Lack of standing in criminal nullity appeal

6S.92/2007Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung15.03.2007Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court held that the former law on the eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde still applied because the challenged cantonal decision predated the entry into force of the BGG. It then found that the appellant lacked standing under Art. 270 BStP, since none of the limited categories of entitled complainants was met. The court therefore did not enter into the appeal and imposed the federal court fee of CHF 1,000 on the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 132 Abs. 1 BGG; Art. 270 lit. e, f und g BStP; standing to bring an eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde is restricted to the statutorily enumerated persons. A mere injured party is not legitimized; in particular, only the victim within the meaning of the Victim Assistance Act, the complainant where the complaint right as such is challenged, or the private prosecutor who conducted the prosecution alone under cantonal law may appeal. If none of these capacities is established, the Federal Court declares the appeal inadmissible and allocates costs pursuant to Art. 278 Abs. 1 BStP.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6S.92/2007 /rom

Urteil vom 15. März 2007
Kassationshof

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Präsident,
Bundesrichter Ferrari, Favre,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________ & Co.,
Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Eric Stern,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Postfach, 8090 Zürich.

Gegenstand
Einstellungsverfügung (Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über den unlauteren Wettbewerb),

Nichtigkeitsbeschwerde gegen die Verfügung des Bezirksgerichts Zürich, Einzelrichter für Zivil- und Strafsachen, vom 7. Dezember 2006.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1.
Mit Schreiben an die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 1. Juni 2004 warf die X.________ & Co. drei Personen vor, gegen das Bundesgesetz über den unlauteren Wettbewerb verstossen zu haben. Mit Verfügung vom 31. März 2006 wurde das Strafverfahren eingestellt. Einen dagegen gerichteten Rekurs wies der Einzelrichter am Bezirksgericht Zürich mit Verfügung vom 7. Dezember 2006 ab.

Die X.________ & Co. führt eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde und beantragt, die Verfügung vom 7. Dezember 2006 sei aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung zurückzuweisen.
2.
Die angefochtene Verfügung ist vor dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG) am 1. Januar 2007 ergangen. Auf das Rechtsmittel ist daher noch das bisherige Verfahrensrecht anwendbar (Art. 132 Abs. 1 BGG, e contrario), hier somit dasjenige der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde gemäss Art. 268 ff. BStP.
3.
Zur eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde ist nicht jeder durch eine Straftat Geschädigte legitimiert, sondern nur das Opfer im Sinne des Opferhilfegesetzes, der Strafantragsteller, wenn es um das Strafantragsrecht als solches geht, und der Privatstrafkläger, wenn er nach den Vorschriften des kantonalen Rechts die Anklage allein und ohne Beteiligung des öffentlichen Anklägers geführt hat (Art. 270 lit. e, f und g BStP). Keine dieser Voraussetzungen ist im vorliegenden Fall erfüllt. Auf die Beschwerde kann nicht eingetreten werden.
4.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin die bundesgerichtlichen Kosten zu tragen (Art. 278 Abs. 1 BStP).

Demnach erkennt das Bundesgericht im Verfahren nach Art. 36a OG:
1.
Auf die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich und dem Bezirksgericht Zürich, Einzelrichteramt für Zivil- und Strafsachen, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 15. März 2007
Im Namen des Kassationshofes
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

standingcriminal appealinadmissibilitycostsdiscontinuanceunfair competition

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal nullity appeal was admissible and whether the appellant had standing under Art. 270 BStP.

Extrahierter Entscheid

The appellant was not entitled to file an eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde because it was neither a victim under the Victim Assistance Act nor a criminal complainant challenging the complaint right, nor a private prosecutor who had conducted the prosecution alone under cantonal law.

Extrahierte Begründung

Under the former procedural law applicable ratione temporis, standing for the nullity appeal was limited to the categories exhaustively listed in Art. 270 lit. e, f and g BStP; none applied here.

Kernrechtsfrage

Allocation of federal costs after the non-entry decision.

Extrahierter Entscheid

The appellant had to bear the federal court fee.

Extrahierte Begründung

Because the appeal was not entered into, costs followed the outcome under Art. 278 Abs. 1 BStP.

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