Federal Supreme Court refuses to hear poorly reasoned criminal complaint

6B_476/2010Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung22.06.2010Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court held that the complainant's 71-page submission failed to meet the required reasoning standard because it did not show, with reference to the challenged decision, how federal law was violated. The complaint was therefore not entered into under Art. 108 BGG. The request for suspensive effect became moot. Court costs of CHF 800 were imposed on the complainant.

Omnilex-Regeste

Art. 108 BGG; requirement of substantiated reasoning in a complaint to the Federal Supreme Court; a submission that merely asserts objections without engaging with the decisive considerations of the appealed decision is inadmissible. The appellant must show, in a reasoned manner, how and in what respect the lower decision violates federal law within the meaning of Art. 95 BGG. Where this is not done, non-entry is mandatory in simplified proceedings. Ancillary requests, such as suspensive effect, become moot once the court declines to enter into the matter (consid. 1).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_476/2010

Urteil vom 22. Juni 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Einzelrichter,
Gerichtsschreiber Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Amtsstatthalteramt Luzern, Eichwilstrasse 2, Postfach, 6011 Kriens,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Vonderhandweisungsentscheid,

Beschwerde gegen den Entscheid der Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern vom 15. April 2010.
Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1.
Einmal mehr (letztmals im Verfahren 5A_369/2010 mit Urteil vom 17. Mai 2010) setzt sich der Beschwerdeführer in seiner 71 Seiten umfassenden Eingabe vor Bundesgericht nicht rechtsgenüglich mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheids auseinander und zeigt nicht auf, inwiefern die Vorinstanz damit das schweizerische Recht im Sinne von Art. 95 BGG verletzt haben könnte. Er befasst sich z.B. mit der örtlichen Zuständigkeit (vgl. Beschwerde S. 9/10), ohne dass sich aus den wirren Ausführungen ergäbe, inwieweit die Vorinstanz mit ihrer Erwägung, aus den Unterlagen lasse sich nicht eruieren, wo der Erfolgsort der angeblich strafbaren Handlungen liegen soll (angefochtener Entscheid S. 3 E. 5), das Recht verletzt haben könnte. Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

Mit dem Entscheid in der Sache ist das Gesuch um aufschiebende Wirkung gegenstandslos geworden.

2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

3.
Wie in einer Vielzahl früherer Verfahren (z.B. Urteil 5A_77/2010 vom 29. Januar 2010) behält sich das Bundesgericht vor, weitere Eingaben in dieser Angelegenheit und insbesondere missbräuchliche Revisionsgesuche ohne förmliche Behandlung und ohne Antwort abzulegen.
Demnach erkennt der Einzelrichter:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und der Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 22. Juni 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Schneider Monn

Schlagwörter

inadmissibilityinsufficient reasoningnon-entrysuspensive effectcourt costscriminal complaint

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint met the reasoning requirements for Federal Supreme Court review

Extrahierter Entscheid

The filing did not sufficiently engage with the challenged decision or show a violation of federal law; the court therefore would not enter into the complaint.

Extrahierte Begründung

The complainant merely raised issues such as venue without explaining how the lower authority's reasoning on the failure to ascertain the place of the alleged result violated Art. 95 BGG. Under Art. 108 BGG, the complaint was manifestly insufficiently reasoned.

Kernrechtsfrage

Whether the request for suspensive effect remained pending

Extrahierter Entscheid

The request became moot once the court refused to enter into the complaint.

Extrahierte Begründung

Because the case was terminated by non-entry, no separate interim decision on suspensive effect was still needed.

Kernrechtsfrage

Allocation of court costs

Extrahierter Entscheid

Court costs were imposed on the complainant.

Extrahierte Begründung

As the unsuccessful party, he had to bear the costs under Art. 66 Abs. 1 BGG.

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