Federal Supreme Court declines to hear inadequately reasoned criminal complaint

6B_487/2009Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung29.06.2009Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The appellant challenged a cantonal criminal conviction before the Federal Supreme Court. Although the complaint was filed within the statutory time limit, it did not set out in a legally sufficient manner how the cantonal judgment violated Swiss law. The Court therefore declined to enter into the complaint under the simplified non-entry procedure and ordered the appellant to pay court costs of CHF 800.

Omnilex-Regeste

Art. 100 Abs. 1, Art. 42 Abs. 2 and Art. 108 BGG; admissibility of a complaint to the Federal Supreme Court: a filing submitted within the appeal period is still inadmissible if it does not substantiate, in a manner compliant with Art. 42 Abs. 2 BGG, which provisions of federal law were violated by the challenged decision. Mere assertions, general criticism of the file, or requests for a fresh examination do not satisfy the reasoning requirement. In such a case, non-entry may be pronounced in simplified proceedings; the appeal period does not require the Court to await further submissions lodged after its expiry (consid. 1-2). Costs are allocated against the unsuccessful appellant pursuant to Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_487/2009

Urteil vom 29. Juni 2009
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, 8090 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Hinderung einer Amtshandlung,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 21. April 2009.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Eine Beschwerde ans Bundesgericht ist innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des angefochtenen Entscheids beim Bundesgericht einzureichen (Art. 100 Abs. 1 BGG). Der angefochtene Entscheid wurde der seinerzeitigen Verteidigerin des Beschwerdeführers am 8. Mai 2009 zugestellt. Die Frist zur Beschwerde lief folglich am Montag, 8. Juni 2009, ab. Der Beschwerdeführer hat die Beschwerde denn auch am letzten Tag der Frist eingereicht. Er stellt zwar fest, die Eingabe sei nur die "première note d'intention de recourir". Weitere Eingaben müssen indessen nicht abgewartet werden, weil auf solche nach Ablauf der Beschwerdefrist nicht eingetreten werden könnte.

2.
Im angefochtenen Entscheid wurde der Beschwerdeführer wegen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz und Hinderung einer Amtshandlung mit 18 Monaten Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 30.-- bestraft, beides aufgeschoben bei einer Probezeit von drei Jahren. In der Beschwerde hätte er darlegen müssen, inwieweit seine Verurteilung und Bestrafung gegen das schweizerische Recht im Sinne von Art. 95 BGG verstossen (Art. 42 Abs. 2 BGG). Er bringt indessen nur vor, er hoffe, dass das Bundesgericht endlich das Dossier gründlich prüfe, und die Verurteilung trage offensichtlich gewissen Umständen nicht Rechnung, aus denen sich "une parfaite incohérence du dossier d'accusation" ergebe. Diese Vorbringen genügen den Begründungsanforderungen an eine Beschwerde ans Bundesgericht nicht. Darauf ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

3.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, II. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 29. Juni 2009

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre Monn

Schlagwörter

criminal appealinadmissibilitysubstantiation requirementfederal law violationnon-entrycourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the criminal complaint satisfied the Federal Supreme Court's admissibility and reasoning requirements

Extrahierter Entscheid

The complaint did not explain how the cantonal judgment violated Swiss law and therefore could not be examined on the merits.

Extrahierte Begründung

A federal complaint must identify the alleged violation of federal law and meet the substantiation standard; generic criticism and requests for review are insufficient. As the filing was already made within the final day of the time limit, no later submissions could be awaited.

Kernrechtsfrage

Allocation of federal court costs

Extrahierter Entscheid

Court costs were charged to the appellant.

Extrahierte Begründung

Costs follow the outcome of the inadmissibility decision.

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