Non-entry on appeal against refusal to waive costs

6B_403/2012Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung27.07.2012Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court did not enter into the criminal appeal against the cantonal refusal to waive CHF 200 in procedural costs. It held that the appellant failed to satisfy the reasoning requirements of Art. 42(2) BGG because he did not meaningfully address his financial situation and the asserted inability to pay CHF 20 monthly instalments. Arguments concerning the circumstances of the knife seizure were irrelevant to the requested cost waiver. Federal court costs of CHF 500 were imposed on the appellant, taking his financial means into account.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 2 BGG; non-entry for insufficient reasoning in a complaint against refusal to waive procedural costs. The appellant must substantiate, with reference to his concrete financial circumstances, why even a modest instalment payment is unreasonable. Arguments directed solely at the merits of the underlying criminal measure do not address the issue of fee waiver and are irrelevant. If the reasoning requirement is not met, the complaint is not entered into under Art. 108 BGG; federal costs are charged under Art. 66 Abs. 1 BGG, with due regard to the party’s financial situation under Art. 65 Abs. 2 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_403/2012

Urteil vom 27. Juli 2012
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Mathys, Präsident,
Gerichtsschreiber C. Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Obergericht des Kantons Bern, Strafabteilung, 1. Strafkammer, Postfach 7475, 3001 Bern,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten,

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts
des Kantons Bern, Strafabteilung, 1. Strafkammer,
vom 28. Juni 2012.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Anlässlich einer Personenkontrolle am 30. April 2011 in Thun wurde im Rucksack des Beschwerdeführers ein verbotenes Wurfmesser gefunden. Am 7. März 2012 zog das Obergericht des Kantons Bern das Messer in Anwendung von Art. 31 Abs. 3 des Bundesgesetzes über Waffen, Waffenzubehör und Munition ein (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 6B_204/2012 vom 11. Juni 2012).

Am 26. Juni 2012 stellte der Beschwerdeführer beim Obergericht das Gesuch, es seien ihm die mit Beschluss vom 7. März 2012 auferlegten Verfahrenskosten von Fr. 200.-- zu erlassen. Das Obergericht wies das Gesuch am 28. Juni 2012 ab, ermöglichte es dem Beschwerdeführer indessen, die Fr. 200.-- in zehn Raten zu je Fr. 20.-- zu begleichen.

Der Beschwerdeführer wendet sich ans Bundesgericht und beantragt, den Beschluss vom 28. Juni 2012 zu annullieren.

2.
Die Vorinstanz stellt fest, der Beschwerdeführer habe nicht substantiiert darlegen können, dass ihm bei einem Einkommen von Fr. 1'819.-- und einem Mietzins von Fr. 1'120.-- eine sehr geringe monatliche Ratenzahlung von Fr. 20.-- nicht zugemutet werden könne (angefochtener Entscheid S. 2 E. 4).

Der Beschwerdeführer macht geltend, bei seinem spärlichen Einkommen werde nicht ersichtlich, dass er wegen des Transports eines kleinen Messers in einem Etui im Seitenfach seines Rucksacks, den er auf dem Rücken gehabt habe, der Vorinstanz Verfahrenskosten von zehn Mal Fr. 20.-- bezahlen soll.

Mit seiner finanziellen Lage und insbesondere mit seinen Ausgaben befasst sich der Beschwerdeführer vor Bundesgericht nicht. Damit genügt die Eingabe im einzig entscheidenden Punkt den Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 BGG nicht. Die übrigen Ausführungen gehen an der Sache vorbei, weil die Umstände, die zur Einziehung des Messers führten, auf die Frage, ob die Kosten dem Beschwerdeführer erlassen werden können, keinen Einfluss haben.

Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

3.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Seinen finanziellen Verhältnissen ist bei der Bemessung der Gerichtskosten Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 27. Juli 2012

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Mathys

Der Gerichtsschreiber: Monn

Schlagwörter

cost waiverinadmissibilityreasoning requirementsinstallment paymentcourt costscriminal procedure

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal met the federal reasoning requirements for challenging refusal of cost waiver

Extrahierter Entscheid

The submission did not address the decisive financial circumstances and therefore did not meet the reasoning requirements.

Extrahierte Begründung

The appellant failed to substantiate, with respect to his income and expenses, why a monthly instalment of CHF 20 was unreasonable. His criticism of the underlying knife confiscation was irrelevant to the cost-waiver question.

Kernrechtsfrage

Allocation of federal court costs after non-entry

Extrahierter Entscheid

Court costs were imposed on the appellant, taking his financial situation into account.

Extrahierte Begründung

As the appeal was not entered into, the costs of the proceedings had to be borne by the appellant under the Federal Supreme Court Act.

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