No standing to appeal against refusal to prosecute

6B_25/2007Bundesgericht / Strafrechtliche Abteilung03.03.2007Dismissed

Zusammenfassung

The complainant appealed to the Federal Supreme Court after the Bern cantonal appellate authority refused to entertain his private criminal complaint against two persons for trespass and child abduction. The court held that he had no standing under Art. 81 BGG because the criminal claim belongs to the state, he was not a private prosecutor, and he did not qualify as a victim under the OHG. The appeal was therefore inadmissible and the court did not enter into it. In view of the circumstances, no court costs were charged.

Regest

Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG; standing of an injured person to challenge a decision refusing to prosecute; the appellant must show a legally protected interest, which is not satisfied by the mere wish to obtain punishment of third parties. The criminal claim belongs in principle to the State. Private-prosecutor status requires that the cantonal decision be communicated to the investigating authority in the sense relevant to Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 BGG. Victim status under Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG in conjunction with Art. 2 Abs. 1 OHG presupposes a direct impairment of bodily, sexual, or psychological integrity. Where standing is absent, the complaint is manifestly inadmissible and may be dismissed without entering into the merits under Art. 108 BGG; costs may exceptionally be waived.

Gesamter Gesetzestext

{T 0/2}
6B_25/2007 /mon

Urteil vom 3. März 2007
Strafrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Schneider, Präsident,
Gerichtsschreiber Monn.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Generalprokurator des Kantons Bern, Postfach 7475, 3001 Bern.

Gegenstand
Nichteintretensbeschluss,

Beschwerde in Strafsachen [BGG] gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern, Anklagekammer, vom 30. Januar 2007.

Der Präsident der Strafrechtlichen Abteilung zieht in Erwägung:
1.
Das Obergericht des Kantons Bern trat mit Beschluss vom 30. Januar 2007 auf eine Eingabe des Beschwerdeführers nicht ein, mit welcher er zwei Personen wegen Hausfriedensbruchs und Entführung seines Kindes angeklagt hatte. Auch vor Bundesgericht strebt er eine Verurteilung der Beschuldigten an. Da der Strafanspruch jedoch grundsätzlich dem Staat zusteht, hat der Geschädigte kein rechtlich geschütztes Interesse im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG an einer Verurteilung der Beschuldigten. Der angefochtene Entscheid wurde dem Untersuchungsrichteramt mitgeteilt (angefochtener Entscheid S. 2), weshalb der Beschwerdeführer auch nicht Privatstrafkläger im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 BGG ist. Schliesslich ist nicht ersichtlich, dass und inwieweit er durch die angeblichen Straftaten in seiner körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt worden sein könnte, weshalb er nicht Opfer im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 OHG ist. Die Beschwerde ist offensichtlich unzulässig im Sinne von Art. 108 OG. Es ist deshalb darauf nicht einzutreten.
2.
Wie schon im Verfahren vor der Vorinstanz (vgl. angefochtenen Entscheid S. 5) rechtfertigt es sich, ausnahmsweise auf Gerichtskosten zu verzichten.

Demnach erkennt der Präsident der Strafrechtlichen Abteilung im Verfahren nach Art. 108 BGG:
1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Es werden keine Kosten erhoben.
3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Generalprokurator des Kantons Bern und dem Obergericht des Kantons Bern, Anklagekammer, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 3. März 2007
Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Schlagwörter

standinginadmissibilityprivate prosecutionvictim statusnon-entrycourt costs