Cassation appeal on sentencing dismissed; legal aid denied

6S.571/2006Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung28.12.2006Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court heard a cassation appeal against a cantonal judgment convicting X. of multiple commercial fraud and sentencing him to 23 months' imprisonment. X. sought annulment, immediate release, and appointment of counsel. The court held that its review of sentencing was limited and that the appellant failed to show any misuse of discretion or violation of Art. 41 StGB. Requests for immediate release and substitute counsel were outside the scope of cassation relief. The appeal was dismissed insofar as admissible, legal aid was refused, and CHF 800 in court costs was charged to the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 277ter Abs. 1 BStP; scope of federal cassation review of sentencing and ancillary requests. In cassation proceedings, the Federal Court reviews sentencing only for excess or abuse of discretion, reliance on irrelevant factors, omission or misweighting of essential elements, or a manifestly disproportionate sanction. Where the appellant merely reargues the assessment without demonstrating such an error, the complaint is dismissed as manifestly unfounded. Requests for relief beyond annulment and remand are inadmissible. Legal aid under Art. 152 OG is refused if the appeal is hopeless; costs are borne by the unsuccessful appellant pursuant to Art. 278 Abs. 1 BStP.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6S.571/2006 /rom

Urteil vom 28. Dezember 2006
Kassationshof

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Präsident,
Bundesrichter Wiprächtiger, Zünd,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer, vertreten durch Advokat Peter Jossen,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis, Justizgebäude, av. Mathieu-Schiner 1, 1950 Sitten.

Gegenstand
Strafzumessung, bedingter Strafvollzug,

Nichtigkeitsbeschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts Wallis, Strafgerichtshof I, vom 21. November 2006.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Kantonsgericht Wallis sprach X.________ im Berufungsverfahren mit Urteil vom 21. November 2006 unter anderem des mehrfachen gewerbsmässigen Betruges schuldig und bestrafte ihn mit 23 Monaten Zuchthaus.

X.________ führt eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde und beantragt, das Urteil des Kantonsgerichts sei aufzuheben. Er sei unmittelbar nach Eingang der Beschwerde aus der Haft zu entlassen. Es seien ihm ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu gewähren und Advokat Peter Jossen als Offizialanwalt zu bezeichnen.
2.
Die Nichtigkeitsbeschwerde führt im Falle ihrer Gutheissung nur dazu, dass das Bundesgericht den angefochtenen Entscheid aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (Art. 277ter Abs. 1 BStP). Soweit der Beschwerdeführer etwas anderes verlangt (vgl. Beschwerde S. 3 Ziff. II/1 und 2), ist darauf nicht einzutreten.
3.
Die Beschwerde richtet sich gegen die Strafzumessung. In dieser Hinsicht kommt der Vorinstanz ein grosser Spielraum des Ermessens zu, und das Bundesgericht greift nur ein, wenn sie den gesetzlichen Strafrahmen über- oder unterschritten hat, wenn sie von rechtlich nicht massgebenden Gesichtspunkten ausgegangen ist oder wenn sie wesentliche Komponenten ausser acht gelassen bzw. falsch gewichtet hat oder wenn die Strafe in einem Masse unverhältnismässig streng bzw. mild erscheint, dass von einer Überschreitung oder einem Missbrauch des Ermessens gesprochen werden muss (BGE 127 IV 101 E. 2; 124 IV 286 E. 4a; 123 IV 49 E. 2a; 122 IV 241 E. 1a). Der Beschwerdeführer anerkennt ausdrücklich, dass die Vorinstanz von den korrekten allgemeinen Grundsätzen der Strafzumessung ausgegangen ist (Beschwerde S. 4 Ziff. IV/A/3). Aus seinen Ausführungen ergibt sich jedoch nicht, dass der Vorinstanz bei der Strafzumessung für den konkreten Fall ein Fehler im oben umschriebenen Sinn unterlaufen wäre. Insbesondere kann in Bezug auf die Frage der aufrichtigen Reue in Anwendung von Art. 36a Abs. 3 OG auf ihre zutreffenden Ausführungen verwiesen werden (vgl. angefochtenen Entscheid S. 15). Die Beschwerde ist als offensichtlich unbegründet abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.
4.
Da es beim Strafmass bleibt, welches die Vorinstanz festgelegt hat, liegt eine Verletzung von Art. 41 StGB von vornherein nicht vor. Die Beschwerde entbehrt in diesem Punkt überdies ohnehin einer hinreichenden Begründung (vgl. S. 7 Ziff. F/1 und 2).
5.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die bundesgerichtlichen Kosten zu tragen (Art. 278 Abs. 1 BStP). Das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung muss in Anwendung von Art. 152 OG abgewiesen werden, weil die Rechtsbegehren von vornherein aussichtslos waren.

Mit dem Entscheid in der Sache ist das Gesuch um Haftentlassung gegenstandslos geworden.

Demnach erkennt das Bundesgericht im Verfahren nach Art. 36a OG:
1.
Die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
2.
Das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung wird abgewiesen.
3.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.
4.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis und dem Kantonsgericht Wallis, Strafgerichtshof I, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 28. Dezember 2006
Im Namen des Kassationshofes
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

sentencingcassation reviewlegal aidcourt costsinadmissibilitycommercial fraudremorsediscretion

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the cassation complaint against the sentencing was well-founded

Extrahierter Entscheid

The complaint failed to show any sentencing error within the narrow cassation review standard; the sentence remained unchanged.

Extrahierte Begründung

The court reiterated that it intervenes only for excess or abuse of discretion, reliance on irrelevant factors, failure to consider essential factors, or a sentence that is manifestly disproportionate. None of that was shown here; the lower court's reasoning on remorse was upheld.

Kernrechtsfrage

Whether Art. 41 StGB was violated

Extrahierter Entscheid

No violation existed because the sentence imposed by the cantonal court remained in place, and the complaint was insufficiently reasoned on this point.

Extrahierte Begründung

Since the sentence was not altered, there was no basis to find a breach of Art. 41 StGB; the argument was also inadequately substantiated.

Kernrechtsfrage

Whether the requests for immediate release and appointment of counsel were admissible in cassation

Extrahierter Entscheid

These requests could not be granted in this cassation procedure; to that extent the court did not enter into them.

Extrahierte Begründung

Under Art. 277ter Abs. 1 BStP, a successful cassation appeal leads only to annulment and remand for a new decision, not to immediate release or other requested relief.

Kernrechtsfrage

Whether legal aid should be granted

Extrahierter Entscheid

Legal aid was denied because the appeal had no prospects of success.

Extrahierte Begründung

The claims were manifestly hopeless, so the prerequisite of sufficient prospects under Art. 152 OG was absent.

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