Non-entry for lack of standing in complaint against dismissal

6B_507/2010Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung24.06.2010Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court held that the complainant had no standing to challenge the dismissal of the criminal proceedings for trespass. He was neither a private accuser nor a victim, and he did not substantiate any federal-law duty to consult him before the decision. The request for access to the file was not within the Court's competence. The complaint was therefore not entered into under Art. 108 BGG, and court costs of CHF 800 were imposed on the complainant.

Omnilex-Regeste

Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 BGG; Art. 1 Abs. 1 OHG; Art. 42 Abs. 2, Art. 66 Abs. 1, Art. 95, Art. 106 Abs. 2, Art. 108 BGG; standing of an injured person against a dismissal order. A complainant who is neither private accuser nor victim lacks standing to challenge the discontinuance or dismissal of criminal proceedings. Victim status requires direct impairment of physical, psychological or sexual integrity. A mere injured person without victim status is, as a rule, not entitled to appeal. Allegations of federal-law breaches must be reasoned specifically under the applicable pleading standards; otherwise non-entry follows. Requests that fall outside the Federal Supreme Court's competence must be pursued before the competent cantonal authorities.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_507/2010

Urteil vom 24. Juni 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Einzelrichter,
Gerichtsschreiber Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

  1. Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg, Zaehringenstrasse 1, 1702 Freiburg,
  2. A.________,
    Beschwerdegegner.

Gegenstand
Einstellungsverfügung (Hausfriedensbruch),

Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts Freiburg, Strafkammer, vom 10. Mai 2010.
Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1.
Der Beschwerdeführer wendet sich dagegen, dass ein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs eingestellt und im angefochtenen Entscheid eine dagegen gerichtete Beschwerde abgewiesen wurden. Da die Staatsanwaltschaft am kantonalen Verfahren beteiligt war, ist er indessen nicht Privatstrafkläger im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 BGG. Im Gegensatz zu seiner Annahme ist er auch nicht Opfer, da er durch die angezeigte Straftat nicht in seiner körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität unmittelbar beeinträchtigt wurde (Art. 1 Abs. 1 OHG). Als Geschädigter, der nicht Opfer ist, ist er zur vorliegenden Beschwerde grundsätzlich nicht legitimiert (BGE 136 IV 29; 133 IV 228). Inwieweit das schweizerische Recht im Sinne von Art. 95 BGG es vorgeschrieben hätte, mit ihm vor dem Entscheid Kontakt aufzunehmen, wird in der Beschwerde nicht begründet, die insoweit die Anforderungen von Art. 42 Abs. 2 bzw. Art. 106 Abs. 2 BGG nicht erfüllt. Soweit der Beschwerdeführer schliesslich Einsicht in die Unterlagen verlangt, hat er sich an die kantonalen Behörden zu wenden, da das Bundesgericht für dieses Gesuch nicht zuständig ist. Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Dem Beschwerdegegner ist keine Entschädigung auszurichten, weil er vor Bundesgericht keine Umtriebe hatte.
Demnach erkennt der Einzelrichter:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht Freiburg, Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 24. Juni 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Schneider Monn

Schlagwörter

standingnon-entryvictim statusprivate accuserdismissal of proceedingsfile accesscourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complainant had standing to bring the federal criminal complaint against the dismissal order.

Extrahierter Entscheid

He lacked standing because he was neither a private claimant nor an injured victim within the meaning of the applicable federal rules.

Extrahierte Begründung

The public prosecutor had participated in the cantonal proceedings, excluding private-accuser status. The alleged offence did not directly affect the complainant's physical, psychological, or sexual integrity, so he was not a victim. As a non-victim injured person, he was therefore generally not entitled to appeal.

Kernrechtsfrage

Whether the request for access to the file could be decided by the Federal Supreme Court.

Extrahierter Entscheid

No; the request had to be addressed to the cantonal authorities.

Extrahierte Begründung

The Federal Supreme Court was not competent to decide the file-access request in this procedural posture.

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