No federal revision ground based on cantonal recusal issue

6B_493/2008Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung29.08.2008Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

X.________ sought revision of a prior judgment, alleging bias of the cantonal single judge and requesting annulment and compensation. The Zurich Administrative Court declined to enter into the request and forwarded the file to the Federal Supreme Court. The Federal Supreme Court held that none of the revision grounds under Art. 121 ff. BGG were met: a cantonal recusal defect is not a ground under Art. 121 lit. a BGG, the grounds in Arts. 122 and 123(1) BGG were irrelevant, and Art. 123(2)(b) BGG did not apply on the facts. The revision request was therefore not admitted, and no court costs were imposed.

Omnilex-Regeste

Art. 121 ff. BGG; revision of a Federal Supreme Court judgment requires a federal ground for revision. Art. 121 BGG concerns only procedural violations in the federal proceedings, in particular defects in the composition of the court, dispositional violations, failure to address requests, or clerical error; a recusal defect in the cantonal proceedings does not fall under Art. 121 lit. a BGG. Art. 122 BGG and Art. 123(1) BGG are inapplicable where no EMRK violation or criminal influence on the judgment is asserted. Art. 123(2)(b) BGG on new facts or evidence applies only within the limits recognized by case law, notably where the Federal Supreme Court has itself replaced the lower court's factual findings (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_493/2008/sst

Urteil vom 29. August 2008
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, präsidierendes Mitglied,
Bundesrichter Wiprächtiger, Zünd,
Gerichtsschreiber Störi.

Parteien
X.________, Beschwerdeführer,

gegen

Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Amtsleitung, Feldstrasse 42, 8090 Zürich Amtsstellen Kt ZH, Beschwerdegegner.

Gegenstand
Kosten,

Beschwerde gegen den Entscheid
des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich,
4. Abteilung, Einzelrichter, vom 25. September 2007.

Erwägungen:

1.
X.________ gelangte am 26. Mai 2008 an das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich mit der Erklärung, nicht gewillt zu sein, die Kosten des Urteils des Verwaltungsgerichts vom 25. September 2007 zu begleichen, zumal der damals urteilende Einzelrichter befangen gewesen sei. Er beantrage daher die Aufhebung dieses Entscheids und die Zusprechung einer Parteientschädigung.
Mit Verfügung vom 5. Juni 2008 trat der Einzelrichter des Verwaltungsgerichts auf das Revisionsgesuch nicht ein. Er erachtete - da der damalige Entscheid an das Bundesgericht weitergezogen worden sei - dieses für zuständig, über das Revisionsgesuch zu befinden, hielt aber zugleich fest, dass ein kantonalrechtlicher Revisionsgrund nicht gegeben sei, und selbst wenn auf das Gesuch eingetreten würde, dieses abgewiesen werden müsste. Mit seinem Entscheid übermittelte der Einzelrichter die Akten dem Bundesgericht.

2.
Die Revision eines Urteils des Bundesgerichts kann nur verlangt werden, wenn eine der Voraussetzungen von Art. 121 ff. BGG erfüllt ist. Art. 121 BGG führt vier Verfahrensvorschriften an, deren Missachtung eine Revision rechtfertigt, nämlich Vorschriften über die Besetzung des Gerichts (lit. a), die Verletzung der Dispositionsmaxime (lit. b), das Übergehen von Anträgen (lit. c) und die Versehensrüge (lit. d). Sie beziehen sich auf das bundesgerichtliche Verfahren. Die Verletzung einer Ausstandsvorschrift im kantonalen Verfahren ist kein Revisionsgrund nach Art. 121 lit. a BGG. Nicht einschlägig sind sodann die Revisionsgründe von Art. 122 (Verletzung der EMRK) und von Art. 123 Abs. 1 BGG (Einwirkung auf das Urteil durch ein Verbrechen oder Vergehen). Was schliesslich den Revisionsgrund von Art. 123 Abs. 2 lit. b BGG (neue Tatsachen oder Beweismittel) betrifft, so hat das Bundesgericht entschieden, dass sich dieser Revisionsgrund unter Vorbehalt von Tatsachen, die im bundesgerichtlichen Verfahren von Amtes wegen abzuklären sind, allein auf Urteile bezieht, in welchen das Bundesgericht die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz durch eigene ersetzt hat (BGE 134 IV 48). Das trifft hier nicht zu. Es ergibt sich somit, dass kein bundesrechtlicher Revisionsgrund vorliegt.

3.
Auf das Revisionsgesuch ist demnach nicht einzutreten. Da es nicht der Gesuchsteller war, der das Gesuch dem Bundesgericht zur Entscheidung unterbreitete, sondern das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, sind keine Kosten zu erheben.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Auf das Revisionsgesuch wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, 4. Abteilung, Einzelrichter, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 29. August 2008

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

Favre Störi

Schlagwörter

revisionrecusalfederal procedurecourt costsinadmissibility

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the application met any ground for revision of a Federal Supreme Court judgment under Art. 121 ff. BGG.

Extrahierter Entscheid

No federal revision ground was established; the application could not be admitted.

Extrahierte Begründung

Art. 121 BGG concerns breaches of procedural rules in the federal proceedings only; a recusal defect in the cantonal proceedings is not covered by Art. 121 lit. a BGG. Arts. 122 and 123(1) BGG were inapplicable, and Art. 123(2)(b) BGG did not apply because the judgment did not involve the kind of factual substitution required by the case law.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged for the revision proceeding.

Extrahierter Entscheid

No costs were imposed.

Extrahierte Begründung

Because the matter was transmitted to the Federal Supreme Court by the cantonal court rather than by the applicant, the Court waived costs.

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