Non-entry for insufficiently reasoned complaint against bankruptcy warning

7B.232/2002Bundesgericht / II. strafrechtliche Abteilung20.11.2002Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The complainant appealed a bankruptcy warning after the cantonal supervisory authority refused to hear his appeal. Before the Federal Supreme Court he requested an opportunity to cure any formal defects, but the court held that the ten-day period under the SchKG is statutory and cannot be extended. It also found that the complaint itself failed to comply with Art. 79 OG because it did not state the requested amendment or meaningfully engage with the cantonal reasoning; simply referring to the earlier cantonal brief was insufficient. The complaint was therefore not entered into.

Omnilex-Regeste

Art. 19 SchKG; Art. 79 OG; complaint against cantonal supervisory decision in debt enforcement matters: the ten-day period for lodging the complaint is a statutory deadline and cannot be extended, save for the express exceptions of Art. 33(2) SchKG. The complaint must, in the pleading itself, state the requested modification and briefly explain in what respect the contested decision violates federal law; the appellant must address the cantonal reasoning. References to submissions filed in the cantonal proceedings are ineffective. If these requirements are not met, the Federal Supreme Court will not enter into the complaint.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
7B.232/2002 /min

Urteil vom 20. November 2002
Schuldbetreibungs- und Konkurskammer

Bundesrichterin Nordmann, Präsidentin,
Bundesrichterin Escher, Bundesrichter Meyer,
Gerichtsschreiber Gysel.

T.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Obergericht (Schuldbetreibungs- und Konkurskommission) des Kantons Luzern als oberer kantonaler Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs, Hirschengraben 16, Postfach, 6002 Luzern.

Konkursandrohung

Beschwerde gegen den Entscheid vom 21. Oktober 2002.

Die Kammer stellt fest und zieht in Erwägung:
1.
Die Präsidentin I des Amtsgerichts Z.________ als untere kantonale Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen wies am 26. September 2002 die Beschwerde ab, die T.________ gegen die ihm vom Betreibungsamt W.________ in der Betreibung Nr. ... am 11. September 2002 zugestellte Konkursandrohung eingereicht hatte.

T.________ gelangte hierauf an das Obergericht (Schuldbetreibungs- und Konkurskommission) des Kantons Luzern (obere kantonale Aufsichtsbehörde), das am 21. Oktober 2002 entschied, auf den Beschwerde-Weiterzug werde nicht eingetreten.

Diesen Entscheid nahm T.________ am 2. November 2002 in Empfang. Mit einer vom 11. November 2002 datierten und noch am gleichen Tag zur Post gebrachten Eingabe führt er (rechtzeitig) Beschwerde an die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des Bundesgerichts.

Das Obergericht hat sich zur Beschwerde nicht geäussert. Andere Vernehmlassungen sind nicht eingeholt worden.
2.
Der Beschwerdeführer ersucht darum, ihm für den Fall, dass die Eingabe den formellen Anforderungen nicht genügen sollte, eine Nachfrist für die Verbesserung anzusetzen. Bei den in Art. 19 Abs. 1 SchKG festgesetzten zehn Tagen handelt es sich um eine gesetzliche Frist. Abgesehen von den in Art. 33 Abs. 2 SchKG geregelten, hier nicht gegebenen Fällen (Wohnsitz im Ausland und Zustellung auf dem Weg der öffentlichen Bekanntmachung wegen unbekannten Wohn- oder Aufenthaltsortes), kann eine gesetzliche Frist nicht erstreckt werden. Sodann ging die am 11. November 2002 zur Post gebrachte Eingabe am 12. November 2002, dem zehnten und letzten Tag der Beschwerdefrist, beim Bundesgericht ein. Damit war das Einräumen der Gelegenheit zu einer Verbesserung auch aus dieser Sicht ausgeschlossen.
3.
Nach Art. 79 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege (OG) ist in der Beschwerde an die erkennende Kammer anzugeben, welche Abänderung des angefochtenen Entscheids verlangt wird, und kurz darzulegen, inwiefern dieser gegen Bundesrecht verstossen soll. Das bedeutet, dass die beschwerdeführende Partei auf die Ausführungen der kantonalen Aufsichtsbehörde einzugehen und sich damit auseinander zu setzen hat. Die Begründung muss zudem in der Beschwerdeschrift selbst enthalten sein; Hinweise auf Rechtsschriften, die im kantonalen Verfahren eingereicht worden sind, sind unbeachtlich (dazu BGE 106 III 40 E. 1 S. 42 mit Hinweis). Die vorliegende Eingabe, in der sich der Beschwerdeführer darauf beschränkt, auf die von ihm bei der Vorinstanz eingereichte Rechtsschrift zu verweisen, genügt den dargelegten Begründungsanforderungen in keiner Art.

Demnach erkennt die Kammer:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Beschwerdegegnerin Bank B.________, dem Betreibungsamt W.________ und dem Obergericht (Schuldbetreibungs- und Konkurskommission) des Kantons Luzern als oberer kantonaler Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 20. November 2002
Im Namen der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer
des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

debt enforcementbankruptcy warningnon-entrypleading requirementsstatutory deadlinesupervisory complaint

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal complaint could be supplemented after filing because of alleged formal deficiencies

Extrahierter Entscheid

No. The ten-day complaint period under Art. 19 SchKG is a statutory period that cannot be extended, and the filing also reached the court on the last day of the deadline.

Extrahierte Begründung

Because no statutory exception applied and the submission was received on the final day, the court could not grant a grace period to cure defects.

Kernrechtsfrage

Whether the complaint met the federal pleading requirements under Art. 79 OG

Extrahierter Entscheid

No. The submission failed to specify the requested modification and did not address the reasoning of the cantonal authority; merely referring to the prior cantonal filing was insufficient.

Extrahierte Begründung

Under Art. 79(1) OG, the complaint itself must contain the reasons and engage with the challenged decision; references to earlier briefs are not considered.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.