Lack of standing to challenge dismissal of criminal investigation

6B_353/2009Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung11.06.2009Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court did not enter into the appeal against the Zurich authorities' dismissal of a criminal investigation and non-entry decision. It held that the complainant, as a mere injured party and not a private prosecutor or victim, lacked standing under Art. 81 BGG. Her reference to fair-trial guarantees was insufficiently substantiated to meet Art. 106 Abs. 2 BGG. Court costs of CHF 800 were imposed on her.

Omnilex-Regeste

Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 and 5 BGG; Art. 106 Abs. 2 BGG; standing of a merely injured party to challenge the discontinuance or non-entry into criminal proceedings. A complainant who is neither private prosecutor nor victim is, as a rule, not entitled to appeal. Standing may exceptionally arise where a procedural-rights violation is alleged that constitutes a formal denial of justice; however, such a claim must be specifically substantiated. General references to an independent and fair procedure do not satisfy the strict reasoning requirements. If standing is lacking, the appeal is not entered into in summary procedure under Art. 108 BGG; costs are allocated according to Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_353/2009

Urteil vom 11. Juni 2009
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Einzelrichter,
Gerichtsschreiberin Arquint Hill.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8001 Zürich,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Einstellung der Untersuchung (Veruntreuung, Betrug etc.),

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, III. Strafkammer, vom 9. März 2009.

Erwägungen:

1.
Die Beschwerdeführerin wendet sich dagegen, dass die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich die Strafuntersuchung gegen die Bank A.________ wegen Veruntreuung bzw. Gehilfenschaft dazu eingestellt hat und auf eine Strafanzeige gegen weitere elf Personen wegen Veruntreuung und Betrug nicht eingetreten ist und dass im angefochtenen Entscheid ein dagegen gerichteter Rekurs abgewiesen wurde. Die Beschwerdeführerin ist indessen nicht Privatstrafklägerin im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 BGG und auch nicht Opfer im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG. Als (blosse) Geschädigte, die nicht Opfer ist, ist sie zur vorliegenden Beschwerde grundsätzlich nicht legitimiert (BGE 133 IV 228), es sei denn, es wird die Verletzung solcher Verfahrensgarantien gerügt, deren Missachtung eine formelle Rechtsverweigerung darstellt (BGE 128 I 218 E. 1.1). Insoweit genügen die Ausführungen der Beschwerdeführerin, welche sinngemäss zwar eine Verletzung des Rechts auf ein unabhängiges und faires Verfahren rügt, nicht aber substantiiert darlegt, inwiefern dieses Recht verletzt sein sollte (Beschwerde S. 6), den strengen Begründungsanforderungen von Art. 106 Abs. 2 BGG nicht. Auf die Beschwerde ist daher im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.
Die Gerichtskosten sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Demnach erkennt der Einzelrichter:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 11. Juni 2009

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Schneider Arquint Hill

Schlagwörter

standingnon-entrycriminal investigationprivate prosecutorvictim statusformal denial of justicecosts

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complainant had standing to file the criminal appeal against the dismissal and non-entry decisions.

Extrahierter Entscheid

As a merely injured party who is not a private prosecutor or victim, the complainant lacked standing to challenge the decision.

Extrahierte Begründung

Standing under Art. 81 BGG requires private prosecutor or victim status, or an asserted procedural-rights violation amounting to a formal denial of justice. The complaint did not substantiate such a violation to the required standard.

Kernrechtsfrage

Whether the court costs should be imposed on the complainant.

Extrahierter Entscheid

The court costs were imposed on the complainant.

Extrahierte Begründung

As the appeal was not entered into, the losing party bore the costs under the Federal Supreme Court Act.

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