Non-entry for failure to pay court cost advance

6B_337/2010Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung15.06.2010Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court did not enter into the criminal complaint because the appellant failed to pay the ordered court cost advance of CHF 1,000 even after an additional time limit. A previous objection against the advance was rejected by the court, but the advance was still not paid in time. The appellant was ordered to pay court costs of CHF 800.

Omnilex-Regeste

Art. 62 Abs. 1 and 3 BGG, Art. 108 BGG; failure to pay the required cost advance within the extended deadline leads to non-entry. If the advance is neither paid nor lawfully waived, the court need not examine the complaint on the merits and may decide under the summary procedure. The unsuccessful party bears the court costs under Art. 66 Abs. 1 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_337/2010

Urteil vom 15. Juni 2010
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Einzelrichter,
Gerichtsschreiber Monn.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Generalprokurator des Kantons Bern, Hochschulstrasse 17, 3012 Bern,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Nichteintretensbeschluss (Amtsmissbrauch, Nötigung etc.),

Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Bern, Anklagekammer, vom 9. April 2010.

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1.
Gemäss Art. 62 Abs. 1 BGG hat die Partei, die das Bundesgericht anruft, einen Kostenvorschuss in der Höhe der mutmasslichen Gerichtskosten zu leisten.

Gestützt auf diese gesetzliche Bestimmung wurde der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 22. April 2010 aufgefordert, dem Bundesgericht spätestens am 14. Mai 2010 einen Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- einzuzahlen. Mit Schreiben vom 28. April 2010 erhob er "Einspruch" gegen die Verfügung vom 22. April 2010, weil sie willkürlich sei und der Verfassung widerspreche. Mit Schreiben vom 30. April 2010 wurde ihm mitgeteilt, dass das Bundesgericht am Kostenvorschuss festhalte. Weil dieser innert Frist nicht einging, wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 19. Mai 2010 die in Art. 62 Abs. 3 BGG vorgeschriebene Nachfrist zur Bezahlung des Kostenvorschusses bis zum 4. Juni 2010 angesetzt, ansonsten auf das Rechtsmittel nicht eingetreten werde. Der Beschwerdeführer erhob mit Schreiben vom 1. Juni 2010 erneut mit denselben Vorbringen "Einspruch" gegen die Verfügung vom 19. Mai 2010. Der Kostenvorschuss ging innert Frist nicht ein.

Aus dem Gesagten folgt, dass auf die Beschwerde im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten ist.

2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt der Einzelrichter:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern, Anklagekammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 15. Juni 2010

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Schneider Monn

Schlagwörter

court advancenon-entrysummary procedurecriminal complaintcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint could be considered despite non-payment of the ordered cost advance.

Extrahierter Entscheid

No; because the appellant did not pay the advance within the extended deadline, the court had to decline to enter into the complaint under the summary procedure.

Extrahierte Begründung

Art. 62 BGG requires an advance for expected court costs. After the advance was ordered, challenged, maintained, and a grace period under Art. 62(3) BGG expired without payment, non-entry followed under Art. 108 BGG.

Kernrechtsfrage

Allocation of court costs.

Extrahierter Entscheid

The court costs were imposed on the appellant.

Extrahierte Begründung

As the unsuccessful party, the appellant must bear the costs under Art. 66(1) BGG.

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