Speeding conviction upheld; no-entered objections dismissed

6B_949/2010Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung11.04.2011Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

N.________ challenged a Bern cantonal judgment confirming a CHF 400 fine for speeding in an inner-city zone by 16 km/h. Before the Federal Supreme Court, he argued that the radar measured in a curve, that a 5 km/h tolerance should apply, and that three photos were unusable. The court held that he did not meaningfully engage with the cantonal court's reasoning on any of these points. The complaint was therefore dismissed insofar as it was admissible, and CHF 2,000 in court costs were charged to the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 66 Abs. 1 BGG; criminal complaint against a cantonal conviction for speeding; requirements of reasoned pleadings. A federal complaint is inadmissible to the extent that the appellant merely repeats objections without confronting the decisive reasoning of the cantonal judgment. Where the lower court's findings rest on technical measurement evidence and an expert's quantified uncertainty, a challenge must specifically demonstrate why those findings are arbitrary or legally erroneous. Unsupported criticism of the measurement location, tolerance deduction, or evidentiary value of photographs does not suffice to obtain review (consid. 1-3).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_949/2010

Urteil vom 11. April 2011
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Bundesrichter Wiprächtiger, Mathys,
Gerichtsschreiber Borner.

Verfahrensbeteiligte
N.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Generalprokurator des Kantons Bern, Maulbeerstrasse 10, 3011 Bern,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Widerhandlungen gegen das SVG,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern, 1. Strafkammer, vom 1. Oktober 2010.

Sachverhalt:

A.
Der Gerichtspräsident 6 des Gerichtskreises V Burgdorf büsste N.________ am 23. Juni 2010 wegen einfacher Verletzung der Verkehrsregeln (Überschreiten der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit innerorts um 16 km/h) mit Fr. 400.--.

Auf Appellation des Gebüssten bestätigte das Obergericht des Kantons Bern am 1. Oktober 2010 das erstinstanzliche Urteil.

B.
N.________ führt Beschwerde in Strafsachen und beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, eventuell sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen.

Erwägungen:

1.
Der Beschwerdeführer macht geltend, der Radar habe seine Geschwindigkeit unzulässigerweise in einer Kurve gemessen.

Die Vorinstanz erwägt, die Messdatenbildung für den abschliessenden Messwert finde erst ein paar Meter vor der Triggerlinie statt, so dass sich die Messphase auf einem geraden Stück befinde (vgl. act. 70). Mit dieser Begründung setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander. Deshalb ist auf seine Ausführungen nicht einzutreten.

2.
Der Beschwerdeführer argumentiert mit einem Toleranzabzug von 5 km/h und kommt so auf eine Geschwindigkeit von 65.6 km/h, die noch im Ordnungsbussenbereich liege.

Die Geschwindigkeit des Beschwerdeführers wurde mit folgenden Komponenten gemessen: Überwachungssystem für Rotlicht und Geschwindigkeit Gatso GTC-D_NID_LTR, Radar Detektor Gatso NID und Radarsensor Gatso LTR (angefochtener Entscheid S. 6 Ziff. 1). Der Gutachter beziffert im konkreten Fall die Unsicherheit des gemessenen Wertes mit maximal 2.0 km/h (S. 10 Mitte). Nach Abzug dieses Wertes bestimmt die Vorinstanz die relevante Geschwindigkeit mit 68.6 km/h (S. 14 Abs. 2). Mit diesen zutreffenden Erwägungen setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander. Seine Ausführungen (die stufenweisen Sanktionen der OBV bei Geschwindigkeitsübertretungen seien angesichts der grösseren Messgenauigkeiten der neuen Geräte nicht mehr zeitgemäss; das Aufrunden der gemessenen Geschwindigkeit von 70.6 auf 71 km/h sei willkürlich) gehen an der Sache vorbei bzw. sind nicht von Bedeutung, weil der Beschwerdeführer die Höchstgeschwindigkeit um mindestens 16 km/h überschritten hat.

3.
Der Beschwerdeführer bezeichnet 3 Fotos als nicht verwertbar, weil genaue Angaben fehlten, zu welchem Zeitpunkt (100/Sek.) sie gemacht worden seien.

Die Vorinstanz hält dazu unter anderem fest, die Uhrzeiten auf den Fotos seien für die gutachterlichen Feststellungen und Schlussfolgerungen ohne Belang gewesen (angefochtener Entscheid S. 14). Damit setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander, weshalb auf seine Rüge nicht einzutreten ist.

4.
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern, 1. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 11. April 2011

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre Borner

Schlagwörter

speedingtraffic rulesradar measurementadmissibilityreasoned complaintevidence assessmentcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint against the cantonal judgment was sufficiently reasoned regarding the alleged inadmissible radar measurement in a curve.

Extrahierter Entscheid

The appellant did not engage with the cantonal court's reasoning that the decisive measurement phase occurred on a straight stretch before the trigger line; the complaint was therefore not examined on this point.

Extrahierte Begründung

A federal complaint must address the contested reasoning; a bare assertion without confronting the lower court's findings is insufficient.

Kernrechtsfrage

Whether the claimed tolerance deduction and evidence objections undermined the finding of speeding of at least 16 km/h over the limit.

Extrahierter Entscheid

The appellant failed to show error in the cantonal assessment; after the expert's maximum uncertainty deduction, the relevant speed remained 68.6 km/h, so the infringement persisted.

Extrahierte Begründung

The court relied on the technical measurement setup and expert conclusion on maximum uncertainty of 2.0 km/h. The appellant's arguments about older sanction thresholds and rounding were irrelevant because the excess speed remained at least 16 km/h.

Kernrechtsfrage

Whether three photos were unusable because they lacked exact time indications.

Extrahierter Entscheid

The objection was not addressed on the merits because the appellant did not confront the cantonal court's statement that the times on the photos were irrelevant to the expert findings and conclusions.

Extrahierte Begründung

Again, the complaint lacked a reasoned challenge to the lower court's determinative reasoning.

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