Late criminal appeal; no entry and costs

6B_71/2008Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung08.02.2008Inadmissible

Zusammenfassung

The Swiss Federal Supreme Court held that the criminal complaint against the Aargau cantonal appeal judgment was late. Because the appellant could not be found at home, a pickup notice was left in the mailbox and service was deemed completed at the end of the seven-day collection period. The court rejected any duty of the cantonal court to investigate a new address. The complaint filed on 26 January 2008 was therefore out of time, leading to non-entry under Article 108 BGG and a cost order against the appellant.

Regest

Art. 108 BGG; timeliness of a complaint after failed postal service and deemed service. Where service of an appellate judgment is attempted at the party’s known address and a pickup notice is deposited, service is deemed effected at the end of the collection period. It is the addressee’s duty, under the principle of good faith, to ensure that the authority can validly serve the decision; there is no duty on the appellate court to search ex officio for a new address. A complaint lodged after expiry of the time limit is inadmissible and may be disposed of by non-entry in summary procedure; costs are borne by the losing party (consid. 1-2).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_71/2008

Urteil vom 8. Februar 2008
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Präsident,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau, Frey-Herosé-Strasse 12, Wielandhaus, 5001 Aarau,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Diebstahl, Hausfriedensbruch; Wiederherstellungsgesuch,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau, Strafgericht, 2. Kammer, vom 25. Juli 2007.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Die Beschwerde richtet sich gegen ein Berufungsurteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 25. Juli 2007. Wie der Beilage zur Beschwerde zu entnehmen ist, konnte der Beschwerdeführer beim Versuch, das Urteil zuzustellen, zu Hause nicht angetroffen werden, weshalb der Zustellbeamte im Briefkasten eine Abholungseinladung hinterliess. Bei dieser Sachlage ist von der Fiktion auszugehen, dass das angefochtene Urteil am letzten Tag der sieben Tage betragenden Abholfrist, d.h. am 23. August 2007, zugestellt wurde. Es trifft nicht zu, dass das Obergericht verpflichtet gewesen wäre, nach der neuen Adresse des Beschwerdeführers zu forschen. Nach dem Grundsatz von Treu und Glauben wäre es seine Sache gewesen, dafür zu sorgen, dass ihm die Berufungsinstanz ihr Urteil zustellen kann (BGE 130 III 396 E. 1.2.3; 119 V 89 E. 4b/aa). Da er dies unterlassen hat, muss er den Zustellversuch gegen sich gelten lassen. Unter diesen Umständen ist die Beschwerde vom 26. Januar 2008 verspätet. Darauf ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau, Strafgericht, 2. Kammer, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 8. Februar 2008
Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schneider Monn

Schlagwörter

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