Non-entry for lack of standing in border-displacement case

6B_407/2007Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung16.08.2007Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court did not enter into the complainant's filing against the cantonal confirmation of a discontinuance in a boundary-displacement investigation. It also did not entertain his recusal request, because prior participation in another case is not enough to establish bias. The Court held that the complainant lacked standing as an allegedly injured person and that the appeal was in any event inadequately reasoned. His request for free legal assistance was refused as hopeless, and the court fee of CHF 800 was charged to him.

Omnilex-Regeste

Art. 34 Abs. 2 BGG; Art. 81 Abs. 1, 64, 66 Abs. 1, 106 Abs. 2, 47 Abs. 1 and 108 BGG; non-entry for lack of standing and insufficient reasoning, and recusal. Prior participation of a federal judge in an earlier proceeding does not, by itself, constitute a ground for recusal, even if the earlier matter was decided adversely to the party concerned (consid. 1). An alleged injured person has standing only if a legally protected interest in the annulment or modification of the challenged decision is shown; absent such interest, and where the submission remains appellatory and does not meet the federal reasoning requirements, the complaint is inadmissible. The statutory appeal period cannot be cured by subsequent supplementation. Free legal assistance is denied where the appeal lacks prospects of success; inability to pay must be asserted at least plausibly (consid. 2-3).

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_407/2007 /bri

Urteil vom 16. August 2007
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Präsident,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis, Justizgebäude, av. Mathieu-Schiner 1, 1950 Sitten.

Gegenstand
Einstellungsverfügung (Verdacht auf Grenzverrückung),

Beschwerde in Strafsachen gegen das Urteil des Kantonsgerichts Wallis, Strafgerichtshof I, vom 13. Juni 2007.

Der Präsident zieht in Erwägung:
1.
Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, eine mögliche Befangenheit von Bundesrichtern sei "nicht auszuschliessen" (Beschwerde S. 12), ist die Eingabe als Ausstandsbegehren entgegenzunehmen. Auf das Begehren ist indessen nicht einzutreten, weil die Mitwirkung in einem früheren Verfahren auch dann für sich allein keinen Ausstandsgrund darstellt, wenn das Verfahren zu Ungunsten der betroffenen Person ausgegangen ist (Art. 34 Abs. 2 BGG; Urteil 2F_2/2007 vom 25. April 2007 E. 3.2).
2.
Mit Verfügung vom 19. Juli 2006 stellte die Untersuchungsrichterin für das Oberwallis ein auf Anzeige des Beschwerdeführers hin gegen zwei Personen wegen des Verdachts auf Grenzverrückung eröffnetes Strafverfahren ein. Diese Verfügung wurde durch den Strafgerichtshof I des Kantonsgerichts Wallis mit Urteil vom 13. Juni 2007 bestätigt. Entgegen seiner Auffassung (Beschwerde S. 6 oben) ist der Beschwerdeführer als angeblich Geschädigter zur Beschwerde nicht legitimiert, weil er kein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids hat (Art. 81 Abs. 1 BGG; BGE 6B_12/2007 vom 5. Juli 2007). Dazu kommt, dass er die Verletzung verfassungsmässiger Rechte und Grundsätze (Willkürverbot, allgemeine Verfahrensgarantien, rechtliches Gehör) sowie Befangenheit geltend macht (Beschwerde S. 1), ohne dass die Beschwerde, die sich in teilweise nicht auf den angefochtenen Entscheid bezogener und auch sonst unzulässiger appellatorischer Kritik erschöpft, den Begründungsanforderungen von Art. 106 Abs. 2 BGG genügt. Dies gilt auch, wenn man die vom Beschwerdeführer erwartete Nachsicht walten lässt. Da die Beschwerdefrist eine gesetzliche Frist ist, kommt auch eine Nachbesserung nicht in Betracht (Art. 47 Abs. 1 BGG). Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.
3.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Gesuch um einen unentgeltlichen Rechtsbeistand ist als ein solches um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 64 BGG entgegenzunehmen. Es ist abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Im Übrigen macht der Beschwerdeführer nicht einmal geltend, er sei bedürftig (Beschwerde S. 2). Folglich kommt eine Reduktion der Gerichtsgebühr nicht in Betracht.

Demnach erkennt der Präsident:
1.
Auf das Ausstandsbegehren wird nicht eingetreten.
2.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
3.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.
4.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.
5.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis und dem Kantonsgericht Wallis, Strafgerichtshof I, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 16. August 2007
Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

recusalstandinginadmissibilitylegal aidcourt costscriminal investigationboundary displacement

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the request to recuse federal judges should be entertained

Extrahierter Entscheid

The recusal request was not entertained because prior participation in another case is not, by itself, a ground for recusal, even if the prior outcome was adverse.

Extrahierte Begründung

The submission only pointed to possible bias and relied solely on earlier participation, which does not establish a disqualification ground.

Kernrechtsfrage

Whether the complainant had standing to appeal the discontinuance order

Extrahierter Entscheid

The complainant lacked standing because, as an alleged injured party, he had no legally protected interest in overturning or changing the challenged decision.

Extrahierte Begründung

He did not show a legally protected interest under the Federal Supreme Court Act.

Kernrechtsfrage

Whether the appeal satisfied the Federal Supreme Court's reasoning requirements

Extrahierter Entscheid

The appeal was insufficiently reasoned and consisted largely of inadmissible appellate criticism.

Extrahierte Begründung

The complaint did not meet the requirements for a constitutional or otherwise properly reasoned challenge, and no supplementary filing could cure this because the deadline is statutory.

Kernrechtsfrage

Whether free legal assistance should be granted

Extrahierter Entscheid

Free legal assistance was denied because the requested claims had no prospects of success and indigence was not even alleged.

Extrahierte Begründung

The application failed both on the merits and on the requirement of need.

Kernrechtsfrage

How court costs should be allocated

Extrahierter Entscheid

Court costs were imposed on the complainant.

Extrahierte Begründung

As the appeal was inadmissible and the legal aid request failed, the costs were charged to him.

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