Inadmissibility for insufficient reasoning under Art. 42 BGG

6B_310/2009Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung18.05.2009Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court held that the appellant's submission against the Schaffhausen cantonal judgment was inadmissible because it merely repeated earlier arguments and did not address the reasoning of the appealed decision. The court therefore did not enter into the appeal under Art. 108 BGG. It also rejected the request for free legal aid as the appeal was hopeless, and imposed reduced court costs of CHF 500 on the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 1-2, Art. 106 Abs. 2 and Art. 108 BGG; inadmissibility of a federal appeal for insufficient reasoning. A party appealing to the Federal Supreme Court must state requests and reasons and, in a reasoned manner, show in what respect the challenged decision violates law. A mere repetition of arguments already raised below, without addressing the decisive considerations of the cantonal judgment, does not satisfy the substantiation requirement. Such an appeal is not entered upon in the simplified procedure. If the appeal is hopeless, legal aid is to be refused under Art. 64 Abs. 1 BGG; costs are borne by the losing party, with moderation according to financial circumstances under Art. 65 Abs. 2 BGG.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_310/2009

Urteil vom 18. Mai 2009
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Favre, Präsident,
Gerichtsschreiberin Arquint Hill.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Schaffhausen, Herrenacker 26, 8200 Schaffhausen,
Beschwerdegegnerin.

Gegenstand
Einfache Verletzung der Verkehrsregeln; Tätlichkeiten,

Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Schaffhausen vom 6. März 2009.

Der Präsident zieht in Erwägung:

1.
Mit Strafbefehl vom 25. September 2007 bestrafte das Verkehrsstrafamt des Kantons Schaffhausen den Beschwerdeführer wegen einfacher Verletzung der Verkehrsregeln und Tätlichkeiten mit einer Busse von Fr. 600.--, ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von sechs Tagen. Nach erfolgter Einsprache erhob die Staatsanwaltschaft des Kantons Schaffhausen Anklage gegen den Beschwerdeführer bei der Einzelrichterin in Strafsachen des Kantonsgerichts Schaffhausen. Diese verurteilte ihn am 26. März 2008 angeklagegemäss wegen einfacher Verletzung der Verkehrsregeln und Tätlichkeiten und bestrafte ihn mit einer Busse von Fr. 600.--, ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von sechs Tagen. Die dagegen erhobene kantonale Nichtigkeitsbeschwerde des Beschwerdeführers wies das Obergericht des Kantons Schaffhausen am 6. März 2009 ab, soweit es darauf eintrat. Dagegen gelangt der Beschwerdeführer an das Bundesgericht.

2.
Gemäss Art. 42 Abs. 1 BGG muss die Beschwerde die Begehren und deren Begründung enthalten. Gemäss Abs. 2 der genannten Bestimmung ist darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt. Dieser Voraussetzung genügt die Eingabe des Beschwerdeführers nicht. So wiederholt dieser vor Bundesgericht - in wortwörtlicher Wiedergabe seiner kantonalen Nichtigkeitsbeschwerde - ausschliesslich, was er schon vor Vorinstanz vorbrachte, ohne sich mit den Erwägungen im angefochtenen Entscheid auch nur im Geringsten auseinanderzusetzen. Auf die Beschwerde ist deshalb mangels einer hinreichenden Begründung im Sinne Art. 42 Abs. 2 BGG und 106 Abs. 2 BGG im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

3.
Bei diesem Ausgang sind die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das nachgereichte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen (Art. 64 Abs. 1 BGG). Den finanziellen Verhältnissen des Beschwerdeführers ist durch eine herabgesetze Gerichtsgebühr Rechnung zu tragen (Art. 65 Abs. 2 BGG).

Demnach erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Schaffhausen schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 18. Mai 2009

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Favre Arquint Hill

Schlagwörter

inadmissibilityinsufficient reasoningcriminal appeallegal aidcourt coststraffic offencessummary procedure

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the federal appeal met the requirement of sufficient reasoning under Art. 42(1)-(2) and 106(2) BGG

Extrahierter Entscheid

The appeal did not explain in what respect the challenged decision violated law; it merely repeated prior submissions without engaging with the cantonal reasoning.

Extrahierte Begründung

Because the submission failed to confront the grounds of the appealed judgment, it was insufficiently reasoned and could not be examined under the summary inadmissibility procedure of Art. 108 BGG.

Kernrechtsfrage

Whether legal aid should be granted

Extrahierter Entscheid

Legal aid was refused because the requested appeal had no prospects of success.

Extrahierte Begründung

An appeal that is manifestly insufficiently reasoned is prospectively hopeless within the meaning of Art. 64(1) BGG.

Kernrechtsfrage

Allocation of court costs

Extrahierter Entscheid

Court costs of CHF 500 were imposed on the appellant, reduced in view of his financial situation.

Extrahierte Begründung

Costs follow the outcome, but the fee was reduced pursuant to Art. 65(2) BGG.

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