Non-entry in criminal complaint appeal over family-member theft

6B_280/2007Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung19.06.2007Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Supreme Court did not enter into a criminal complaint appeal against the cantonal decision confirming the discontinuance of theft proceedings. The appellant merely denied having lived with the accused in a common household, but this was insufficient to show that the cantonal court’s factual finding was manifestly incorrect. Because the appeal amounted to inadmissible appellatory criticism, the court refused to examine the merits. In view of the circumstances, no court costs were imposed.

Omnilex-Regeste

Art. 97 Abs. 1 BGG, Art. 108 BGG; appellatory criticism and review of factual findings in summary appeal proceedings. A party contesting a cantonal finding of fact must demonstrate manifest error; a mere contrary assertion is insufficient. Where the appeal only seeks a new assessment of evidence without substantiating obvious incorrectness, the Federal Supreme Court will not enter into the matter. Exceptional waiver of court costs remains possible where the circumstances so warrant.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_280/2007 /hum

Urteil vom 19. Juni 2007
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Präsident,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen, Spisergasse 15, 9001 St. Gallen.

Gegenstand
Aufhebung des Strafverfahrens (Diebstahl etc.),

Beschwerde in Strafsachen gegen den Entscheid der Anklagekammer des Kantons St. Gallen vom 22. Mai 2007.

Das Präsidium zieht in Erwägung:
1.
Die Anklagekammer des Kantons St. Gallen wies am 22. Mai 2007 eine Beschwerde gegen die erstinstanzliche Aufhebung eines Strafverfahrens betreffend Diebstahls etc. ab, soweit darauf eingetreten werden konnte. Der Beschuldigte habe im Zeitpunkt der ihm vorgeworfenen Handlungen mit der Beschwerdeführerin in einem gemeinsamen Haushalt gelebt. Da die Beschwerdeführerin die Frist zur Stellung des Strafantrags (der beim Diebstahl zum Nachteil eines Familiengenossen Prozessvoraussetzung ist) verpasst habe, dürfe das angeblich strafbare Verhalten des Beschuldigten nicht verfolgt werden (angefochtener Entscheid S. 4 E. 5). Es kann offenbleiben, ob es vorliegend um das Strafantragsrecht als solches geht und die Beschwerdeführerin gemäss Art. 81 Ziff. 6 BGG zur Beschwerde ans Bundesgericht legitimiert ist. Sie bestreitet, mit dem Beschuldigten zusammengelebt zu haben. Sie habe ihm nur ein Zimmer zur Verfügung gestellt. Mit dieser blossen Behauptung kann nicht dargetan werden, dass die Annahme der Vorinstanz, die Beteiligten hätten in einem gemeinsamen Haushalt gelebt, offensichtlich unrichtig im Sinne von Art. 97 Abs. 1 BGG ist. Auf appellatorische Kritik kann das Bundesgericht im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht eintreten.
2.
Ausnahmsweise kann auf die Erhebung von Kosten verzichtet werden.
Demnach erkennt das Präsidium:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Es werden keine Kosten erhoben.
3.
Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, der Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen und der Anklagekammer des Kantons St. Gallen schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 19. Juni 2007
Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

criminal complainttheftfamily membersame householdfactual reviewinadmissible criticismcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the Federal Supreme Court could examine the cantonal finding that the parties lived in a common household and that the criminal complaint was out of time.

Extrahierter Entscheid

The appellant's bare denial did not show that the cantonal finding was manifestly incorrect; the appeal relied on inadmissible appellate criticism.

Extrahierte Begründung

The court held that it could not intervene on the basis of mere assertion. Since the challenge did not demonstrate obvious error under Art. 97(1) BGG, and appellatory criticism is inadmissible in proceedings under Art. 108 BGG, the complaint could not be reviewed on the merits.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.