Non-entry for missing decision and insufficient reasoning

6B_898/2009Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung22.10.2009Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court did not enter into a criminal complaint against a Zurich High Court revision decision. The appellant was initially given time to cure a non-lawyer representation defect and to file the challenged decision. Although the appellant later signed the complaint personally, the challenged decision was not submitted within the deadline. The complaint also failed to address any revision ground and therefore did not meet the reasoning requirements. Court costs of CHF 800 were imposed on the unauthorized representative as the person who caused unnecessary costs.

Omnilex-Regeste

Art. 40 Abs. 1, Art. 42 Abs. 2, 3 and 5, Art. 66 Abs. 3 BGG; admissibility of a criminal-law complaint and allocation of unnecessary costs. A submission is inadmissible if, despite a warning under Art. 42 Abs. 3 and 5 BGG, the challenged decision is not filed within the time limit. Independently, the complaint must engage with the decisive grounds of the impugned decision; arguments directed solely against the underlying conviction or sentence do not satisfy Art. 42 Abs. 2 BGG when the attack concerns a revision ruling. Under Art. 66 Abs. 3 BGG, court costs caused by procedurally defective conduct may be imposed on the person who occasioned them, including an unauthorized representative (consid. 1-2).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_898/2009

Urteil vom 22. Oktober 2009
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________, vertreten durch A._________,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, 8090 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Strafvollzug,

Beschwerde gegen einen Revisionsentscheid des Obergerichts des Kantons Zürich vom 18. August 2009.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
In Strafsachen können Parteien vor Bundesgericht nur von Anwälten und Anwältinnen vertreten werden (Art. 40 Abs. 1 BGG). Da der Vertreter des Beschwerdeführers nicht Anwalt ist, wurde ihm mit Verfügung vom 23. September 2009 eine Frist bis zum 7. Oktober 2009 angesetzt, den Mangel der Beschwerdeschrift zu beheben (act. 2). Innert Frist ging eine vom Beschwerdeführer persönlich unterschriebene Beschwerdeschrift ein (act. 3). Unter diesem Gesichtswinkel wäre auf die Beschwerde einzutreten.

Indessen wurde der Vertreter des Beschwerdeführers in der Verfügung vom 23. September 2009 in Anwendung von Art. 42 Abs. 3 und 5 BGG auch noch aufgefordert, innert derselben Frist den angefochtenen Entscheid nachzureichen, ansonsten die Rechtsschrift unbeachtet bleibe (act. 2). Der angefochtene Entscheid ist innert Frist nicht eingegangen. Folglich ist androhungsgemäss auf die Beschwerde nicht einzutreten.

Im Übrigen kann auf die Beschwerde noch aus einem anderen Grund nicht eingetreten werden. Es ist ihr zu entnehmen, dass ein Revisionsentscheid des Obergerichts des Kantons Zürich vom 18. August 2009 angefochten werden soll. Die Begründung der Beschwerde befasst sich mit der Frage, ob sich der Beschwerdeführer strafbar gemacht hat (Ziff. 1), mit der ausgefällten Sanktion (Ziff. 2 - 5) sowie mit den Sprachproblemen des Beschwerdeführers (Ziff. 6). Mit der Frage, ob ein Revisionsgrund vorliegen könnte, befasst sie sich nicht. Folglich genügt sie den Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 BGG nicht.

Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Unnötige Kosten hat zu bezahlen, wer sie verursacht (Art. 66 Abs. 3 BGG). Im vorliegenden Fall hat der Vertreter des Beschwerdeführers, der zur Vertretung nicht befugt ist, zusätzlich übersehen, dass er mit Verfügung vom 23. September 2009 auch noch aufgefordert wurde, den angefochtenen Entscheid nachzureichen. Er hat unnötige Gerichtskosten verursacht, so dass ihm diese aufzuerlegen sind.

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Vertreter des Beschwerdeführers auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer persönlich, dem Vertreter des Beschwerdeführers, der Oberstaatsanwaltschaft und dem Obergericht des Kantons Zürich schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 22. Oktober 2009

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre Monn

Schlagwörter

criminal appealnon-entryadmissibilityreasoning requirementscourt costsrepresentationrevision

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the criminal complaint was admissible despite representation by a non-lawyer and failure to file the challenged decision on time.

Extrahierter Entscheid

The complaint had to be disregarded because the challenged decision was not submitted within the set time limit, and the representative was not authorized to represent parties before the Federal Supreme Court in criminal matters.

Extrahierte Begründung

Although the defect in representation was cured by the appellant's personal signature, the separate court order also required timely filing of the challenged decision under threat of non-consideration. That document was not filed, so non-entry followed. The complaint also lacked any argument addressing a revision ground under Art. 42 Abs. 2 BGG.

Kernrechtsfrage

Whether the court costs should be imposed on the appellant's representative.

Extrahierter Entscheid

The representative had to bear the court costs because he caused unnecessary costs by filing procedurally defective submissions and failing to comply with the court's order.

Extrahierte Begründung

Under Art. 66 Abs. 3 BGG, unnecessary costs are borne by the person who caused them; here the unauthorized representative overlooked the duty to submit the challenged decision.

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