No standing to challenge non-entry decision in criminal complaint

6B_607/2009Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung23.07.2009Inadmissible

Zusammenfassung

The Federal Supreme Court held that the complainant lacked standing to challenge the canton’s refusal to enter into his criminal complaint for alleged fraud and document forgery. He was neither a private prosecutor nor a victim under the Victims Assistance Act, so the complaint was inadmissible. His request for legal aid was rejected as hopeless, and reduced court costs of CHF 500 were imposed.

Regest

Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 und 5 BGG; standing in criminal matters; a complainant against a non-entry decision lacks federal standing if the public prosecutor participated in the cantonal proceedings and if the alleged offenses do not directly affect physical, psychological, or sexual integrity. A merely injured third party who is not a victim within the meaning of Art. 1 Abs. 1 OHG is not entitled to appeal (consid. 1). Art. 64 BGG: legal aid is excluded where the appeal is manifestly without prospects of success; indigence alone does not suffice. Art. 66 para. 1 and Art. 65 para. 2 BGG: costs are borne by the unsuccessful party, but may be reduced in light of limited means (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_607/2009

Urteil vom 23. Juli 2009
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen, 9001 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Nichteintretensverfügung (Betrug, Urkundenfälschung),

Beschwerde gegen den Entscheid der Anklagekammer des Kantons St. Gallen vom 12. Mai 2009 (AK.2009.88-AK).

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Die Beschwerde richtet sich dagegen, dass auf eine Strafklage des Beschwerdeführers wegen angeblicher Vermögens- und Urkundendelikte nicht eingetreten wurde. Da die Staatsanwaltschaft am kantonalen Verfahren beteiligt war, ist der Beschwerdeführer indessen nicht Privatstrafkläger im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 BGG. Er wurde durch die angezeigten Straftaten auch nicht in seiner körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität unmittelbar beeinträchtigt, weshalb er nicht Opfer im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 OHG ist. Als Geschädigter, der nicht Opfer ist, ist er zur vorliegenden Beschwerde nicht legitimiert (BGE 133 IV 228). Darauf ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Er macht indessen geltend, er sei völlig mittellos (Beschwerde S. 11). Das Vorbringen kann als Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege entgegengenommen werden. Dieses ist in Anwendung von Art. 64 BGG indessen abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Der finanziellen Lage des Beschwerdeführers ist durch eine herabgesetzte Gerichtsgebühr Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und der Anklagekammer des Kantons St. Gallen schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 23. Juli 2009

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre Monn

Schlagwörter

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