Inadmissibility of criminal appeal for inadequate reasoning

6B_360/2007Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung16.07.2007Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court held that the appellant's filing was inadmissible because it did not challenge the cantonal court's discontinuance of the reopening proceedings for failure to pay the filing fee, but instead argued only against the underlying conviction. As the appeal did not meet the reasoning requirements of Art. 42 BGG, it was not entered into under Art. 108 BGG. Legal aid was denied because the appeal was hopeless, and a reduced court fee of CHF 500 was imposed on the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG, Art. 108 BGG; requirements of reasoned appeal: an appeal must specifically address the reasoning of the challenged decision and set out, in a legally relevant manner, in what respect it violates federal law. A submission that merely attacks earlier proceedings or the underlying merits, without engaging with the operative cantonal ruling, is inadmissible. Where the appeal is manifestly hopeless, legal aid is to be refused under Art. 64 Abs. 1 BGG; costs are allocated according to Art. 66 Abs. 1 BGG, with account taken of the party's financial situation under Art. 65 Abs. 2 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_360/2007 /rom

Urteil vom 16. Juli 2007
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Präsident,
Gerichtsschreiberin Arquint Hill.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen, Spisergasse 15, 9001 St. Gallen.

Gegenstand
Wiederaufnahme (Urkundenfälschung, Gewalt und Drohung gegen Beamte),

Beschwerde in Strafsachen gegen den Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen, Strafkammer, vom 30. Mai 2007.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Das Kantonsgericht St. Gallen verurteilte den Beschwerdeführer am 30. Mai 2006 im Berufungsverfahren wegen Urkundenfälschung sowie Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamten zu einer unbedingten Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Eine dagegen gerichtete Nichtigkeitsbeschwerde wies das Bundesgericht am 24. Januar 2007 ab, soweit es darauf eintrat.

Mit Eingabe vom 7. Mai 2007 reichte der Beschwerdeführer beim Kantonsgericht St. Gallen ein Wiederaufnahmegesuch ein. Nachdem der Beschwerdeführer die Einschreibegebühr von Fr. 800.-- auch innerhalb der ihm angesetzten Notfrist nicht bezahlt hatte, wurde das Wiederaufnahmeverfahren am 30. Mai 2007 formlos abgeschrieben.

Der Beschwerdeführer wendet sich mit eidgenössischer Nichtigkeitsbeschwerde an das Bundesgericht.
2.
Der angefochtene Entscheid ist nach dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG) am 1. Januar 2007 ergangen. Auf das Rechtsmittel ist das neue Verfahrensrecht anwendbar (Art. 132 Abs. 1 BGG). Die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde ist daher als Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 78 ff. BGG entgegenzunehmen.
3.
Nach Art. 42 Abs. 1 BGG müssen Rechtsschriften unter anderem die Begehren des Beschwerdeführers sowie deren Begründung enthalten. Gemäss Abs. 2 der genannten Bestimmung ist darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt. Die Begründung einer Beschwerde hat sich folglich mit dem angefochtenen Entscheid auseinanderzusetzen. Dieser formellen Voraussetzung genügt die vorliegende Beschwerdeeingabe in keiner Weise. Das Kantonsgericht hat das vom Beschwerdeführer angehobene Wiederaufnahmeverfahren mangels Bezahlung der Einschreibegebühr formlos abgeschrieben. Das hätte der Beschwerdeführer beanstanden müssen. Seiner Beschwerdeschrift lässt sich indes nichts dergleichen entnehmen. Vielmehr setzt er sich ausschliesslich mit seiner von ihm als willkürlich empfundenen Verurteilung auseinander. Darauf ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.
4.
Entsprechend diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer die bundesgerichtlichen Kosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist abzuweisen, weil die Beschwerde von vornherein aussichtslos war (Art. 64 Abs. 1 BGG). Der finanziellen Lage des Beschwerdeführers ist bei der Bemessung der Gerichtsgebühr Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:
1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.
3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen und dem Kantonsgericht St. Gallen, Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 16. Juli 2007
Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Schlagwörter

inadmissibilityreasoned appeallegal aidcourt costsreopeningfiling fee

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the criminal appeal met the reasoning requirements for admissibility under the BGG

Extrahierter Entscheid

No. The appeal did not engage with the challenged discontinuance order and therefore failed to satisfy the statutory reasoning requirements.

Extrahierte Begründung

Under Art. 42 BGG, an appeal must explain which rights were violated by the challenged decision. The appellant attacked only the underlying conviction and not the cantonal court's discontinuance of the reopening proceedings for non-payment of the fee. The filing was therefore inadmissible under Art. 108 BGG.

Kernrechtsfrage

Whether legal aid should be granted

Extrahierter Entscheid

No. Legal aid was refused because the appeal had no prospect of success from the outset.

Extrahierte Begründung

Since the appeal was manifestly inadmissible, it was hopeless within the meaning of Art. 64 BGG.

Kernrechtsfrage

Who bears the federal court costs

Extrahierter Entscheid

The appellant must pay the court fee, reduced in view of his financial situation.

Extrahierte Begründung

Costs follow the outcome under Art. 66 BGG, and the amount may be adjusted to the appellant's means under Art. 65 BGG.

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