Revision request inadmissible where issue was not before prior judgment

6F_3/2011Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung17.02.2011Inadmissible

Zusammenfassung

The Federal Supreme Court held that the revision request against its judgment 6B_919/2008 was inadmissible. The applicant’s complaint concerned crediting foreign pre-trial detention, but that issue had not been before the Court in the original federal proceedings. Revision cannot be used to raise a matter that was not decided in the judgment sought to be revised. The Court therefore did not enter into the request and ordered the applicant to pay court costs of CHF 800.

Regest

Revision of a Federal Supreme Court judgment is admissible only in relation to matters actually decided in the judgment sought to be revised; an alleged omission cannot be relied upon where the contested question was not part of the prior federal proceedings. The revision procedure is not a vehicle for introducing new claims or for obtaining a substantive ruling on an issue not previously litigated (consid. 2). Where the Court does not enter into the request, costs are imposed on the applicant pursuant to Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6F_3/2011

Urteil vom 17. Februar 2011
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Bundesrichter Schneider,
Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Gesuchsteller,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug,
An der Aa 4, 6300 Zug,
Gesuchsgegnerin.

Obergericht des Kantons Zug, Strafrechtliche Abteilung, Aabachstrasse 3, 6300 Zug.

Gegenstand
Revision des Urteils des Bundesgerichts vom 16. April 2009 (6B_919/2008).

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.
Das Strafgericht des Kantons Zug verurteilte den Gesuchsteller am 24. Oktober 2007 wegen Gehilfenschaft zum gewerbsmässigen Betrug und qualifizierter Geldwäscherei zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten und einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen à Fr. 30.-, als Zusatzstrafe zu zwei früheren Urteilen. Dieser Entscheid wurde durch das Obergericht des Kantons Zug am 23. September 2008 bestätigt. Das Bundesgericht wies mit Urteil vom 16. April 2009 eine dagegen gerichtete Beschwerde ab, soweit darauf einzutreten war (Verfahren 6B_919/2008).

Der Gesuchsteller wendet sich mit einem Revisionsgesuch ans Bundesgericht und beantragt, das Urteil 6B_919/2008 vom 16. April 2009 sei aufzuheben. Es sei in dem vom Zuger Obergericht am 23. September 2008 bestätigten Strafmass die zuvor erlittene Untersuchungshaft im Ausland ausdrücklich bei der aktuellen Verbüssung der ausgefällten Strafe anzurechnen (Gesuch S. 2).

2.
Im vorliegenden Verfahren kann nur die Revision des bundesgerichtlichen Urteils 6B_919/2008 vom 16. April 2009 verlangt werden. Auch wenn das Bundesgericht die im Ausland erlittene Untersuchungshaft erwähnte, war deren Anrechnung an die Strafe nicht Gegenstand des bundesgerichtlichen Verfahrens (vgl. Urteil vom 16. April 2009 S. 2 lit. B, S. 7/8 E. 4.1). Folglich kann die Frage von vornherein nicht Gegenstand des vorliegenden Revisionsverfahrens sein. Die Rüge, das Bundesgericht habe eine erhebliche Tatsache aus Versehen nicht berücksichtigt (Gesuch S. 2), geht an der Sache vorbei. Auf das Revisionsgesuch ist nicht einzutreten.

3.
Die Gerichtskosten sind dem Gesuchsteller aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Auf das Revisionsgesuch wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Gesuchsteller auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zug, Strafrechtliche Abteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 17. Februar 2011

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre C. Monn

Schlagwörter

revisioninadmissibilityforeign detentioncriminal sentencecourt costs