Criminal appeal inadmissible; legal aid refused

6B_27/2008Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung15.01.2008Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The appellant sought to challenge a Bernese appellate conviction for extortion-related offences, arguing mainly that the evidence had been assessed incorrectly and that he had not used a real pistol. The Federal Supreme Court held that the complaint did not meet the required substantiation standards and amounted only to inadmissible appellatory criticism. It therefore did not enter into the appeal. The request for free legal aid was refused because the appeal was hopeless, and reduced court costs of CHF 500 were charged to the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG; Art. 108 BGG: A criminal complaint that merely contests the assessment of evidence in appellatory terms and fails to demonstrate arbitrariness is inadmissible. A finding of arbitrariness requires more than an alternative plausible view; it must be manifestly untenable, in clear contradiction with the factual situation or shocking to equity. Where the appeal is hopeless, free legal aid under Art. 64 BGG is to be refused. Court costs follow Art. 66 Abs. 1 BGG and may be reduced according to the appellant's financial circumstances.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_27/2008

Urteil vom 15. Januar 2008
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Präsident,
Gerichtsschreiberin Arquint Hill.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Generalprokurator des Kantons Bern, Hochschulstrasse 17, 3012 Bern,
Beschwerdegegner.

Gegenstand
Erpressung etc.,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern, 1. Strafkammer, vom 30. August 2007.

Der Präsident zieht in Erwägung:
1.
Der Beschwerdeführer wendet sich gegen einen Entscheid des Obergerichts des Kantons Bern vom 30. August 2007, mit dem er u.a. wegen Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB sowie im Sinne von Art. 156 Ziff. 2 sowie Ziff. 3 i.V.m. Art. 140 Ziff. 1 bzw. Ziff. 3 Abs. 3 StGB verurteilt wurde. Die Beschwerde richtet sich sinngemäss gegen die Beweiswürdigung. Diese verletzt das Willkürverbot von Art. 9 BV nicht schon, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar erscheint, sondern nur, wenn sie offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (BGE 132 I 13 E. 5.1; 131 I 57 E. 2, 217 E. 2.1, 467 E. 3.1). Die Ausführungen des Beschwerdeführers erfüllen die Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 bzw. 106 Abs. 2 BGG nicht. Soweit er behauptet, "niemanden erpresst" und "das nicht begangen" zu haben, erschöpfen sich seine Vorbringen in unzulässiger appellatorischer Kritik am angefochtenen Entscheid. Soweit er einwendet, nie eine echte Pistole in der Hand gehabt zu haben, dafür aber verurteilt worden sein, geht sein Vorbringen an der Sache vorbei. Das Obergericht ist zu seinen Gunsten davon ausgegangen, dass es sich bei der verwendeten Waffe um eine Schreckschusspistole handelte (angefochtener Entscheid, S. 24). Damit ist auf die Beschwerde im Verfahren nach Art. 108 StGB nicht einzutreten.
2.
Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Das sinngemäss gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist in Anwendung von Art. 64 BGG abzuweisen, weil die Rechtsbegehren aussichtslos erschienen. Der finanziellen Lage des Beschwerdeführers ist mit einer herabgesetzten Gerichtsgebühr Rechnung zu tragen.

Demnach erkennt der Präsident:
1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.
3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.
4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern, 1. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 15. Januar 2008
Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Schneider Arquint Hill

Schlagwörter

extortionarbitrarinessevidence assessmentinadmissibilitylegal aidcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the criminal appeal sufficiently challenged the cantonal court's assessment of evidence and reasoning

Extrahierter Entscheid

The submissions did not meet the Federal Supreme Court's substantiation requirements; the complaint was merely appellatory and did not establish arbitrariness.

Extrahierte Begründung

A finding is not arbitrary merely because another solution is conceivable. The appellant's assertions neither showed an obvious inconsistency nor a violation of Art. 9 BV, and his arguments failed to satisfy Arts. 42(2) and 106(2) BGG.

Kernrechtsfrage

Whether the appellant was entitled to free legal aid

Extrahierter Entscheid

Legal aid was refused because the appeal had no prospects of success.

Extrahierte Begründung

Under Art. 64 BGG, legal aid is granted only for non-futile proceedings; given the inadmissibility and lack of merit, the request was hopeless.

Kernrechtsfrage

Allocation of court costs

Extrahierter Entscheid

Court costs were imposed on the appellant, reduced to reflect his financial situation.

Extrahierte Begründung

Under Art. 66(1) BGG, the unsuccessful party bears costs; the fee was lowered in light of the appellant's economic circumstances.

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