Non-entry on complaint for insufficient criminal report

6B_638/2011Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung26.10.2011Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court dealt with a criminal-law complaint against a cantonal appellate decision that had rejected both a denial-of-justice complaint and a request to reopen proceedings. Before the Federal Court, the appellant only challenged the alleged denial of justice, arguing that his criminal report had sufficiently described the alleged offence. The Court held that this vague submission did not show any violation of federal law and therefore did not enter into the complaint under Art. 108 BGG. It also refused free legal aid because the appeal was hopeless, and it imposed reduced court costs of CHF 500 on the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 95, 108 and 64 BGG; admissibility of a complaint alleging denial of justice against the non-action of a prosecuting authority. A submission is inadmissible where the appellant merely disputes the cantonal assessment in an unsubstantiated manner and fails to demonstrate, by reference to federal law, that the contested filing was capable of establishing an initial suspicion. Where the legal remedies sought are manifestly hopeless, free legal aid must be denied under Art. 64 BGG. Court costs are charged to the unsuccessful party under Art. 66 Abs. 1 BGG, with due regard to financial circumstances under Art. 65 Abs. 2 BGG. Consid. 1-2.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_638/2011

Urteil vom 26. Oktober 2011
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Einzelrichter,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Thurgau, Zürcherstrasse 323, 8510 Frauenfeld,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Rechtsverweigerung und Gesuch um Wiederaufnahme,

Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Thurgau vom 7. Juli 2011.

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1.
Die Vorinstanz wies im angefochtenen Entscheid einerseits eine Rechtsverweigerungsbeschwerde, die eine formlose Zurückweisung einer vom Beschwerdeführer erstatteten Strafanzeige durch die Staatsanwaltschaft betraf, und anderseits ein Wiederaufnahmegesuch, welches sich auf eine gegen den Beschwerdeführer ausgesprochene Strafverfügung bezog, ab. Vor Bundesgericht äussert sich der Beschwerdeführer nur zur angeblichen Rechtsverweigerung. Er macht geltend, in seiner Strafanzeige habe er die Tat, derentwegen die Bestrafung verlangt werde, hinreichend bezeichnet, denn er habe auf die gefälschte Kopie einer Rechnung und darauf hingewiesen, dass eine "Photographiemontage" vorgenommen worden sei, "um eine Spiegelung vorzutäuschen". Mit diesem nicht näher erläuterten Vorbringen vermag er indessen nicht darzutun, dass die Annahme der Vorinstanz, die Strafanzeige sei offensichtlich ungenügend gewesen und habe keinen Anfangsverdacht gegen die Angeschuldigten zu begründen vermocht (angefochtener Entscheid S. 3/4 E. 5), gegen das Recht im Sinne von Art. 95 BGG verstossen könnte. Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das nachträglich gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Der finanziellen Lage des Beschwerdeführers ist bei der Bemessung der Gerichtsgebühr Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).
Demnach erkennt der Einzelrichter:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 26. Oktober 2011

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Einzelrichter: Schneider

Der Gerichtsschreiber: C. Monn

Schlagwörter

non-entrydenial of justicecriminal reportinitial suspicionfree legal aidcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint alleging denial of justice due to the prosecutor's informal rejection of a criminal report is admissible.

Extrahierter Entscheid

The complaint was inadmissible because the appellant did not show that the cantonal court's finding of an obviously insufficient criminal report was unlawful under Art. 95 BGG.

Extrahierte Begründung

The appellant's vague assertion that the report sufficiently identified the offence did not rebut the lower court's conclusion that no initial suspicion was established.

Kernrechtsfrage

Whether the appellant is entitled to free legal aid.

Extrahierter Entscheid

Free legal aid was denied because the appeal lacked prospects of success.

Extrahierte Begründung

An unsuccessful and thus hopeless complaint does not satisfy the requirements of Art. 64 BGG.

Kernrechtsfrage

Allocation of court costs.

Extrahierter Entscheid

Court costs of CHF 500 were charged to the appellant, taking his financial situation into account.

Extrahierte Begründung

Costs follow the unsuccessful proceeding; reduced fee considered the appellant's means under Art. 65(2) BGG.

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