Non-entry for lack of standing in defamation appeal

6B_976/2010Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung16.12.2010Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court did not enter the appellant's criminal complaint against an acquittal for defamation. It held that he lacked standing because he was neither a private prosecutor nor a victim, and he did not allege any independent procedural-rights violation. The request for free legal aid was rejected as the appeal was hopeless. Court costs of CHF 300 were imposed on the appellant, taking account of his financial situation. No compensation was awarded to the respondent, who had incurred no expenses before the Federal Supreme Court.

Omnilex-Regeste

Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 und 5 BGG; standing in criminal matters before the Federal Supreme Court; a person aggrieved by an alleged defamation is not legitimized as a private prosecutor where the public prosecutor participated in the cantonal proceedings, and not as a victim unless the offence directly affects bodily, psychological or sexual integrity. An injured party who is not a victim may only invoke rights independently granted by procedural law or by the Constitution/EMRK. Absent such a claim, the appeal is inadmissible and non-entry under Art. 108 BGG is proper (consid. 1). Unsuccessful, hopeless appeals justify refusal of legal aid under Art. 64 BGG; costs may be mitigated under Art. 65(2) BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_976/2010

Urteil vom 16. Dezember 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

  1. A.________,
    vertreten durch Rechtsanwältin Sonja Vollenweider,
  2. Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern, Zentralstrasse 28, 6002 Luzern,
    Beschwerdegegner.

Gegenstand
Üble Nachrede,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Luzern, II. Kammer, vom 1. September 2010.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Der Beschwerdegegner 1 ist Rechtsanwalt. Im Zusammenhang mit einer mietrechtlichen Streitigkeit bezeichnete er den Beschwerdeführer einer Sachbearbeiterin der Schlichtungsbehörde für Miete und Pacht des Kantons Luzern gegenüber am Telefon als Querulanten und Psychopathen. Das Obergericht des Kantons Luzern sprach den Beschwerdegegner 1 mit Urteil vom 1. September 2010 im Appellationsverfahren vom Vorwurf der üblen Nachrede frei. Der Beschwerdeführer wendet sich ans Bundesgericht und beantragt sinngemäss einen Schuldspruch des Beschwerdegegners 1. Da die Staatsanwaltschaft am kantonalen Verfahren beteiligt war, ist er indessen nicht Privatstrafkläger im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 BGG. Da er durch die angebliche üble Nachrede in seiner körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität nicht unmittelbar beeinträchtigt wurde, ist er auch nicht Opfer im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 OHG. Als Geschädigter, der nicht Opfer ist, ist er zur vorliegenden Beschwerde nicht legitimiert (BGE 136 IV 39). Eine Verletzung von Rechten, die ihm als am Verfahren beteiligte Partei nach dem Prozessrecht oder aufgrund der BV oder der EMRK zustehen, macht er nicht geltend. Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Der finanziellen Lage des Beschwerdeführers ist bei der Bemessung der Gerichtsgebühr Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG). Dem Beschwerdegegner 1 ist keine Entschädigung auszurichten, weil er vor Bundesgericht keine Umtriebe hatte. Damit ist dessen Gesuch um Sicherstellung einer Parteientschädigung gegenstandslos.
Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 300.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Luzern, II. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 16. Dezember 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre C. Monn

Schlagwörter

standingdefamationprivate prosecutorvictim statuslegal aidcourt costsnon-entry

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appellant had standing to bring a criminal appeal to the Federal Supreme Court

Extrahierter Entscheid

No standing was established, because he was neither a private prosecutor nor a victim, and he alleged no violation of procedural rights of his own.

Extrahierte Begründung

The public prosecutor participated in the cantonal proceedings, excluding private-prosecutor status under Art. 81(1)(b)(4) BGG. The alleged defamation did not directly affect the appellant's physical, psychological, or sexual integrity, so he was not a victim under Art. 81(1)(b)(5) BGG and Art. 1(1) OHG. As an injured party who is not a victim, he lacked standing.

Kernrechtsfrage

Whether the request for free legal aid should be granted

Extrahierter Entscheid

No, because the appeal lacked prospects of success.

Extrahierte Begründung

The claims were plainly doomed due to the absence of standing.

Kernrechtsfrage

Allocation of court costs

Extrahierter Entscheid

Court costs were imposed on the appellant, reduced in light of his financial situation.

Extrahierte Begründung

Costs follow the unsuccessful filing under Art. 66(1) BGG; the fee was set taking account of his means under Art. 65(2) BGG.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.