Non-entry on juvenile complaint over supervision and urine test

6B_564/2008Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung11.07.2008Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court did not enter into the juvenile appellant's complaint against orders for personal supervision and a urine test. It held that the filing failed to demonstrate any violation of Art. 95 BGG: the asserted change in circumstances and the denial of drug involvement were unsupported and did not rebut the lower court's findings. In view of the appellant's youth, the court exceptionally waived court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 95 BGG, Art. 108 BGG; non-entry on a complaint for insufficient substantiation. A federal complaint must, in a manner that engages the challenged reasoning, show how the decision violates federal law; mere factual assertions or unsubstantiated denials do not suffice. If this threshold is not met, the court may refuse to enter into the matter under Art. 108 BGG. In juvenile matters, costs may exceptionally be waived in view of the offender's age.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_564/2008 /hum

Urteil vom 11. Juli 2008
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Präsident,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen
Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis,
Justizgebäude, Av. Mathieu-Schiner 1, 1950 Sitten,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Persönliche Betreuung, Pflicht zur Abgabe einer Urinprobe,

Beschwerde gegen das Strafurteil des Jugendgerichts des Kantons Wallis vom 28. März 2008.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Die Beschwerde richtet sich dagegen, dass gegen den jugendlichen Beschwerdeführer eine persönliche Betreuung und die Abgabe einer Urinprobe angeordnet wurde.

Die Vorinstanz ging in Bezug auf die persönliche Betreuung davon aus, dass aufgrund der persönlichen, familiären und schulischen Verhältnisse sowie der Zukunftsperspektiven (Abruch der Schule, fehlende Hinführung auf eine Berufsausübung, bevorstehender Eintritt in die Lehre) die Anordnung einer Betreuung gerechtfertigt sei (angefochtener Entscheid S. 3 E. 5). Es sei von entscheidender Bedeutung, dass der Beschwerdeführer einem geregelten Alltag nachgehe und einen Beruf erlerne. Aufgrund der bisherigen Vorkommnisse (Verharmlosung der Umstände durch die Bezugspersonen) und die falsche Selbsteinschätzung (Psychologiestudium ohne auch nur über den Schulabschluss zu verfügen) sei eine externe Hilfestellung dringend notwendig (angefochtener Entscheid S. 4 E. 8). Mit der unbelegten Behauptung, der Beschwerdeführer gehe nun einer regelmässigen Arbeit nach und führe zusammen mit einer Freundin einen Haushalt, lässt sich nicht darlegen, dass die Schlussfolgerungen der Vorinstanz gegen das Recht im Sinne von Art. 95 BGG verstossen.

Seiner Behauptung, er habe nie mit Drogen etwas zu tun gehabt, widerspricht, dass er wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilt worden ist. Er vermag folglich nicht darzulegen, dass die angeordnete Urinprobe gegen dass Recht im Sinne von Art. 95 BGG verstösst.

Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Angesichts des jugendlichen Alters des Beschwerdeführers kann ausnahmsweise auf eine Kostenauflage verzichtet werden.
Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Jugendgericht des Kantons Wallis schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 11. Juli 2008
Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schneider Monn

Schlagwörter

non-entryjuvenile justicepersonal supervisionurine testsubstantiationcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint against the orders for personal supervision and a urine test was sufficiently reasoned to be examined

Extrahierter Entscheid

The complaint did not show a violation of federal law and therefore could not be examined on the merits.

Extrahierte Begründung

The appellant merely asserted changed personal circumstances and denied drug involvement, but these assertions were unsupported and contradicted the record; he did not demonstrate any legal error within the meaning of Art. 95 BGG.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be imposed on the juvenile appellant

Extrahierter Entscheid

No costs were imposed exceptionally because of the appellant's youth.

Extrahierte Begründung

Given the appellant's juvenile age, the court waived costs as an exception.

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