Lack of standing to challenge criminal dismissal

6B_551/2008Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung24.07.2008Inadmissible

Zusammenfassung

The Federal Supreme Court held that the complainant lacked standing to challenge the cantonal dismissal of a fraud case. He was neither a private prosecutor nor a victim under the relevant federal rules, because the alleged fraud did not directly impair his physical, sexual, or psychological integrity. The Court therefore did not enter into the appeal. It also denied legal aid as the appeal was hopeless and imposed reduced court costs of CHF 500 on the appellant.

Regest

Art. 81 Abs. 1 BGG; standing to appeal a dismissal of criminal proceedings. A mere injured party who is neither private prosecutor nor victim within the meaning of the Victim Assistance Act is not entitled to challenge the dismissal of criminal proceedings by way of a complaint in criminal matters. Victim status requires a direct impairment of physical, sexual or psychological integrity; purely patrimonial harm is insufficient. Where standing is absent, the Federal Supreme Court does not enter into the complaint under Art. 108 BGG. Legal aid under Art. 64 BGG is to be refused if the filing is manifestly devoid of prospects; costs may nevertheless be reduced in consideration of the appellant's financial situation (Art. 65 Abs. 2 BGG, Art. 66 Abs. 1 BGG).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_551/2008/sst

Urteil vom 24. Juli 2008
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, als Einzelrichter,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Landschaft, Bahnhofplatz 3a, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Verfahrenseinstellung (Betrug),

Beschwerde gegen den Beschluss des Verfahrensgerichts in Strafsachen des Kantons
Basel-Landschaft vom 26. November 2007.

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1.
Die Beschwerde richtet sich dagegen, dass ein Strafverfahren wegen Betrugs eingestellt wurde. Wer gegen die Einstellung eines Verfahrens zur Beschwerde in Strafsachen berechtigt ist, folgt aus Art. 81 Abs. 1 BGG. Der Beschwerdeführer ist nicht Privatstrafkläger im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 BGG, weil mit dem Besonderen Untersuchungsrichteramt die Staatsanwaltschaft am kantonalen Verfahren beteiligt war. Der Beschwerdeführer ist nicht Opfer im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG, weil er durch den angezeigten Betrug nicht in seiner körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt wurde (Art. 2 Abs. 1 Opferhilfegesetz). Als Geschädigter, der nicht Opfer ist, ist er zur vorliegenden Beschwerde nicht legitimiert (BGE 133 IV 228). Darauf ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Der finanziellen Lage des Beschwerdeführers ist durch eine herabgesetzte Gerichtsgebühr Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt der Einzelrichter:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Verfahrensgericht in Strafsachen des Kantons Basel-Landschaft schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 24. Juli 2008
Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Favre Monn

Schlagwörter

standingcriminal dismissalvictim statusprivate prosecutorlegal aidcourt costs