No standing to appeal non-entry on false accusation complaints

6B_565/2008Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung07.08.2008Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Supreme Court held that the complainant had no standing to challenge the cantonal refusal to enter into her two criminal complaints for false accusation. She was not a private complainant under Art. 81(1)(b)(4) BGG and did not qualify as an injured person under Art. 81(1)(b)(5) BGG. Her constitutional grievances were also insufficiently reasoned under Art. 106(2) BGG. The appeal was therefore not entered into, and court costs of CHF 800 were charged to her.

Regest

Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 und 5 BGG; Art. 106 Abs. 2 BGG; standing of a complainant against a cantonal non-entry decision in criminal proceedings. A person who merely suffers from the refusal to prosecute is not entitled to appeal unless she is a private complainant or qualifies as an injured person whose bodily, sexual or psychological integrity is directly affected. Where the State prosecution authority participated in the cantonal proceedings, private-criminal-complainant status is excluded; mere property or procedural interests do not suffice (consid. 1). Alleged constitutional violations must be expressly identified and substantiated; absent such reasoning, the complaint is inadmissible under Art. 108 BGG (consid. 1).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_565/2008/bri

Urteil vom 7. August 2008
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, als Einzelrichter,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Generalprokurator des Kantons Bern, Hochschulstrasse 17, 3012 Bern,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Nichteintretensentscheid (falsche Anschuldigung),

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern, Anklagekammer, vom 4. Juni 2008.

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1.
Die Beschwerdeführerin wendet sich dagegen, dass auf ihre zwei Strafanzeigen wegen falscher Anschuldigung nicht eingetreten wurde. Da die Staatsanwaltschaft am kantonalen Verfahren beteiligt war, ist die Beschwerdeführerin indessen nicht Privatstrafklägerin im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 BGG. Auch wurde sie durch die angeblichen Straftaten nicht in ihrer körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt, weshalb sie nicht Opfer im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 OHG ist. Unter diesen Umständen ist sie als Geschädigte zur vorliegenden Beschwerde gegen das Nichteintreten auf die Strafanzeigen nicht legitimiert (BGE 133 IV 228). Soweit sie rügt, es seien Verfahrensfehler begangen worden, führt sie nicht aus, welches Grundrecht und inwieweit dieses durch die angeblichen Verfahrensfehler verletzt worden sein soll. Insoweit genügt die Beschwerde den Begründungsanforderungen von Art. 106 Abs. 2 BGG nicht. Darauf ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Einzelrichter:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern, Anklagekammer, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 7. August 2008
Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Favre Monn

Schlagwörter

standingnon-entry decisionfalse accusationcriminal complaintinjured personconstitutional reasoningcourt costs