Standing to appeal against dismissal of criminal proceedings

6B_65/2010Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung06.04.2010Inadmissible

Zusammenfassung

The appellant challenged the discontinuation of criminal proceedings for false accusation and false testimony. The Federal Supreme Court held that he lacked standing to appeal because he was neither a private prosecutor nor a victim under the BGG/OHG framework. The appeal was therefore not entered into under the simplified procedure. The request for legal aid was denied as the appeal had no prospects of success, and costs of CHF 500 were imposed on the appellant.

Regest

Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 und 5 BGG; standing to appeal in criminal matters against a discontinuation decision. A complainant is not entitled to lodge a criminal appeal merely as an injured person if the public prosecutor participated in the cantonal proceedings and the alleged offences did not directly affect the complainant's bodily, psychological or sexual integrity. In the absence of private-prosecutor status or victim status under Art. 1 Abs. 1 OHG, the appeal is inadmissible and may be dismissed under Art. 108 BGG. Legal aid under Art. 64 BGG is refused where the legal remedies sought are manifestly hopeless; court costs are allocated under Art. 66 Abs. 1 BGG, taking account of financial capacity under Art. 65 Abs. 2 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_65/2010

Urteil vom 6. April 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiber Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt, Binningerstrasse 21, Postfach, 4001 Basel,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Einstellung des Verfahrens
(falsche Anschuldigung usw.),

Beschwerde gegen den Entscheid des Strafgerichts des Kantons Basel-Stadt, Rekurskammer, vom 8. August 2009.
Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Die Beschwerde richtet sich dagegen, dass ein Verfahren betreffend falscher Anschuldigungen und falschen Zeugnisses eingestellt wurde. Der Beschwerdeführer ist entgegen seiner Ansicht als "Betroffener und Anzeigeerstatter" (Beschwerde S. 3 Ziff. 4) zum vorliegenden Rechtsmittel nicht legitimiert. Da die Staatsanwaltschaft am kantonalen Verfahren teilgenommen hat, ist er nicht Privatstrafkläger im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 BGG. Da er durch die angezeigten Straftaten nicht in seiner körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität unmittelbar beeinträchtigt wurde (Art. 1 Abs. 1 OHG), ist er auch nicht Opfer im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG. Als Geschädigter, der nicht Opfer ist, ist er zur Beschwerde in Strafsachen nicht legitimiert (BGE 6B_540/2009 vom 22. Oktober 2009; 133 IV 228). Darauf ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Der finanziellen Lage des Beschwerdeführers ist bei der Bemessung der Gerichtsgebühr Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).
Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Strafgericht des Kantons Basel-Stadt, Rekurskammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 6. April 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre Monn

Schlagwörter

standingvictim statusprivate prosecutorinadmissibilitylegal aidcourt costsdiscontinuation