Non-entry on appeal against refusal to reopen criminal case

6B_440/2009Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung28.05.2009Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court treated the appellant's filings as a complaint under the Federal Supreme Court Act. It held that the arguments against the cantonal court's non-entry on the recusal request and against the rejection of reopening were merely unspecific and did not meet the requirements of reasoned federal review. The appeal was therefore not entered into under the simplified procedure. The request for legal aid was denied because the complaint was hopeless, and reduced court costs of CHF 500 were charged to the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 42, Art. 64, Art. 65 Abs. 2, Art. 66 Abs. 1, Art. 108 BGG; requirements of substantiation in a federal criminal complaint and consequences of insufficient reasoning. A complaint must identify, with reference to the contested reasoning, why the decision violates federal law; mere general allegations or unsupported suspicions are insufficient. Where the appeal fails manifestly to satisfy the reasoning requirements, the court may refuse to enter into the matter in simplified procedure under Art. 108 BGG. Legal aid is denied if the proceedings are devoid of prospects of success; court costs may be reduced to reflect the party's financial circumstances.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_440/2009

Urteil vom 28. Mai 2009
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen, Schützengasse 1, 9001 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Wiederaufnahme des Verfahrens (sexuelle Handlung mit einem Kind),

Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen, Strafkammer, vom 22. April 2009.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Da es um eine Strafsache geht, sind die als staatsrechtliche Beschwerde und als Nichtigkeitsbeschwerde bezeichneten Eingaben des Beschwerdeführers als Beschwerde gemäss Art. 78 ff. BGG entgegenzunehmen. Mit diesem Rechtsmittel kann auch die Verletzung verfassungsmässiger Rechte geltend gemacht werden (Art. 95 BGG).

2.
Im angefochtenen Entscheid wurde auf ein Ausstandsbegehren des Beschwerdeführers nicht eingetreten, und es wurde ein Wiederaufnahmegesuch abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde.

In Bezug auf das Ausstandsbegehren macht der Beschwerdeführer vor Bundesgericht geltend, die Kantonsrichter seien bereits seit 16 Jahren in seiner Sache tätig. Zudem erhebt er verschiedene Vorwürfe, wie zum Beispiel, es seien gewisse Umstände bewusst verheimlicht worden. Mit derartigen unsubstanziierten Vorbringen lässt sich nicht darlegen, dass und inwieweit die Vorinstanz gegen das schweizerische Recht im Sinne von Art. 95 BGG verstossen haben könnte, als sie auf das Ausstandsgesuch nicht eintrat.

Dasselbe gilt in Bezug auf das Wiederaufnahmegesuch. Der Beschwerdeführer macht zum Beispiel geltend, es sei verheimlicht worden, dass ihm der gesetzlich vorschriebene Freigang an der frischen Luft nicht gewährt worden sei. Inwieweit dies in Bezug auf die seinerzeitige Verurteilung wegen sexueller Handlung mit einem Kind eine relevante neue Tatsache darstellen könnte, wird in der Beschwerde nicht dargelegt.

Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

3.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Der finanziellen Lage des Beschwerdeführers ist durch eine herabgesetzte Gerichtsgebühr Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht St. Gallen, Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 28. Mai 2009

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre Monn

Schlagwörter

criminal procedurereopeningrecusalsubstantiationlegal aidcourt costsinadmissibility

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal adequately challenged the cantonal court's refusal to entertain the recusal request.

Extrahierter Entscheid

The complaint was insufficiently reasoned and did not show any violation of federal law.

Extrahierte Begründung

The appellant relied on unspecific allegations only; this did not substantiate how the lower court erred by not entering on the recusal request.

Kernrechtsfrage

Whether the appeal adequately challenged the rejection of the request to reopen the proceedings.

Extrahierter Entscheid

The complaint did not explain why the asserted facts could constitute a relevant new fact for the original conviction.

Extrahierte Begründung

The appellant's assertions were not linked in a concrete way to a legally relevant new circumstance capable of justifying reopening.

Kernrechtsfrage

Whether the request for legal aid should be granted.

Extrahierter Entscheid

Legal aid was refused because the appeal had no prospects of success.

Extrahierte Begründung

Under the applicable federal rules, an obviously hopeless appeal does not justify free legal assistance.

Kernrechtsfrage

Who bears the court costs and in what amount?

Extrahierter Entscheid

The appellant was ordered to pay reduced court costs of CHF 500.

Extrahierte Begründung

Costs follow the unsuccessful appeal, with the appellant's financial situation taken into account through a reduced fee.

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