Non-entry for inadmissible criminal complaint; legal aid refused

6B_843/2013Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung18.09.2013Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Supreme Court did not enter into the criminal complaint against the Solothurn appellate judgment convicting the complainant for speeding. It held that his new assertion that he lacked explicit intent was inadmissible because it had not been triggered by the cantonal decision. The request for free legal aid was refused as the complaint was hopeless. Court costs of CHF 500 were imposed, reduced in light of the complainant’s financial situation.

Regest

Art. 99 Abs. 1 BGG; new allegations are inadmissible before the Federal Supreme Court unless they are first occasioned by the contested decision. A complaint based on such a new assertion is not to be entered into under Art. 108 BGG. Legal aid under Art. 64 BGG requires a non-frivolous case; if the appeal is manifestly hopeless, the request must be refused. When costs are imposed under Art. 66 Abs. 1 BGG, the court may take account of the party’s financial circumstances pursuant to Art. 65 Abs. 2 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}

6B_843/2013

Urteil vom 18. September 2013

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Einzelrichter,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Solothurn, Franziskanerhof, Barfüssergasse 28, Postfach 157, 4502 Solothurn,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Verletzung von Verkehrsregeln,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Solothurn, Strafkammer, vom 12. August 2013.

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1.

Das Obergericht des Kantons Solothurn verurteilte den Beschwerdeführer am 12. August 2013 wegen Überschreitens der innerorts geltenden Höchstgeschwindigkeit zu einer Busse von Fr. 120.-- bzw. einer Ersatzfreiheitsstrafe von zwei Tagen. Während der Beschwerdeführer im kantonalen Verfahren die Radarkontrolle als unfair und die Bestrafung eines einfachen Bürgers, der nicht Diplomat ist, als ungerecht bezeichnete (angefochtenes Urteil S. 4 E. 2), bestreitet er vor Bundesgericht, einen expliziten Vorsatz, die Geschwindigkeit zu überschreiten, gehabt zu haben. Zu dieser neuen Behauptung wurde er nicht erst durch den angefochtenen Entscheid veranlasst, weshalb das Vorbringen unzulässig ist (Art. 99 Abs. 1 BGG). Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.

Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das nachträglich gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Der finanziellen Lage des Beschwerdeführers, der nur die AHV bezieht (angefochtenes Urteil S. 5 E. 4), ist bei der Bemessung der Gerichtskosten Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt der Einzelrichter:

1.

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.

Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.

Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Solothurn, Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 18. September 2013

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Einzelrichter: Schneider

Der Gerichtsschreiber: C. Monn

Schlagwörter

traffic offensespeedingnew allegationsinadmissibilitynon-entrylegal aidcourt costs