No standing for complainant in criminal complaint appeal

6B_931/2009Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung04.02.2010Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court did not enter into the company's appeal against a cantonal non-entry decision concerning several alleged offenses. It held that the company, as mere complainant, lacked standing under Art. 81(1) BGG. The complaint on the right to be heard was also insufficiently reasoned and amounted to inadmissible appellate criticism. Court costs of CHF 800 were charged to the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 81 Abs. 1 BGG, Art. 106 Abs. 2 BGG, Art. 108 BGG; standing of a mere complainant and substantiation of a right-to-be-heard complaint in criminal matters. A person who is only the reporting party in cantonal criminal proceedings generally lacks a legally protected interest in challenging a non-entry decision. A constitutional or procedural complaint must be specifically reasoned; mere appellatory criticism is insufficient. The Federal Supreme Court may therefore refuse to enter into the appeal in simplified procedure where admissibility requirements are manifestly not met (consid. 1). Court costs are allocated to the unsuccessful appellant under Art. 66 Abs. 1 BGG (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_931/2009

Urteil vom 4. Februar 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiberin Arquint Hill.

Parteien
X.________ GmbH,
Beschwerdeführerin,

gegen

Generalprokurator des Kantons Bern, 3001 Bern,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Amtsmissbrauch usw.; Verletzung des rechtlichen Gehörs,

Beschwerde gegen den Beschluss der Anklagekammer des Obergerichts des Kantons Bern vom 18. September 2009.
Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Die Beschwerdeführerin wendet sich dagegen, dass auf eine Strafanzeige wegen Amtsmissbrauchs, ungetreuer Amtsführung, Betrugs, Nötigung und Ehrverletzungsdelikten und einen dagegen gerichteten Rekurs nicht eingetreten wurden. Gemäss Art. 81 Abs. 1 BGG ist die Beschwerdeführerin zur Beschwerde nicht legitimiert, weil nicht ersichtlich ist, inwieweit sie als blosse Anzeigestellerin ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben könnte (BGE 133 IV 228). Hinzu kommt, dass sie eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör geltend macht, ohne dass die Beschwerde, die sich in unzulässiger appellatorischer Kritik erschöpft, den Begründungsanforderungen von Art. 106 Abs. 2 BGG genügt. So hat sich die Vorinstanz entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin mit den Vorbringen gemäss Eingabe vom 14. September 2009 befasst. Das ergibt sich schon aus der vorinstanzlichen Erwägung, es sei für sich alleine genommen nicht strafbar, die gleiche Geldzahlung zweimal zu verlangen (vgl. angefochtenen Entscheid, S. 6 ff.). Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und der Anklagekammer des Obergerichts des Kantons Bern schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 4. Februar 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Favre Arquint Hill

Schlagwörter

standingright to be heardcriminal complaintnon-entryinadmissibilitycourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complainant had standing to challenge the cantonal non-entry decision before the Federal Supreme Court

Extrahierter Entscheid

The company, as mere complainant, lacked a legally protected interest and therefore had no standing.

Extrahierte Begründung

Under Art. 81(1) BGG, a mere reporting party is generally not entitled to appeal a decision refusing to enter into a criminal complaint. No sufficient interest was shown.

Kernrechtsfrage

Whether the appeal met the requirements for alleging a violation of the right to be heard

Extrahierter Entscheid

No. The complaint consisted of inadmissible appellate criticism and did not satisfy Art. 106(2) BGG.

Extrahierte Begründung

The Federal Supreme Court held that the lower court had in fact dealt with the submissions of 14 September 2009; the appeal did not demonstrate a cognizable denial of hearing.

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