extrahierte Begründung

Challenges based on violation of constitutional rights are excluded from the complaint under Art. 19 SchKG; the remedy lies in a state constitutional complaint under Art. 43 para. 1 in conjunction with Art. 81 SchKG.

Kernrechtsfrage

Whether the complaint as a whole satisfied the formal requirements for federal review.

Extrahierter Entscheid

No. The complaint did not state what modification of the challenged decision was sought and did not substantiate any violation of federal law.

Extrahierte Begründung

Because the submission lacked a specific request and failed to identify violated federal norms, the court could not enter into the matter under Art. 79 para. 1 OG.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.