Late federal appeal; legal aid denied

6B_833/2011Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung09.01.2012Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Supreme Court held that the criminal appeal was filed one day after expiry of the 30-day deadline, since the appellant received the lower-court judgment on 8 November 2011 and posted the appeal only on 9 December 2011. The court therefore did not enter into the matter. It also treated the request of indigence as a motion for free legal aid and rejected it because the belated appeal was manifestly hopeless. Court costs of CHF 500 were charged to the appellant, taking her financial situation into account.

Regest

Art. 100 Abs. 1 and Art. 108 BGG; timeliness of the appeal as a prerequisite to admissibility. An appeal lodged after expiry of the statutory time limit is manifestly inadmissible and gives rise to non-entry under Art. 108 BGG. A request for free legal aid under Art. 64 BGG must be refused where the proceeding lacks any prospect of success; an out-of-time appeal is hopeless ex ante. Court costs are borne by the unsuccessful party under Art. 66 Abs. 1 BGG, with due regard to financial circumstances pursuant to Art. 65 Abs. 2 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_833/2011

Urteil vom 9. Januar 2012
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, als Einzelrichter,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich, Tösstalstrasse 163, 8400 Winterthur,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Strafvollzug (Kosten betr. den Massnahmevollzug),

Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, 3. Abteilung, vom 27. Oktober 2011.

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1.
Eine Beschwerde ans Bundesgericht ist innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des angefochtenen Entscheids einzureichen (Art. 100 Abs. 1 BGG). Gemäss Empfangsbestätigung erhielt die Beschwerdeführerin den angefochtenen Entscheid am 8. November 2011. Die Beschwerde hätte daher, um rechtzeitig zu sein, spätestens am 8. Dezember 2011 eingereicht sein müssen. Sie wurde indessen erst am 9. Dezember 2011 der Post übergeben und ist damit verspätet. Darauf ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Sie macht geltend, sie sei bedürftig (act. 1). Das Vorbringen kann als Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege entgegengenommen werden. Dieses ist indessen in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil eine verspätete Beschwerde von vornherein als aussichtslos erscheint. Der finanziellen Lage der Beschwerdeführerin ist bei der Bemessung der Gerichtsgebühr Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt der Einzelrichter:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, 3. Abteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 9. Januar 2012
Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Einzelrichter: Schneider

Der Gerichtsschreiber: Monn

Schlagwörter

appeal deadlineinadmissibilitylegal aidcourt costslate filing